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Ordnung auf der Baustelle – Bau-Chaos vermeiden

Eine ordentliche Baustelle vermindert die Risiken erheblich. Foto leszekglasner via Envato

Eine ordentliche Baustelle vermindert die Risiken erheblich. Foto leszekglasner via Envato

Eine ordentliche Baustelle vermindert die Risiken erheblich. Foto leszekglasner via Envato

Wer baut oder renoviert stellt schnell fest, dass es auf Baustellen manchmal etwas chaotisch zugehen kann. Alle Beteiligten bringen ihr Equipment mit, bauen es auf und gehen ihren Arbeiten nach.

Ordnung und Sauberkeit bleiben dabei häufig auf der Strecke. In einem gewissen Maß ist das normal und unvermeidbar, denn wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Überhand nehmen sollte das Chaos auf der Baustelle aber nicht. Das kann nämlich nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Bauherren und Unternehmer sollten deshalb im eigenen Interesse für Ordnung auf ihrer Baustelle sorgen.

Unordnung auf der Baustelle kostet bares Geld

Zeit ist Geld – besonders auch auf Baustellen. Verzögerungen und Stillstand verursachen Kosten, ohne dass es wirklich vorangeht. Und Unordnung kann dazu einen erheblichen Beitrag leisten. Wenn sich Gewerke gegenseitig im Weg steht und jeder ständig auf der Suche nach seinem Werkzeug und den passenden Materialien ist, werden Zeit und Möglichkeiten nicht optimal genutzt.

Die Arbeitsabläufe sind verzögert. Durch Organisation und Regeln lässt sich das vermeiden. Auf sie zu bestehen, ist das gute Recht von Bauherren und liegt in deren Interesse. Bauherren sollten sich deshalb nicht scheuen, Unternehmen auf entsprechende Missstände anzusprechen.

Unordnung auf der Baustelle erhöht die Risiken

Ordnung ist auch eine Frage der Arbeitssicherheit. Was unnötigerweise herumsteht und herumliegt, wird schnell zur Stolperfalle oder kann abstürzen und Sach- oder gar Personenschaden verursachen. Unordnung erhöht außerdem das Risiko, dass Fehler gemacht werden. Sind Arbeitsmaterialien nicht geordnet, greifen die Arbeiter vielleicht zum falschen Material oder zum falschen Werkzeug.

Liegen beispielsweise Kabel ungeordnet auf der Baustelle herum, sind sie damit erst eine Stolperfalle und werden anschließend vielleicht falsch eingesetzt oder verbaut. Einfache Ordnungshelfer, wie etwa eine professionell eingesetzte Kabelaufbewahrung, wirken solchen vermeidbaren Risiken entgegen.

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Sowohl Bauherren als auch Unternehmer sollten sicherstellen, dass die Voraussetzungen für ordentliches Arbeiten gegeben sind und dass sie auch von den Mitarbeitern auf der Baustelle genutzt werden.

Unordnung kann rufschädigend sein

Dieser Punkt betrifft vor allem Bauunternehmen und Gewerke. Sorgen deren Mitarbeiter für chaotische Zustände auf Baustellen, bleibt das nicht unbemerkt und spricht sich auf Dauer herum. Es ist unwahrscheinlich, dass Bauherren ein solches Unternehmen weiterempfehlen werden.

Für Außenstehende und andere Unternehmen wirkt eine unordentliche Arbeitsumgebung unprofessionell. Die Mitarbeiter zur Ordnung anzuhalten, ist also auch eine Frage des Auftretens eines Unternehmens in der Öffentlichkeit

Unordnung kann juristische Konsequenzen haben

Wie bereits erwähnt, erhöht eine chaotische Baustelle das Unfallrisiko. Es niedrig zu halten, ist aber nicht bloß ein unverbindlicher Ratschlag, sondern rechtlich vorgeschrieben. Wer ein Grundstück erwirbt, ist dort für die Verkehrssicherheit verantwortlich.

Bauherren tragen also rechtlich Verantwortung für das, was auf ihrem Grundstück und damit auf ihrer Baustelle geschieht. Bauträger und Unternehmen müssen sich ihrerseits an vorgeschriebene Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz halten. Kommt es durch Unordnung auf der Baustelle zu einem Unfall, stellt sich deshalb auch die Haftungsfrage.
Im Rahmen der Baustellenverordnung können Unternehmen außerdem Bußgelder drohen, wenn der Arbeitsschutz beeinträchtigt wird. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Notausgänge oder Fluchtwege blockiert sind. Wer für eine ordentliche Baustelle sorgt, ist also nicht nur praktisch, sondern auch juristisch auf der sichereren Seite.

Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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