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Wieviel ein Immobilienmakler kostet und was er tut für’s Geld
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Immobilienmakler erhalten eine erfolgsabhängige Vergütung. Diese Provision oder auch Courtage wird auf Grundlage des tatsächlich erzielten Kaufpreises berechnet. Welche Leistungen bietet ein guter Immobilienmakler für sein Geld? Immobilienmakler Kosten im Überblick.
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Um gleich zu Beginn einen weitverbreiteten Irrtum auszuräumen: Das sogenannte Bestellerprinzip gilt derzeit (Stand: März 2019) ausschließlich für die Vermietung von Immobilien. Bestellerprinzip bedeutet, dass die Immobilienmakler Kosten allein vom Auftraggeber durch Provision bzw. Courtage erhält. Bei der Vermietung einer Wohnung oder eines Hauses zahlt also ausschließlich der Eigentümer respektive der Vermieter als Auftraggeber die Maklercourtage.

Das Bestellerprinzip bei der Vermietung gilt seit dem 1. Juni 2015. In der Zeit davor mussten Mieter die Courtage zahlen, sofern der Mietvertrag durch die Vermittlung eines Immobilienmaklers zustandegekommen war. In der Großen Koalition gibt es nunmehr (ebenfalls Stand März 2019) Bestrebungen, dieses Bestellerprinzip auch auf den Verkauf bzw. Kauf von Häusern und Wohnungen anzuwenden. In dem Fall würde allein der Verkäufer einer Immobilie die Immobilienmakler Kosten (Courtage) nach einer erfolgreichen Vermarktung und einer Immobilie zahlen.

Wie hoch ist die Courtage bzw. Provision eines Immobilienmaklers?

Die Maklercourtage beträgt, von wenigen Ausnahmen (Bundesländer) abgesehen 6 Prozent des Verkaufspreises einer Immobilie zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Dies ergibt alles in allem 7,14 Prozent des Verkaufspreises. In 11 der 16 Bundesländer bezahlen Käufer und Verkäufer in der Regel die Maklerprovision je zur Hälfte. In den fünf Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen übernimmt die Maklerprovision allein der Käufer.

Welche Leistungen bietet ein Immobilienmakler für seine Maklercourtage?

Gute Immobilienmakler bieten ihren Auftraggebern zahlreiche unterschiedliche Dienstleistungen. Denn bevor am Ende ein Haus oder eine Wohnung durch die Vermittlung eines Immobilienmaklers verkauft werden kann, muss Vieles passieren. Mit einer Verkaufsanzeige in einem Immobilien-Onlineportal oder einer Anzeige in der regionalen Tageszeitung ist die Arbeit eines Immobilienmaklers bei Weitem nicht erledigt.

Zwar verkaufen sich Häuser und Wohnungen dank der historisch niedrigen Hypothekenzinsen und der damit verbundenen hohen Nachfrage nach Wohneigentum einfacher als noch vor 20 oder 30 Jahren. Aber sie verkaufen sich eben auch nicht von selbst. Ein Makler muss schon Einiges dafür tun, um eine Wohnung oder ein Haus zu präsentieren und dabei möglichst die Vorzüge dieser Immobilie herauszustellen.

Das sind die wichtigsten Unterlagen beim Verkauf einer Immobilie

Jede Immobilie hat ihre eigene Geschichte, gleichsam einen individuellen Lebenslauf. Je weniger Lücken dieser aufweist und je mehr aussagekräftige Unterlagen zur Verfügung stehen, desto einfacher finden Verkäufer und Käufer zusammen. Immobilienmakler helfen bei der Beschaffung von Unterlagen, die nicht greifbar oder sogar abhandengekommen sind. Dazu zählen beispielsweise der Energieausweis, die Berechnung der Wohnfläche, der Kubatur und anderes.

Der Immobilienmakler hilft bei der Bestimmung eines marktgerechten Preises

Auch beim Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses liegen zwischen dem Wunsch des Verkäufers und der Wirklichkeit, also dem angemessenen Preis, oft Welten. Erfahrungsgemäß haben nämlich viele Verkäufer keine realistischen Vorstellungen von den Marktwerten ihrer Immobilien. Ein erfahrener und mit den regionalen Marktverhältnissen bestens vertrauter Immobilienmakler holt den Verkäufer auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Makler bestimmt in der Regel anhand unterschiedlicher Faktoren wie Lage, Größe, Ausstattung, Baujahr und Zustand den marktgerechten Preis der Wohnung oder des Hauses.

Warum die Präsentation einer Immobilie beim Verkauf so wichtig ist

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb zählt gutes Marketing zu den Kernkompetenzen eines Immobilienmaklers. Dies bedeutet: Das Exposé, sozusagen die Visitenkarte der Immobilie, muss Vieles bieten. Das Exposé muss verständlich und aussagekräftig mit ästhetisch ansprechenden Bildern gestaltet sein. Ziel eines solchen Exposés ist es, Kaufinteressenten objektiv und auch emotional anzusprechen.

Gute Immobilienmakler kennen potenzielle Immobilienkäufer

Ein erfahrener und regional gut vernetzter Immobilienmakler hat in der Regel eine recht große Interessenten- und Kundenkartei. Diese Kundenkartei erleichtert die treffsichere Präsentation neuer Verkaufsobjekte erheblich und ermöglicht oft einen zügigen Verkauf der Immobilie.

Weshalb der Immobilienmakler Besichtigungstermine organisieren sollte

Gute Immobilienmakler treffen eine Interessentenauswahl. Im Anschluss vereinbaren sie Besichtigungstermine und führt diese auch oft durch. Das nimmt dem Verkäufer viel Arbeit und auch einige Mühe ab. Die auf Grundlage der Besichtigung ausgewählten ernsthaften Kaufinteressenten erleichtern dem Verkäufer eine zeitnahe Entscheidung.

Deshalb sollte sich der Immobilienmakler um einen Notartermin kümmern

Nachdem Verkäufer und Käufer sich geeinigt haben, organisiert der Immobilienmakler im Auftrag einer oder beider beteiligten Parteien den Notartermin. Wichtig: Erst nachdem der Käufer den notariellen Kaufvertrag unterschrieben hat, erhält der Makler die vereinbarte Vergütung, also die Maklercourtage. Diese zusätzlichen Tätigkeiten übernimmt ein guter Immobilienmakler.

Oft liegt der Teufel im Detail. Kleinigkeiten machen nicht selten den Unterschied zwischen einem guten und einem nicht (ganz) guten Immobilienmakler aus. Es gibt weitere Dienstleistungen, die für einen guten Immobilienmakler selbstverständlich sind. Beispielsweise regelmäßige Informationen über den aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen. Auch stimmt er unklare oder strittige Details im Kaufvertrag zwischen den Parteien ab. Besonders wichtig: Ein guter Immobilienmakler bietet dem Verkäufer häufig auch die Bonitätsprüfung eines oder mehrerer Kaufinteressenten an. Nicht zuletzt: Der Makler übernimmt die Schlüsselübergabe und erstellt gemeinsam mit dem Verkäufer und dem Käufer ein rechtskräftiges Übergabeprotokoll.

Was ist davon zu halten, wenn ein Immobilienmakler kostenlos für den Käufer oder für den Verkäufer arbeiten möchte?

Zugegeben, Immobilienmakler haben nicht den besten Ruf. Das liegt bisweilen auch daran, dass sie einem Immobilienkäufer oder Immobilienverkäufer anbieten, kostenlos für sie zu arbeiten. In diesem Fall könnten durchaus Zweifel an der Seriosität aufkommen, wenn der Immobilienmakler Kosten verneint.

Denn Hand auf´s Herz: Wer gute Arbeit abliefert oder eine gute Dienstleistung erbringt, darf und soll dafür auch angemessen bezahlt werden. Ein Immobilienkäufer oder ein Immobilienverkäufer kann ja ebenfalls zu Recht für seine gute Arbeit in der Firma ein angemessenes Einkommen erwarten. Nicht zuletzt: Der Immobilienmakler wird erfolgsabhängig vergütet. Er bekommt also nur dann seine Maklercourtage, falls das Haus oder die Wohnung tatsächlich verkauft wurde. Das Angebot eines Immobilienmaklers, kostenlos zu arbeiten, ist keinen Cent wert, wenn er die Immobilie nicht verkaufen kann.

So erkennt man einen seriösen Immobilienmakler

Es gibt zahlreiche Kriterien, anhand derer ein Immobilienkäufer oder Immobilienverkäufer die Seriosität und damit auch die Qualität eines Immobilienmaklers erkennen kann. Die Wichtigsten:

  • Anzahl und Wertigkeit der Referenten
  • Zugehörigkeit zu einem Berufsverband
  • Vorhandensein einer Berufshaftpflichtversicherung
  • Anzahl und Qualität der vom Makler angebotenen Objekte
  • Keine zusätzlichen Gebühren für die Erstellung eines Exposés, für die allgemeine Beratung, die Durchführung von Besichtigungsterminen. Sämtliche Dienstleistungen sind in der Maklercourtage nach einem erfolgreichen Kauf oder Verkauf der Immobilie enthalten.

Tipp: Auch bei Immobilienmaklern ist es wie in anderen Bereichen des Lebens. Wer gute Arbeit leistet, wird von Kunden gern weiterempfohlen. In aller Regel sind Empfehlungen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis brauchbar. Allerdings auch Warnungen vor schlechter Arbeit oder unseriösen Angeboten eines Maklers. Ist Seriosität und das nun, von Ihnen gewonnene, Wissen gegeben, brauchen Sie Immobilienmakler Kosten nicht scheuen.

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Anmerkung der Redaktion: Der Autor dieses Textes ist kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt, sondern Wirtschafts- und Finanzjournalist. Finanzjournalisten ist rechts- und steuerberatende Tätigkeit per Gesetz untersagt. Der Text dient lediglich der Information von Steuerzahlern und (angehenden) Bauherren oder Immobilienkäufern. Eine Beratung oder gar konkrete Empfehlungen enthält der Text nicht. Diese sind auch nicht beabsichtigt. Obwohl die für den Text verwendeten Quellen als zuverlässig gelten, wird keine Garantie für die Richtigkeit übernommen. Die Ausführungen und Erklärung können und sollen das Gespräch mit einem Steuerberater und/oder Rechtsanwalt nicht ersetzen.

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