Tapetenarten – Übersicht & Hinweise

Wenn der Frühling sich langsam nähert und man den Winter so richtig satt hat, dann ist oft auch die Zeit, zu der viele Menschen in Ihren eigenen vier Wänden gerne etwas Neues sehen möchten.

Renovieren ist da eine beliebte Tätigkeit. Zumal man die Renovierung mit dem Frühjahrsputz kombinieren und so nicht nur den Staub und Muff des Winters aus dem Haus jagen, sondern den Frühling direkt mit neuen und glänzenden Farben empfangen kann.

Tatsächlich kann die Wandgestaltung eine ganze Menge an der Atmosphäre in einem Zimmer verändern. Von den farblichen Akzenten, die beispielsweise Tapeten mit eher dunkleren Farbtönen in einen Raum bringen, bis hin zu dem frischen Ambiente und dem Gefühl von Ferne, das Sie mit Fototapeten im Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer entfachen können.

Welche Tapetenarten gibt es?

Wer noch nicht so häufig im Baumarkt war, um in der Tapetenabteilung einfach mal nach neuen Anreizen und Inspirationen zu suchen, der steht bei einer Renovierung schnell vor der Frage, welche Arten von Tapeten ihm überhaupt zur Verfügung stehen. Tatsächlich gibt es eine ganze Menge verschiedener Tapetenarten. Hier haben wir einmal die interessantesten und beliebtesten für Sie zusammengestellt und erklären ein paar wichtige Details zu den einzelnen Tapetenarten.

  • Vliestapeten
  • Papiertapeten
  • Textiltapeten
  • Fototapeten
  • Velourtapeten
  • Raufasertapete

Tipp

Eines haben diese Tapetenarten nahezu alle gemeinsam: Es ist immer sinnvoll, vor dem Tapezieren mit einem Tiefengrund zu arbeiten. Das hat einen einfachen Hintergrund. Wenn Sie eine Tapete an die Wand bringen möchten, brauchen Sie die Tapete und Tapetenkleber. Je nach Tapetenart wieder dieser auf die Wand oder auf die Tapete aufgebracht. Unabhängig davon, wie Sie Ihre Tapete kleben möchten – bevor Sie den Kleister oder die Tapete mit dem Kleister auf die Wand bringen, sollten Sie diese mit Tiefengrund vorbereiten.

Damit nehmen Sie der Wand nämlich ein gutes Stück weit die Saugfähigkeit und verhindern, dass der Kleber zu schnell in die Wand einzieht. Ohne diesen Effekt kann es schnell passieren, dass sich Tapeten schon nach relativ kurzer Zeit wieder wie von selbst lösen.

Vliestapeten

Sie sind der neueste Stand der Tapetentechnik und heute die beliebteste Tapetenart überhaupt. Das liegt vor allem an ihrer leichten Verarbeitung. Da die Vliestapete aus einem Vliesmaterial besteht, das einseitig imprägniert wurde und das überwiegend aus Textilfasern und Zellstoff besteht, arbeitet die Vliestapete nicht so stark wie manche anderen Tapetentypen.

Generell ist das Anbringen dieser Tapete ein Kinderspiel. Anders als bei den meisten anderen Tapetenarten können Sie hier den Kleister direkt auf die Wand geben. Dann legen Sie die Tapete auf und rücken diese zurecht. Schon sitzt die erste Reihe. Dass viele Vliestapeten aufgrund ihrer festen und dichten Struktur auch abgewaschen werden können, ist vor allem für Halter von Haustieren und für Familien mit Kindern ein echter Vorteil. Für die Verarbeitung gibt es separaten Vliestapeten-Kleister, der hier für den absoluten Halt sorgt.

Papiertapeten

Papiertapeten sind der absolute Klassiker. In allen Farben und mit allen Formen kann man sie auch heute noch in jedem Baumarkt und in vielen Tapetenfachgeschäften beziehen. Generell gilt hier die Faustregel: Je schwerer die Tapete, desto höher ist die Qualität. Das Problem dabei ist nur, dass gleichermaßen auch der folgende Grundsatz gilt: Je schwerer die Tapete, desto schwerer wird im Endeffekt auch wieder die Verarbeitung.

Papiertapeten können Sie nur mit klassischem Tapetenkleister verarbeiten. Generell ist der Verarbeitung hier relativ langwierig und schwierig. Sie benötigen einen Tapeziertisch und vor allem eine Menge Tapetenkleber. Dieser wird dann großzügig auf der Hinterseite der Tapete aufgetragen. Anschließend muss die Tapete etwas in dem Kleber weichen. Danach wird die Tapete auf die Wand aufgebracht und muss sich hier erst einmal setzen.

So schwer wie der Verarbeitung, so kompliziert ist auch die Entfernung der Papiertapete. Während sich die meisten Vliestapeten in einem Ruck abziehen lassen, müssen Sie Papiertapeten in aller Regel mit dem Spachtel auf den Leib rücken.

Textiltapeten

Sie gehören zu den ältesten Tapetentypen überhaupt – kommen aber heute kaum noch zur Anwendung. Die Textiltapete hat spätestens mit dem Einzug der Vliestapete weitgehend ausgedient. Sie besteht aus einem Untergrund aus Papier oder Vlies, auf dem dann Textilgewebe aufgeklebt wird. Das kann von Kettfäden bis hin zu Filz oder Wolle tatsächlich jedes Gewebe sein.

Fototapeten

Sie gehört zu den absoluten Highlights in der Tapetenwelt aktuell. Die Fototapete kann beeindrucke Bilder in Ihre Räumlichkeiten zaubern. Von einem endlosen grünen Wald über einen Traum von einem Sandstrand bis hin zur Skyline einer Weltmetropole – hier ist nahezu alles denkbar und die Zahl der möglichen Motive ist endlos.

Manche Anbieter geben Ihnen auch die Möglichkeit, Ihre Fototapete mit eigenen Motiven zu erstellen. So können Sie beispielsweise Ihre Urlaubserinnerungen in einer Fototapete verewigen. Auch die Fototapete kommt auf Grundlage einer Papier- oder Vliestapete daher. Doch anders als die beiden anderen Typen besteht bei der Fototapete die zweite Schicht eben aus dem sehr facettenreich bedruckten Foto.

Gerade wenn eine Fototapete aus mehreren Teilen besteht, ist es allerdings eine echte Kunst, diese allein richtig anzubringen. Denn natürlich müssen hier auch alle Übergänge perfekt zueinander passen, sodass das Bild am Ende ein schönes Großes und Ganzes ergibt.

Velourtapeten

Velourtapeten sind ein echter Hingucker für alle, die es gern etwas heimelig, aber dabei auch elegant mögen. Bei dieser Tapete wird ein Velourmuster auf eine Papier- oder Vliestapete aufgebracht. Dieses wird durch Beflockung auf die Tapete gebracht. Die beflockten Stellen sind dabei sehr weich anzufassen. Die Velourtapete wirkt unter den Tapeten, die Ihnen so im Baumarkt in der Tapetenabteilung begegnen, mit Abstand am elegantesten und exklusivsten.

Raufasertapeten

Die Raufasertapete hat drei Papierlagen, zwischen denen Holzfasern und Späne eingearbeitet sind. So erhält sie diese nicht gleichmäßig strukturierte Optik. Verklebt wird die Raufasertapete ziemlich ähnlich wie eine klassische Papiertapete. Allerdings bringt die Raufaser den Vorteil, dass sie in aller Regel viel stabiler ist und bei Bedarf einfach problemlos übergestrichen werden kann.

Dass sie zu rund 90 Prozent aus Recyclingpapier besteht, macht sie auch für Freunde von nachhaltigen Entscheidungen bei der Auswahl von Möbeln und Tapeten durchaus Sinn. Auch hier bemisst sich die Qualität in aller Regel nach der Dicke und dem Körnungsgrad der Tapete.

Fazit

Es gibt natürlich noch deutlich mehr Tapetenarten am Markt – die hier genannten sind allerdings mit Sicherheit die wichtigsten. Wie spannend das Thema Tapezieren sein kann und wie beliebt es heute bereits ist, zeigt der Umstand, dass auch die Stiftung Warentest eine Reihe von Ratschlägen und Tipps zum Thema Tapezieren auf den Weg gebracht hat.


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