Immobilienmakler werden – der Weg zum Makler

Es ist längst einer der Berufe, den sich mancher als Plan B gut vorstellen kann, wenn es mal im eigenen Job nicht mehr so laufen sollte. Dabei machen sich die wenigsten Gedanken darüber, was wirklich hinter dem Beruf eines Immobilienmaklers steckt.

Das Bild, das in vielen Fernsehserien von Immobilienmaklern vermittelt wird, ist eher das eines einfachen Berufs mit recht hohen Verdienstchancen.

Man muss allerdings berücksichtigen, dass ein Immobilienmakler im wirklichen Leben eher selten lukrative Villen oder sehr hochwertige Immobilien zu niedrigen Preisen auf den Markt werfen kann. Hinzu kommt, dass ein Immobilienmakler deutlich mehr Aufgaben hat, als nur Immobilien zu verkaufen. Wer Makler werden möchte, sollte sich vorher eingehend mit dem Berufsbild und den Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Immobilienmakler befassen. Wir haben in der Folge die wichtigsten Informationen in diesen Bereichen einmal für Sie zusammengefasst.

Was macht ein Immobilienmakler?

Wer Immobilienmakler werden möchte, sollte sich als Erstes unbedingt mit dem klassischen Arbeitsalltag eines Immobilienmaklers vertraut machen. Zu diesem Thema kursieren nämlich einige sehr irrige Ansichten. Da wäre beispielsweise die Idee, dass Makler ja erst zum Nachmittag hinarbeiten, da die meisten Hausbesichtigungen erst später am Tag stattfinden.

Ein Makler kann allerdings gar keine Hausbesichtigungen durchführen, wenn er keine Häuser im Angebot hat. Gerade zu Beginn einer Maklerkarriere werden die Verkäufer von Häusern nicht bei Ihnen Schlange stehen. Sie müssen sich erst einmal einen Namen machen. Das bedeutet bei potenziellen Verkäufern Klinken putzen.

Haben Sie ein Objekt unter Vertrag genommen, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Es muss ein aussagekräftiges Exposé zur Immobilie erstellt werden. Die Immobilie selbst muss im Internet und ggf. auch in der Zeitung inseriert werden. Rechtliche Hürden, die einem Kauf im Weg stehen könnten, müssen ausfindig gemacht und im besten Fall beseitig werden. Zusätzlich sollte ein Makler seine Immobilien genau kennen – inklusive aller Macken und Schwächen.

Dann gilt es mit dem Verkäufer zu prüfen, was eventuell vor einem Verkauf noch am Haus gemacht werden sollte, um den Preis und die Verkaufschancen zu optimieren. Kleinere Verschönerungen und einfache Arbeiten können zu diesem Zeitpunkt noch erledigt werden, wenn der Verkäufer seine Chancen am Markt so steigern möchte.

Dann steht der Besichtigungstermin an. Der Makler begleitet potenzielle Käufer zu seinem Verkäufer und hilft diesem bei der Präsentation des Hauses. Anschließend bleibt der Makler mit den Interessenten in Kontakt, reicht Informationen nach, unterstützt bei der Suche nach einer passenden Finanzierung und prüft die Bonität potenzieller Käufer, bevor er ein Haus für sie blockt.

Ist der Kauf unter Dach und Fach, muss der Makler noch die rechtlichen Schritte hin zu Notar, Grundbucheintragungen etc. begleiten. Erst nach Überweisung des Kaufpreises und Übergabe des Hauses ist die Arbeit des Maklers beim Verkauf erledigt und erst nach getaner Arbeit fließt die Bezahlung.

Makler, die zusätzlich Vermieter als Kunden haben, suche nach passenden Mietern für Wohnungen oder Häuser und müssen hier eine gewisse Vorauswahl treffen. Die Arbeit für die Präsentation der Immobilie ähnelt der für einen Verkauf. Hier endet die Tätigkeit allerdings mit der Unterschrift des Mietvertrages.

Besonders anspruchsvoll sind oftmals Kunden, die ihren Makler beauftragen, in ihrem Auftrag eine Immobilie zu suchen. Hier muss nicht nur nach einer passenden Immobilie gesucht werden – auch die fortlaufende Betreuung der oftmals recht finanzkräftigen Kunden ist hier ein wichtiger Faktor.

Voraussetzungen als Immobilienmakler

Tatsächlich sind die Hürden für alle, die Immobilienmakler werden möchten, in Deutschland recht niedrig. Der Immobilienmakler ist kein Lehrberuf und es werden keine konkreten Abschlüsse verlangt, um sich Immobilienmakler nennen zu dürfen.

Es braucht lediglich ein polizeiliches Führungszeugnis und Geschäftsfähigkeit – dann darf man als Immobilienmakler tätig werden. Nun muss nur noch ein Gewerbe angemeldet werden, und die Kundensuche kann beginnen.

Einzig Personen mit:

  • Steuerschulden
  • einem laufenden Insolvenzverfahren
  • einem Eintrag ins Schuldnerverzeichnis

müssen hier mit Einschränkungen leben.

Was verdienen Immobilienmakler?

Wer sich die Höhe der Maklercourtage vor Augen hält, wenn er ein Haus kauft, könnte schnell den Eindruck gewinnen, jeder Immobilienmakler müsste im Geld schwimmen. Dem ist allerdings nicht so. Grundsätzlich besteht hier natürlich ein erheblicher Unterschied zwischen einem selbstständigen Immobilienmakler und einem fest angestellten Immobilienmakler in abhängiger Beschäftigung.

Wie hoch das Einkommen eines selbstständigen Immobilienmaklers ist, hängt vom Erfolg als Makler und von den Kosten des Maklers für sein Maklerbüro und für mögliche Angestellte etc. ab. Für einen fest angestellten Immobilienmakler liegt das Gehalt im Schnitt – je nach Berufserfahrung – zwischen 2.900 Euro und 3.400 Euro brutto im Monat.

Der Weg zum Immobilienmakler

Wie erwähnt ist der Immobilienmakler kein Beruf, für den es eine vorgeschriebene Ausbildung gäbe. Wer allerdings ernsthaft mit dem Gedanken spielt, Immobilienmakler zu werden, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Qualität im Job nur von einer fundierten Ausbildung und gutem Grundwissen kommen kann.

Hinzu kommt, dass der Markt sich schnell selbst reguliert. Bei rund 35.000 Immobilienmaklern in Deutschland muss man als Makler schon eine gewisse Qualität mitbringen, um überhaupt erfolgreich in dem Beruf arbeiten zu können.

Mögliche Ausbildungswege, auf die Sie eine Tätigkeit als Immobilienmakler aufbauen können sind dabei:

  • Eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder zum Kaufmann für Grundstücks- und Wohnungswesen
  • Ein Bachelorstudiengang Immobilienwirtschaft oder ein Studium zum Betriebswirt Immobilienmanagement
  • Ein Fernstudium zum Immobilienfachwirt oder zum geprüften Immobilienmakler
  • Generell sollten Sie offen für Fortbildungen und für zusätzliche Online-Kurse im Immobilienbereich sein.
  • Sollten Sie im Anschluss Ihre Studium oder Ihre Fortbildung selbst im Immobilienbereich Schulung für andere zur Verfügung stellen wollen, so bieten sich hier strukturierte Schulungsysteme an.

Ein Fernstudium zum geprüften Immobilienmakler eignet sich besonders für diejenigen, die Immobilienmakler werden wollen und Quereinsteiger sind, die vorher bereits einen kaufmännischen Beruf ausgeübt haben. Bei einem Wocheneinsatz von rund 10 Stunden beträgt die durchschnittliche Studiendauer 12 Monate. Die Kosten für diesen Studiengang belaufen sich auf 1.500 – 3.000 Euro – je nach Anbieter.

Wer den Weg über die Ausbildung als Immobilienkaufmann gehen möchte, muss diese dreijährige Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule durchlaufen und anschließend seine Prüfung vor der IHK ablegen. Ein anschließendes Bachelorstudium im Bereich Immobilienwirtschaft dauert ca. sechs Semester, kann aber auch berufsbegleitend als Fernstudium absolviert werden.

Fazit

Wer Immobilienmakler werden möchte, sollte also über ein fundiertes Fachwissen verfügen und wissen, worauf er sich bei diesem Job tatsächlich einlässt. Arbeitszeiten bis spät in den Abend sind für einen Immobilienmakler keine Seltenheit.

Immobilienmakler zu werden kann auch Kosten verursachen – wenn Sie als Quereinsteiger beispielsweise ein Fernstudium absolvieren, um die notwendigen Kenntnisse in dem Bereich zu erlangen. Solche Kosten können Sie allerdings von der Steuer absetzen. Darüber hinaus sind diese durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig.


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