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Keller im Eigenheim – Ja oder Nein?

Es gibt durchaus gute Argumente, die für und die gegen einen Keller im Haus sprechen. © photofranz56 / stock adobe

Es gibt durchaus gute Argumente, die für und die gegen einen Keller im Haus sprechen. © photofranz56 / stock adobe

Es gibt durchaus gute Argumente, die für und die gegen einen Keller im Haus sprechen. © photofranz56 / stock adobe

Schnellbau- und Fertighäuser sind immer weiter auf dem Vormarsch, und generell werden Hausbauprojekte in immer kürzerer Zeit fertiggestellt. Hier spielt auch der Keller eine bedeutende Rolle, denn dieser kann nicht – wie der Rest des Gebäudes – aus Fertigteilen gebaut werden.

Diesbezüglich stellt sich also die Frage: Muss es unbedingt ein Keller sein? Oder kann man darauf verzichten und damit Zeit und Geld sparen? Unser Ratgeber geht dieser Fragestellung im Detail nach.

Bedeutung des Kellers

Früher war es üblich, bei nahezu jedem Hausbau einen Keller einzuplanen, der in Mietshäusern meist als Lagerraum oder als Heizraum in Einfamilienhäusern genutzt wurde. Außerdem war der Keller in früheren Zeiten oft notwendig, um Briketts für die Beheizung des Hauses oder der Wohnung zu lagern. Darüber hinaus bot der Kohlenkeller Platz für Konserven, Fahrräder und alte Möbel.

Leider hatten die alten Keller einen gravierenden Nachteil, da die Kellerabdichtungen noch nicht so weit fortgeschritten waren wie heute. Aus diesem Grund waren sie meist feucht und muffig und entwickelten oft Schäden, die nur schwer zu reparieren waren. Der Befall mit Hausschwamm und Schimmel war häufig die Folge, was dann auch die Erdgeschossbereiche beeinträchtigte.

Diese Probleme können heute bei einem nach den aktuellen Bauvorschriften errichteten Kellerbau durch den Einsatz effektiver Fußboden- und Mauerwerksabdichtungen weitgehend vermieden werden. Bei einem modernen Kellerbau sorgen zudem Außendämmungen dafür, dass der Wohnwert im Untergeschoss erhöht wird.

Der eigene Keller – Abwägung von Vorteilen und Nachteilen

Aus bautechnischer Sicht ist der Kellerbau unproblematisch, doch die Entscheidung dafür hängt hauptsächlich von der gewünschten Funktionalität ab. Die individuellen Lebensgewohnheiten der Bauherren und ihren Familien sowie mögliche körperliche Einschränkungen müssen dabei berücksichtigt werden. Auch wenn heutzutage auch Menschen mit Behinderungen den Keller nutzen können, müssen die notwendigen Voraussetzungen bereits bei der Errichtung des Kellers geplant werden.

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Argumente für den Kellerbau

Der Keller bietet eine zusätzliche Etage. Durch den Bau in die Tiefe kann an der Grundfläche des Hauses eingespart werden, während Platz für den Garten, die Terrasse, den Carport und andere Dinge gewonnen wird. Der Keller ermöglicht eine flexible Raumaufteilung, zum Beispiel indem er Platz für eine Waschküche bietet und dadurch Geräusche und Unordnung aus dem Wohnbereich fernhält.

Auch Hobbys wie eine Modelleisenbahn oder ein Bastelraum können im Keller ungestört ausgeübt werden. Kinder haben oft im Keller ihren Platz zum Spielen und Musik hören. Darüber hinaus finden technische Anlagen wie Elektro-, Gas- und Wasserzähler oder Warmwassereinrichtungen im Keller ihren Platz und beeinträchtigen nicht die Raumgestaltung in anderen Bereichen des Hauses.

Ein weiterer Vorteil des Kellerbaus ist eine höhere Immobilienbewertung. Wenn das Haus später verkauft wird, gibt es viel mehr Interessenten für ein unterkellertes Haus als für ein Haus ohne Keller. Der Wert steigt nicht nur durch die größere Nutzfläche, sondern auch durch die zusätzliche Variabilität des Hauses.

Argumente gegen den Kellerbau

Wer ein Haus mit mehreren Etagen baut, sollte bedenken, dass ein großes Treppenhaus nötig ist, um alle Etagen miteinander zu verbinden. Eine solche Treppe besteht aus vielen Stufen, die täglich mehrmals bestiegen werden müssen. Das Treppenhaus beansprucht viel Platz und zählt zu den Räumen im Haus, die schwer zu reinigen und zu beheizen sind.

Mit zunehmendem Alter der Bewohner wird die Nutzung immer anstrengender. Wenn die Kinder ausziehen, bleiben viele Räume ungenutzt – darunter auch der Keller, was zusätzlichen Reinigungsaufwand bedeutet. Ältere Menschen haben oft Schwierigkeiten, mit diesem Aufwand zurechtzukommen.

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Was kostet es, einen Keller für ein Haus zu bauen?

Die Kosten für den Bau eines Kellers können je nach Größe, Art und Standort des Hauses sowie den örtlichen Bauvorschriften stark variieren. Ein grober Richtwert für den Kellerbau liegt bei etwa 400 pro 800 Euro pro Quadratmeter Kellerfläche. Dieser Preis beinhaltet in der Regel die Kosten für Materialien, Arbeitskräfte und eventuelle Genehmigungsgebühren.

Ein Rechenbeispiel für ein typisches Einfamilienhaus könnte demnach wie folgt aussehen:

Ein Keller von durchschnittlicher Größe für ein Einfamilienhaus hat eine Größe von 10 x 10 m = 100 m².  Bei zugrunde liegenden Kosten von 500 Euro pro m² ergibt sich hier ein Preis von ca. 50.000 Euro für den gesamten Keller – ein nicht unerheblicher Betrag in Relation zu den Gesamtkosten für die Erstellung des Gebäudes.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die tatsächlichen Kosten für den Kellerbau von vielen Faktoren abhängen – z. B. der Bodenbeschaffenheit, der Lage des Grundstücks, der Art der Kellerkonstruktion, der Ausstattung und vielem mehr. Es ist daher empfehlenswert, einen erfahrenen Profi wie den Kellerexperten oder Bauunternehmer zu konsultieren, um eine genaue Schätzung der Kosten für den Kellerbau zu erhalten.

Fazit

Ein Keller hat diverse Vor- und Nachteile. Er bietet zusätzlichen Raum für Heizungsanlagen, Hobbyräume, Waschküchen, Vorräte und vieles mehr. Zudem steigert er den Wert des Hauses. Allerdings ist der Bau eines Kellers aufwendig und teuer, und er erhöht die Gefahr für Schäden am Gebäude, zum Beispiel durch eintretendes Wasser. Zudem muss berücksichtigt werden, dass ein Keller weitere Änderungen am Haus mit sich bringt, etwas den Bau eines entsprechend gestalteten Treppenhauses. Auch dies verursacht weitere Kosten. Jeder Bauherr sollte daher genau abwägen, ob ein Keller für seine persönlichen Ansprüche und Voraussetzungen Sinn macht oder nicht.

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Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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