Grunderwerbsteuer: Kauf und Bau keine Einheit

Immer wieder Streitthema vor Gericht ist die Bemessungsgrundlage, auf der das Finanzamt die Grunderwerbsteuer berechnet.

Wertet der Fiskus den Kaufvertrag eines Grundstücks und den Bauvertrag für die Immobilie als Einheit, verlangt er auf beide Kaufbeträge Steuer. So auch in einem Fall, den das Finanzgericht (FG) Düsseldorf unter dem Aktenzeichen 7 K 417/10 GE entschied. Ein Bauherr kaufte ein Grundstück und schloss einige Wochen später mit einem Bauunternehmen einen Vertrag über die Erstellung einer Doppelhaushälfte. Der Fiskus wertete Kauf- und Bauvertrag als eine Einheit und führte als Begründung an, dass der Bauunternehmer dem Grundstücksverkäufer eine Provision für den Bauvertrag gezahlt hatte. Dieses Argument ließen die Düsseldorfer FG-Richter nicht gelten. Der Bauherr sei in seiner Entscheidung, von wem er sein Haus bauen lasse, völlig frei gewesen. Zudem habe er von der Provisionsvereinbarung nichts gewusst und müsse daher nur auf den Grundstückskauf Grunderwerbsteuer entrichten.