Als Single ins eigene Heim – So lässt sich eine Immobilie allein finanzieren

Auch Singles streben zunehmend nach Wohneigentum. Wie können Alleinstehende ihre Immobilie am besten finanzieren?

Mehr denn je streben gegenwärtig viele Menschen nach einem Plus an Lebensqualität und finanzieller Sicherheit auch im fortgeschrittenen Alter. Ein Weg, genau diese beiden Ziele zu erreichen und miteinander zu vereinen, ist die Investition in ein Eigenheim. Oft wird dabei allerdings angenommen, dass der Hausbau oder der Kauf einer Eigentumswohnung nur als Paarprojekt realisierbar ist. Das stimmt nicht – neben Doppelverdienern haben auch Alleinstehende die Möglichkeit, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Das gilt zumindest dann, wenn sie bestimmte Besonderheiten beachten.

Singles müssen sorgfältiger planen

Nicht nur viele Paare sehnen sich nach einem Umzug in ein Eigenheim. Auch viele Alleinstehende tragen sich mit dem Gedanken an einen Immobilienkauf. Im Vergleich zu verheirateten Paaren setzen diesen Plan vergleichsweise wenige Singles in die Tat um. Doch was hält sie davon ab, in Wohneigentum zu investieren? Bei ihrem Vorhaben bremst sie neben steigenden Immobilienpreisen auch die Vorstellung, eine Immobilienfinanzierung wäre nur bei Doppelverdienern möglich.

Das Gegenteil lässt sich gerade in sogenannten „Schwarmstädten“ beweisen. So werden Metropolen bezeichnet, in die vornehmlich junge Menschen im Alter von etwa 20 bis 35 Jahren von ländlichen Regionen ziehen. In der Stadt finden sie ein breites Bildungsangebot und optimale berufliche Perspektiven vor. Singles suchen beispielsweise verstärkt nach Immobilien in Dresden, Leipzig, München, Frankfurt am Main oder Heidelberg.  

Alleinstehende sollten den Traum von den eigenen vier Wänden nicht von vornherein verwerfen, sondern sich vielmehr bewusst sein: Geht es um die Finanzierung eines Hausbaus oder eines Wohnungskaufs, kommt es insbesondere bei Singles auf solide Finanzen und eine sorgfältige Finanzierungsplanung an. Banken legen bei der Darlehensvergabe im Wesentlichen auf die Einkommens- und Vermögenssituation des Antragstellers Wert. Ob die Finanzierung allein oder mit einem Partner gestemmt werden soll, spielt hingegen keine entscheidende Rolle.

Das bedeutet: Auch für Singles ist es möglich, einen Umzug ins Eigenheim zu realisieren. Da die Finanzierungslast hier allerdings von nur einer Person getragen wird, ist eine sehr genaue Planung essenziell.

Singles müssen ihre Ausgaben genau im Blick behalten

Überall in Deutschland wird Wohnen zu einem teuren Vergnügen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass auch viele Alleinstehende eine eigene Immobilie erwerben möchten. Zwar will diese natürlich bezahlt werden – allerdings stellt sie einen beständigen Wert und eine Sicherheit fürs Alter dar.

Soll die Finanzierung einer Wohnung oder eines Hauses jedoch allein, ohne die finanzielle Unterstützung einer weiteren Person bewältigt werden, ist sorgfältiges Abwägen erforderlich. Schließlich lastet die gesamte finanzielle Verantwortung des Immobilienkaufs hier auf den Schultern von nur einem Kreditnehmer.  

Besonders wichtig ist darum, die eigene Finanzsituation kritisch zu überprüfen. Schließlich ist die Immobilienfinanzierung nur dann wirklich realisierbar, wenn Singles dennoch etwa 1.000 Euro im Monat zum Leben bleiben. Auch Banken gehen nämlich prinzipiell davon aus, dass monatliche Rückzahlungsraten höchstens 30 Prozent des insgesamt verfügbaren Nettoeinkommens ausmachen sollten. Andernfalls ist die finanzielle Belastung zu hoch.

Singles müssen mehr Eigenkapital mitbringen

Wer eine Immobilie allein finanzieren möchte, muss den erforderlichen Eigenkapitalanteil ganz allein mitbringen. Zusätzlich dazu wird von den Banken oft auch ein höherer Eigenkapitalanteil erwartet als von einem Paar. Meist liegt der erforderliche Eigenkapitalanteil für Alleinstehende bei rund 20 Prozent.

Obwohl diese Praxis erst einmal nachteilig und unfair klingen mag, bringt sie durchaus Vorteile mit: Der höhere Eigenkapitalanteil reduziert die Darlehenssumme und verhilft zu niedrigeren Zinssätzen sowie Rückzahlungsraten.

Tilgung: Weniger ist für Singles nicht gleich mehr

In Deutschland werden Immobiliendarlehen besonders oft als sogenannte Annuitätendarlehen vergeben. Dabei setzt sich die monatliche Rückzahlungsrate aus einem Tilgungs- sowie einem Zinsanteil zusammen. Das hat zur Folge, dass die monatliche Rückzahlungsrate über die komplette Darlehenslaufzeit gleichbleibt – Zins- und Tilgungsanteil variieren jedoch.

Die gleichbleibenden Raten machen es dabei möglich, längerfristig einen Überblick über die eigene Finanzsituation zu behalten. Zu bedenken ist allerdings: Die Rückzahlungsrate sollte nicht zu niedrig ausfallen. Obwohl eine niedrigere Rückzahlungsrate erst einmal komfortabel erscheint, verlängert sie gleichzeitig den Rückzahlungszeitraum. Schließlich werden mit einer niedrigen Rückzahlungsrate erst einmal quasi nur Zinsen zurückgezahlt – der Tilgungsanteil hingegen ist gering. Gerade Singles sollten jedoch bei der Finanzierung von Wohneigentum darauf achten, dass die Tilgung mindestens bei 2 Prozent liegt, um die Rückzahlung nicht zu sehr in die Länge zu ziehen.

Die Absicherung des Eigenheim-Projekts ist wichtig

Für Singles, die eine Immobilie kaufen oder bauen möchten, ist die Absicherung ihres Wohnprojekts besonders wichtig. Gleichzeitig sollten sie Wert darauf legen, einen ausreichenden Finanz-Puffer zu schaffen.

Das heißt: Insbesondere Alleinstehende müssen sich darum bemühen, dass günstige Zinsen bei der Wohnvorhabens-Finanzierung garantiert sind. Ein möglichst niedriger Zins sollte dabei auch nach dem Zinsfestschreibungszeitraum gelten.

Außerdem zu berücksichtigen: Für Singles ergibt es meist weniger Sinn, auf Finanzierungsangebote mit Sondertilgungsmöglichkeiten zu achten. Auch wenn sich Sonderrückzahlungen realisieren ließen, ist es die zumeist bessere Lösung, zur Verfügung stehendes Geld zum Aufbau eines Finanz-Puffers zu verwenden. So steht es im Bedarfsfall immer noch für unerwartete Ausgaben zur Verfügung.

Zusätzlich dazu sollten Singles daran denken, ihr Vorhaben durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern. So ist sichergestellt, dass die monatlichen Finanzierungsraten auch dann gezahlt werden können, falls der Kreditnehmer seine Tätigkeit aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht mehr ausüben kann.


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