Die Pergola stammt aus der griechischen Architektur und meint ein säulengestütztes Gerüst ohne feste Überdachung, an dem Kletterpflanzen entlangranken können. Im Gegensatz zum antiken Kiosk, der aus der osmanisch/persischen Architektur stammt, war die Pergola nicht überdacht. Heute ist „Pergola“ als Begriff geblieben, meint aber oft eher eine Mischung aus der antiken Pergola und dem antiken Kiosk.
Denn die moderne Pergola wird schon lange nicht mehr nur mit schattenspendenden Pflanzen begrünt. Heute sind teilweise ausziehbare Markisen oder verstellbare Lamellen verbaut, die bei Bedarf vor Regen schützen können.
Freistehende und angebaute Pergola – wo liegt der Unterschied?
Eine angebaute Pergola wird direkt an Ihr Haus oder an ein bestehendes Gartenhaus angebaut. So kann die Pergola zur Terrassenüberdachung werden oder eine Sitzfläche vor Ihrem Gartenhaus überdachen.
Die freistehende Pergola hingegen steht irgendwo mitten im Garten und eignet sich hervorragend als Ort für eine gemütliche Sitzecke. So wird sie zu einem festen Orientierungspunkt für die Gestaltung Ihres Gartens.
Welche Vorteile bietet eine freistehende Pergola?
Eine freistehende Pergola mitten im Garten kann als Überdachung oder Beschattung für verschiedene Gartenbereiche genutzt werden. Den Standort können Sie weitgehend frei wählen. Eine Pergola über einem Pool beispielsweise kann dabei helfen, Teile des Pools zu beschatten, während andere Teile in der Sonne verbleiben.
Eine Pergola über einer Sitzecke mit winterfesten Gartenmöbeln ist eine schöne Möglichkeit auch für den Frühling und den Herbst eine gemütliche Sitzecke im Garten zu schaffen. Auch hier gilt, dass eine nur teilweise Überdachung – etwa durch Markisen oder Pergolen oder durch eine teilweise Begrünung der Pergola – einige Vorteile mitbringen kann.
In einer Sitzecke mit einer teilüberdachten Pergola kann zum Beispiel eine kleine Feuerstelle integriert werden. Der Rauch kann abziehen und das Feuer kann im Frühling und Herbst angenehme Wärme spenden.
Außerdem müssen Sie eine freistehende Pergola nicht in der Hauswand verankern. So wird kein Eingriff an der Hausfassade oder der Dämmung erforderlich.
Welche Nachteile hat eine freistehende Pergola?
Eine freistehende Pergola ist nicht wettergeschützt. Sturm und Starkregen treffen das Gerüst und eine eventuell vorhandene Überdachung mit voller Härte.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man für eine Pergola, die sich harmonisch in das Bild eines Gartens einfügt, einen ausreichend großen Garten benötigt. Wenn der Garten so klein ist, dass die Pergola weite Teile des Gartens bereits einnimmt, verliert das freistehende Gartenelement seinen Charme.
Auch wenn Sie für den Bau einer Pergola oft keine Baugenehmigung benötigen, müssen Abstandsregelung zum Nachbarsgrundstück eingehalten werden. Wenn der Mindestabstand von 3 Metern zur Grundstücksgrenze nicht eingehalten werden kann, muss die Zustimmung des Nachbarn für die Errichtung der Pergola eingeholt werden. Um hier Problemen aus dem Weg zu gehen, lohnt es sich, vor dem Bau der Pergola einen Beratungstermin beim für Sie örtlich zuständigen Bauordnungsamt zu vereinbaren.
Wann ist eine angebaute Pergola die bessere Wahl?
Eine angebaute Pergola ist die beste Wahl, wenn es darum geht einen Bereich unmittelbar vor Ihrer Haustür oder auf Ihrer Terrasse zu überdachen.
Welche Vor- und Nachteile hat die Befestigung am Haus?
Eine angebaute Pergola ersetzt die Terrassenüberdachung. Wenn Sie Ihre Pergola direkt am Haus haben, kommen Sie auch bei Regen trockenen Fußes zu Ihrer Sitzgruppe und können es sich auf Ihrer Terrasse gemütlich machen. Außerdem hält eine Pergola über der Terrasse den Wohnraum im Sommer kühler. Denn wenn vor dem Wohnzimmerfenster die Terrasse durch die Pergola beschattet wird, halten Sie die Sonne auch im Hochsommer effektiv draußen.
Außerdem ist eine angebaute Pergola kein eigenständiges Gartenbauwerk. Wenn sie dazu auch noch weniger als 30 qm Grundfläche hat und nicht mindestens 4,5 Meter tief ist, brauchen Sie in Nordrhein-Westfalen beispielsweise keine Baugenehmigung für die Pergola als Terrassenüberdachung.
Anders als ein Wintergarten am Haus heizt sich eine Pergola im Sommer nicht extrem auf – im Winter hält sie allerdings auch nicht so warm, wie ein Wintergarten es tun würde.
Es gibt auch hier Nachteile. So muss eine Pergola mit Befestigung am Haus an der Fassade befestigt werden. Das bedeutet, dass die Wand bohrbar und stabil sein muss. Eine eventuell sanierte Dämmung kann bei der Befestigung beschädigt werden oder kann sogar dazu führen, dass die Pergola nicht stabil befestigt werden kann.
Platzbedarf und Standort richtig berücksichtigen
Wenn Sie eine Pergola in Köln oder einer anderen Stadt Deutschlands bauen möchten, ist es wichtig als erstes zu wissen, wie groß die Konstruktion tatsächlich werden soll. Dafür müssen Sie erst einmal abklären, welche Funktion Ihre Pergola einnehmen soll.
Als klassische Terrassenüberdachung sollte sie von der Fläche her, Ihrer Terrasse entsprechen. Bei einer freistehenden Konstruktion ist der Zweck besonders wichtig. Wenn Sie eine Sitzecke darunter anlegen möchten, sollten Sie vorher wissen, welche Möbel Sie dort einplanen.
Für einen kleinen Essplatz oder eine Loungeecke für vier Personen müssen Sie mit mindestens 3×3 Metern Fläche rechnen. Ein großer Esstisch oder eine auslandende Lounge-Ecke für mindestens 6 Personen braucht bereits eine Fläche von rund 4×4 Metern.
Soll unter der Pergola noch ein Grill, ein Hängesessel oder eine zusätzliche Liege Platz finden, sollten Sie für diese zusätzlichen Elemente noch einmal eine zusätzliche Breite oder Tiefe von jeweils 1 bis 1,5 Metern einplanen.
Vom konkreten Standort ist abhängig, wie Sie die Überdachung oder Begrünung Ihrer Pergola planen sollten. Bei voller Südausrichtung haben Sie den ganzen Tag Sonne auf Ihrer Pergola. Flexibler Sonnenschutz durch Markisen oder ein Lamellendach ist Pflicht, da es sonst im Sommer sehr heiß wird.
Eine Westausrichtung ist perfekt, um die Abendsonne und die Feierabendstunden zu genießen. Hier wäre jedoch gegen den starken seitlichen Lichteinfall ein zusätzliches seitliches Sicht- und Sonnenschutzelement wichtig.
Wenn Sie sich für eine Ostausrichtung entscheiden, haben Sie in den frühen Morgenstunden etwas Sonne auf Ihrer Pergola. Ab dem Nachmittag liegt der Bereich dann in der Regel im Schatten des Hauses.
Kosten im Vergleich
Die angebaute Variante ist in der Regel etwas günstiger, da hier zwei Säulen durch die tragende Hauswand ersetzt werden. Ansonsten macht das gewählte Material einen großen Preisunterschied aus. Eine angebaute Holzpergola beispielsweise kostet zwischen 500 und 2.500 Euro. Freistehend müssen Sie mit Kosten zwischen 800 und 3.500 Euro rechnen.
Bei einer Pergola aus Aluminium mit einem Lamellendach kommen Kosten zwischen 1.800 und 6.000 Euro bei der angebauten Bauweise und von 2.200 bis 8.000 Euro bei der freistehenden Bauweise auf Sie zu.
Fazit
Sowohl die freistehende als auch die angebaute Pergola haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Welche Variante für Sie die bessere ist, liegt vor allem an der geplanten Nutzung.
