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Treppen sicher bauen und nachrüsten: Was Hausbesitzer und Planer beachten sollten

Foto: © alexandre zveiger / stock adobe

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Treppen sind in Wohngebäuden die häufigste Ursache für ernste Sturzverletzungen. Treppenunfälle betreffen alle Altersgruppen, besonders aber ältere Menschen, Kinder und alle, die in Eile sind. Die gute Nachricht: Die meisten Treppenstürze sind vermeidbar. Die richtigen baulichen Maßnahmen reduzieren das Risiko erheblich.

Ob Neubau oder Bestand: Wer eine Treppe plant, saniert oder nachrüstet, hat viele Möglichkeiten, Sicherheit zu verbessern. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Anforderungen an eine sichere Treppe, was die Normen fordern und welche praktischen Maßnahmen auch in bestehenden Gebäuden möglich sind.

Was eine sichere Treppe ausmacht: normative Grundlagen

In Deutschland regelt die DIN 18065 die Anforderungen an Gebäudetreppen. Sie legt Stufenmaße, Handlaufhöhen, Absturzschutz und weitere Parameter fest. Für private Wohngebäude sind die Vorgaben weniger streng als für öffentliche Gebäude, aber als Orientierung sehr hilfreich. Wichtige Kenngrößen sind Stufenhöhe (Steigung) und Auftrittstiefe (Auftritt) sowie das sogenannte Schrittmaß: 2 x Steigung + Auftritt sollte zwischen 59 und 65 Zentimeter liegen.

Treppen, die außerhalb dieser Normbereiche liegen, sind häufig die Ursache für Stürze, weil der Körper beim Gehen unbewusst auf gleichmäßige Schrittlängen kalibriert ist. Ungleichmäßige Stufen, wechselnde Stufenhöhen oder untypisch tiefe oder flache Auftritte erhöhen das Stolperrisiko erheblich.

SicherheitsmerkmalNorm-EmpfehlungTypisches Risiko bei MissachtungNachrüstbarkeit
HandlaufMind. 1 Seite, 85 cm HöheKein Halt bei StolpernGut möglich
StufenbeschichtungRutschhemmung R9 bis R12Ausrutschen, SturzEinfach nachzurüsten
StufenbeleuchtungStufenmarkierung, LichtFehltritte im DunkelnGut möglich
AbsturzschutzMind. 90 cm GeländerhöheAbsturz über niedrige BrüstungErweiterung möglich
StufenprofilAbgerundet, kein ÜberstandHakenbleiben, StolpernAustausch oder Kante

Wer sich einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte der Treppensicherheit im Wohngebäude verschaffen möchte, findet auf spezialisierten Informationsportalen zur Treppensicherheit im Eigenheim und im Mietgebäude detaillierte Hinweise zu Normen, Materialien und Produkten für Sicherheitsverbesserungen.

Siehe auch  Türschloss austauschen – eine einfache Anleitung

Handläufe: Das unterschätzte Sicherheitselement

Ein solider, gut erreichbarer Handlauf ist das wirkungsvollste Einzelelement zur Sturzprävention auf Treppen. Er erlaubt es, sich beim Auf- und Absteigen abzustützen, und bietet im Fall eines Fehltritts noch die Chance, den Sturz abzufangen. Norm: Der Handlauf soll auf beiden Seiten der Treppe vorhanden sein, wenn die Treppe breiter als 1,20 Meter ist. Bei schmaleren Treppen genügt eine Seite.

In Bestandsgebäuden fehlen Handläufe häufig auf der offenen Seite einer Treppe oder sind zu kurz (enden vor der letzten Stufe). Nachrüsten ist in den meisten Fällen ohne große Eingriffe möglich: Wandmontage mit Konsolen, freistehende Geländerpfosten oder Klemmsysteme bieten Lösungen für fast jede Situation.

Sicherheitstipp

Lassen Sie den Handlauf nicht an der Treppe enden, sondern führen Sie ihn mindestens 30 Zentimeter über die letzte Stufe hinaus weiter. Das ist der kritischste Moment beim Treppensteigen: der Übergang von der Stufe auf die Fläche. Viele Stürze passieren genau an diesem Übergang.

Antirutschbeläge und Stufenmarkierungen

Glatte Treppenstufen aus Stein, Holz oder Fliesen sind ein erhebliches Sturzrisiko, besonders wenn sie feucht sind. Selbstklebende Antirutschstreifen aus Gummi, Kautschuk oder Karborundummasse lassen sich einfach aufkleben und halten typischerweise mehrere Jahre. Professionelle Gummikanten und Aluminium-Kantenprofile mit rutschhemmender Einlage sind für stark frequentierte Treppen empfehlenswert.

Stufenmarkierungen mit Kontrastfarbe erleichtern die visuelle Wahrnehmung der Stufenkante, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen oder für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Helle Farbe auf dunklem Belag oder umgekehrt macht einen großen Unterschied. Auch Leuchtstreifen für Notbeleuchtung sind für schlecht beleuchtete Kellertreppen oder Treppenhäuser sinnvoll.

  • Beleuchtung: Gute Ausleuchtung ohne Schatten ist entscheidend, automatische Sensor-Schaltung empfehlenswert
  • Teppich: Loser Treppenläufer ist gefährlich, befestigt mit Kleber oder Klemmen sinnvoll
  • Schuhe: Rutschfeste Hausschuhe reduzieren das Sturzrisiko in Verbindung mit allen Treppenarten
  • Babygitter: Treppenschutzgitter am Fuß und Kopf der Treppe für Kleinkinder Pflicht
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Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).