In Ihrem Bad verbringen Sie viel Zeit. Morgens machen Sie sich für den Tag fertig, abends kommen Sie in ihm zur Ruhe. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich darin wohlfühlen. Eines Tages jedoch hat die Einrichtung ihre Dienste geleistet und sie haben sich an ihr sattgesehen. Eine Badsanierung oder ein Umbau steht an. Oft dauert es zwei bis drei Jahrzehnte, bis dies erneut geschieht. Umso wichtiger ist eine durchdachte Badplanung. Was Sie dabei beachten sollten und welche Fehler bei der Planung des Bades häufig auftreten, lesen Sie in diesem Ratgeber.
Warum eine gute Badplanung entscheidend ist
Ihr neues Bad begleitet Sie, gleich ob in einem Alt- oder Neubau, über viele Jahre. Damit es Ihnen auch noch nach langer Zeit gefällt, brauchen Sie eine gute Badplanung. Haben Sie Ihre Entscheidungen bereits umgesetzt, ist es schwer, diese im Nachhinein zu korrigieren. Fehlentscheidungen kommen Ihnen teuer zu stehen.
Bedürfnisse und Anforderungen frühzeitig festlegen
Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, empfehlen erfahrene Badplaner, sich zunächst über Ihre Bedürfnisse und Anforderungen an das Bad im Klaren zu werden. Entspricht das Bad, so wie Sie es sich jetzt vorstellen, auch noch nach einigen Jahren Ihren Bedürfnissen?
Möglicherweise brauchen Sie schon bald ein barrierefreies Bad, auch wenn Sie sich jetzt noch wohlfühlen. Sind Sie sich sicher, dass Sie es noch in einem Jahrzehnt schaffen, problemlos in die Dusche zu steigen oder ein Bad zu nehmen?
Ist die Familienplanung abgeschlossen oder kommen noch Kinder dazu, sodass Sie mehr Stauraum benötigen? Zudem ist das Design eine Überlegung wert. Mögen Sie heute das Moderne und Ausgefallene, ist dieses möglicherweise in ein paar Jahren anders und Sie denken eher praktisch.
Grundriss und Raumaufteilung optimal planen
Es ist verständlich, wenn Sie als Badplaner wissen möchten, wie Ihr Bad nach der Umsetzung Ihrer Ideen aussieht. Deshalb wenden Sie sich an einen Baumarkt oder Fliesenhandel, um sich eine Computervisualisierung erstellen zu lassen. Die 3D-Planung ist jedoch nicht genau, denn sie enthält keine Anschlüsse und auch die technischen Angaben fehlen. Zur exakten Umsetzung Ihres Vorhabens ist sie wertlos.
Ein professioneller Badplaner oder Innenarchitekt geht anders vor: Er misst den Raum exakt aus und wirft einen Blick auf die Sanitäranlagen. Statt einer 3D-Ansicht erstellt er eine zweidimensionale Draufsicht auf das Bad. Dieser Grundriss enthält das gesamte Inventar einschließlich der Accessoires.
Anschließend bespricht er sich mit Ihnen und Sie äußern Ihre Änderungswünsche. Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit? Dann suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Badplaner oder Innenarchitekten die Badewanne, Dusche und sonstige Sanitärobjekte aus. Zudem legen Sie die Materialien, die Muster, Farben und sonstige Ausstattung des Bades mithilfe von Materialmustern und Katalogen fest. Sind Sie sich einig und der grobe Plan steht, fertigt der Bauplaner oder Innenarchitekt den technischen Plan mit allen Einzelheiten und Maßen.
Um diesen Plan zu erstellen, misst er neben der Fläche aus, wo sich die Anschlüsse für Strom und Wasser befinden. Diese zeichnet er in seinen Plan ein. Die Informationen helfen ihm, die Sanitäranlagen und alle Objekte im richtigen Abstand zueinander anzuordnen. Dabei unterteilt er den Raum in eine Trocken- und in eine Nasszone. In Letzterer bringt er die Dusche, die Badewanne, die Toilette, das Bidet und das Waschbecken sowie die Waschmaschine unter. In der Trockenzone platziert er Sitzgelegenheiten, Dekorationsgegenstände sowie Schränke und Regale.
Die richtige Sanitärausstattung auswählen
Mit der Wahl der Sanitärausstattung legen Sie das Design und die Funktionalität des Bades fest. Überlegen Sie, ob Sie ein modernes oder klassisches Bad bevorzugen oder ob Sie es in einem anderen Stil einrichten. Auch die Farben wählen Sie nach Ihrem Geschmack aus.
Die Ausstattung Ihres Bades beginnt mit der Auswahl der Badkeramik. Dazu zählen die Badewanne, die Dusche, der Waschtisch und die Toilette. Der Begriff „Badkeramik“ ist irreführend, denn diese besteht längst nicht mehr zwingend aus Keramik. Ebenso kann diese aus Acryl, aus Stahl-Emaille oder aus Naturstein bestehen. Beliebte Materialien für Badmöbel sind zudem Holz, Beton und Glas.
Im Handel finden Sie zudem Badeinrichtungen aus Mineralguss. Diese sind wie die Keramik hygienisch, glatt und glänzend. Sie wiegen aber weniger. Jedoch ist Mineralguss nicht so widerstandsfähig gegen Kratzer und er verträgt weniger Hitze. Gießen Sie kochendes Wasser hinein, beschädigen Sie das Material. Dennoch hat es Vorteile. Es fühlt sich im Gegensatz zur Keramik warm an. Oberflächliche Kratzer können Sie wegpolieren und auch Macken können repariert werden. Dieses ist einfacher als bei Teilen aus Keramik. An dieser Stelle können Sie sparen, denn Badeinrichtungen aus Mineralguss sind um zehn Prozent günstiger als solche aus Keramik.
Die Armaturen bestehen oft aus Stahl. Jedoch sind auch verchromte Modelle mit einem Kunststoffkern gängig. Zudem bietet der Handel Armaturen aus Messing, Kunststoff und Edelstahl an.
Stauraum im Badezimmer sinnvoll einplanen
Bei der Auswahl der Badmöbel empfiehlt es sich, auf ausreichend Stauraum zu achten und dabei auch an die Zukunft zu denken. In welcher Höhe muss sich dieser befinden, damit Sie auch bei körperlichen Beschwerden gut an Ihre Badutensilien herankommen? Reicht der geplante Stauraum auch aus, wenn Ihre Familie größer wird?
Planen Sie clever, denn oft sind die Bäder klein. Mit einem Waschtischunterschrank nutzen Sie den sonst ungenutzten Platz unter dem Waschbecken. Ordnung schaffen Sie, indem Sie Zahnbürsten und -becher, Körperpflegeartikel und Schminkutensilien in einem Spiegelschrank unterbringen. Dazu lassen sich die Einlagen nach Bedarf in der Höhe verstellen.
Spiegelschränke besitzen oft clevere technische Ausstattungen wie eine LED-Beleuchtung, Steckdosen oder eine Spiegelheizung. Den Komfort im Badezimmer erhöhen im Spiegelschrank untergebrachte Bluetooth-Lautsprecher und beidseitig verspiegelte Türen für eine Rundum-Sicht.
Haben Sie wenig Platz, schaffen Sie mit Hochschränken viel Stauraum, ohne das Bad zu überladen. Befinden sich Wandnischen in Ihrem Bad, können Sie diese mit Deko-Elementen oder Pflanzen bestücken. Ordnung im Bad schaffen Sie ebenso mit Ablagen oder Duschkörben in der Dusche.
Möglichkeiten zur Aufbewahrung bieten zudem Mehrzweckmöbel wie ein Sitzhocker, der im Inneren einen Wäschekorb beherbergt. Handtücher bringen Sie platzsparend auf engem Raum auf einer Handtuchleiter unter.
Beleuchtung im Bad richtig planen
Im Bad brauchen Sie mehrere Lichtquellen mit jeweils unterschiedlicher Funktion. Zunächst benötigen Sie eine Grundbeleuchtung, die unter oder in der Decke angebracht wird. Diese erhalten Sie als Einbauspots, Pendelleuchten oder auch als flächiges Leuchtmittel mit ausrichtbaren Spots. Jedoch reicht eine Grundbeleuchtung alleine nicht aus, denn Lichtquellen von oben werfen Schlagschatten.
Die passende Stimmung im Bad erzeugen Sie mit dimmbaren Leuchten oder Lichtsystemen. Das Stimmungslicht lässt sich in der Helligkeit und farblich anpassen. Mit dem Akzentlicht beeinflussen Sie ebenfalls die Atmosphäre im Raum. Es eignet sich zur Hinterleuchtung von Möbeln und um bestimmte Dinge oder Bereiche hervorzuheben.
Stehen Sie am Waschbecken und möchten sich rasieren oder schminken, brauchen Sie richtig positionierte Leuchten, die Ihr Gesicht schattenfrei ausleuchten. Funktionslichter bringen Sie beidseitig neben dem Spiegel an, oder Sie wählen LEDs, die den Spiegel umrunden. Funktionslichter können jedoch auch angebracht werden, um die Toilette, die Dusche oder die Badewanne auszuleuchten.
Bei der Beleuchtung Ihres Bades haben Sie verschiedene Leuchtmittel zur Auswahl. LEDs sparen Platz und eignen sich als Akzentlicht. Diese setzen Sie in Deckenlampen oder Wandstrahler ein. Zudem haben Sie die Möglichkeit, mit LED-Leisten, LED-Stripes und LED-Bändern für das richtige Licht zu sorgen.
Mit Energiesparlampen schaffen Sie ein diffuses Grundlicht. Diese gibt es in verschiedenen Lichtfarben. Leuchtstoffröhren eignen sich dagegen, um große Bäder auszuleuchten. Brauchen Sie ein natürliches, stufenlos dimmbares Licht, greifen Sie auf Halogenlampen zurück.
Die Beleuchtung zu planen, gehört zu den ersten Aufgaben der Gesamtplanung eines Bades, weil die Elektroinstallationen unter Putz verlegt werden. Stellen Sie die Sicherheit dabei in den Vordergrund. Die Norm, an die Sie sich halten müssen, ist die „DIN VDE 0100-701: Niederspannungsanlagen in Nassbereichen“. Diese definiert die Schutzzonen, die für den Einsatz von elektronischen Anlagen in Bädern notwendig sind. Zudem orientieren Sie sich an dieser Norm beim Verlegen von Leitungen. Überdies können Sie in der DIN VDE 0100-701 nachlesen, welche Geräte Sie in Ihrem Bad benutzen dürfen. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die Elektroinstallationen in die Hände eines Fachmannes legen, denn es gibt noch weitere relevante Normen für Badinstallationen.
Lüftung und Feuchtigkeit im Bad berücksichtigen
Ein Bad ist ein Feuchtraum, in dem sich schnell Schimmel bildet, wenn Sie ihn nicht ausreichend lüften. Experten raten dazu, die Luft alle zwei Stunden auszutauschen. Zusätzlich öffnen Sie nach dem Baden oder Duschen die Fenster.
Doch wie halten Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum gering, wenn das Bad kein Fenster besitzt? Eine einfache Möglichkeit besteht darin, die Badtür zu öffnen und einen kleinen Ventilator im Bad laufen zu lassen. Die in die angrenzenden Räume entweichende Feuchtluft entfernen Sie durch das Öffnen von Fenstern. Nützlich ist zudem der Einbau eines Lüftungsgitters in der Badtür. Dennoch brauchen Sie einen chemischen oder elektrischen Raumentfeuchter, damit sich kein Schimmel bildet. Die elektrische Variante ist in der Lage, mehrere Liter Wasser aus der Luft zu filtern.
Sanieren Sie Ihr fensterloses Bad, lesen Sie vor der Planung in der DIN 18017-3„Entlüftung von innen liegenden Räumen“, welche Maßnahmen Sie ergreifen müssen.
Eine gängige Lösung zur Entlüftung des Bades ist die dezentrale Lüftungsanlage. Dazu muss eine Wand des Bades eine Außenwand sein. Die Anlage saugt die feuchte Luft nach außen und lässt frische Außenluft ins Bad. Um die Anlage einzubauen, führen Sie eine Kernbohrung oder einen Mauerdurchbruch durch. Damit schaffen Sie einen Kanal für den Luftaustausch. Ihr Vorteil ist die Wärmerückgewinnung, denn die ausströmende warme Luft heizt die einströmende Luft auf. Damit bleiben neunzig Prozent der Wärme erhalten.
Entscheiden Sie sich für eine zentrale Abluftanlage, befördert diese mithilfe eines Ventilators die Luft über einen Lüftungsschacht oder über ein Rohrsystem nach draußen. Der Unterschied dieses Lüfters zur dezentralen Lüftungsanlage liegt darin, dass sie keine Frischluft in das Bad hineinlässt. Deshalb müssen Sie zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um frische Luft in das Bad zu lassen.
Häufige Fehler bei der Badplanung
Planen Sie, Ihr Bad umzubauen, lernen Sie zunächst aus den Fehlern anderer. Es kommt vor, dass der Badplaner den Raum zu ungenau ausmisst. Die Folgen können immens sein. Beispielsweise steht die Toilette nicht komfortabel genug oder die Tür lässt sich nicht weit genug öffnen.
Ein weiterer Fehler mit langfristigen Folgen besteht darin, nicht zu überlegen, welchen Anforderungen das Bad kurz- und langfristig standhalten muss. Ist es für ältere Personen geeignet und bietet es ausreichend Stauraum für eine Familie? Ältere Menschen kommen nicht mehr in die Dusche, weil das Heben der Beine schwerfällt. Auch der Toilettengang verursacht Probleme, weil das Toilettenbecken zu niedrig angebracht ist und eine Aufstehhilfe fehlt.
Nimmt die Zahl der Personen in der Familie zu, streiten sich die Familienmitglieder um das Bad. Widmen sie sich gleichzeitig der Morgenhygiene, ist ein zu kleines Waschbecken ein Desaster. Zudem macht die Morgentoilette wenig Spaß, wenn Sie zu wenig Freiraum für mehrere Personen einplanen. Es kommt zu Rempeleien und Streitereien. Sie lösen das Problem, indem Sie weniger oder weniger tiefe Badmöbel in den Nassraum stellen.
Wägen Sie jedoch ab, denn ein Bad sollte auch ausreichend Stauraum bieten. Vernachlässigen Sie diesen Punkt, ist es ärgerlich, denn Sie müssen mehr Wege laufen, um sich die benötigten Utensilien aus anderen Zimmern zusammenzusuchen.
Fehler machen Sie bei der Badplanung auch, wenn Ihnen das Design wichtiger ist als die Funktionalität des Bades. Dies bemerken Sie schnell, wenn Sie Ihr Bad modern und minimalistisch eingerichtet haben. Es fehlt an Stauraum. Haben Sie kleine Kinder und die Badewanne steht frei, ist Ärger vorprogrammiert. Denn beim Planschen setzen die Kinder das Bad rund um die Badewanne unter Wasser. Dies bedeutet Mehrarbeit für Sie.
Einen Fehler begehen Sie auch, wenn Sie empfindliche Fliesen oder auffällige Farben wählen. Besser ist eine neutrale Optik, wenn sie Ihnen auch noch in mehreren Jahren gefallen soll.
Einen gravierenden Fehler begehen Sie, wenn Sie der Lüftung des Bades nicht ausreichend Beachtung schenken. Denken Sie bei einem innen liegenden Bad unbedingt daran, Möglichkeiten zur Be- und Entlüftung zu schaffen.
