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Tapezieren oder Streichen – Pro & Contra

Tapezieren oder Streichen Kommt drauf an, was passt. Foto ©Ingo Bartussek stock adobe

Tapezieren oder Streichen Kommt drauf an, was passt. Foto ©Ingo Bartussek stock adobe

Tapezieren oder Streichen Kommt drauf an, was passt. Foto ©Ingo Bartussek stock adobe

Es ist eine Frage des ganz persönlichen Geschmacks – möchten Sie Ihr Haus oder einzelne Zimmer lieber tapezieren oder doch lieber die Wände streichen?

Dabei scheiden sich letztlich die Geister, denn tatsächlich haben beide Varianten ihre Vorteile. Von der einen richtigen Lösung kann man hier daher sicherlich nicht sprechen – sehr wohl aber von der Lösung, deren Vorteile Sie mehr ansprechen.

Um Ihnen zu ermöglichen, sich die Vorteile der beiden Varianten genauer anzusehen und sie gegenüberzustellen, haben wir im vorliegenden Artikel die wichtigsten Fakten rund um die Themen Tapezieren und Streichen für Sie zusammengetragen.

Sie werden sehen, dass die Frage tapezieren oder streichen gar nicht einheitlich für ein ganzes Haus oder eine ganze Wohnung beantwortet werden muss bzw. beantwortet werden kann. Im Endeffekt können Sie sich diese Frage bei jedem Raum aufs Neue stellen.

Manchmal macht es sogar Sinn, von Raum zu Raum zu variieren. Denn wo ein Raum eher die perfekten Gegebenheiten für einen schönen Wandanstrich bietet, tut der Optik in einem anderen Raum eine passende Tapete vielleicht eher gut.

Tapezieren oder Streichen – was ist besser?

Eine Frage, die unter Anhängern der jeweiligen Variante durchaus zu Streit führen kann. Denn Experten sind sich einig: Wer sich einmal für eine Variante entschieden hat, bleibt in der Regel auch bei dieser. Das erkennt man beispielsweise daran, dass in den meisten Fällen Wände, die vorher gestrichen waren, auch später wieder gestrichen werden. Andere Räume, in denen Tapeten an den Wänden hingen, werden auch später wieder tapeziert.

Dass Sie mit beiden Varianten Ihrer persönlichen Kreativität freien Lauf lassen können, steht außer Frage. Dennoch stoßen auch beide Einrichtungsideen an ihre Grenzen.

Tapezieren

Es gab eine Zeit, da hat man Papiertapeten genommen, diese ausreichend lange eingekleistert liegen lassen und sie dann fest an die Wand gedrückt. Diese Zeit ist lange her – seitdem hat sich die Auswahl an verschiedenen Tapetenarten und Tapetenstoffen erheblich verändert. Ob Vlies-, Vinyl-, Dämm- oder Foto-Tapeten – die Produkte von heute sind weitaus hochwertiger als klassische Papiertapeten aus den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

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Und doch bringen auch diese neben diversen Vorteilen den einen oder anderen Nachteil mit. Papiertapeten gibt es übrigens heute – trotz aller Fortschritte in diesem Bereich – noch immer. Doch die Qualität der heutigen Modelle lässt sich längst nicht mehr mit den Tapeten des letzten Jahrhunderts vergleichen.

Die Vorteile

Moderne Tapeten sind vergleichsweise leicht zu verarbeiten. Sie werden an die eingekleisterte Wand angebracht und halten schon nach sehr kurzer Zeit bombenfest. Hinzu kommt, dass einige Tapetentypen eine isolierende Wirkung haben. Die meisten sind aber einfach nur dekorativ. Die Zahl der verschiedenen Tapetenarten ist riesig – und jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

So gibt es Tapeten beispielsweise in allen Preisklassen – von sehr günstig bis hin zu vergleichsweise hochpreisig. Darüber hinaus gibt es abwaschbare Tapeten, die sich besonders gut für die Küche oder das Esszimmer eignen. Selbst Isoliertapeten gibt es, mit denen Sie Bereiche hinter einem Heizkörper beispielsweise auskleiden und so bei Bedarf zusätzlich isolieren können.

Moderne Tapeten lassen sich vergleichsweise leicht anbringen und auch wieder abziehen – gerade Vlies- und Vinyltapeten können teilweise problemlos bahnenweise abgezogen werden. Selbst moderne Papiertapeten sind heute leichter in der Handhabung.

Ein weiterer Vorteil ist das enorme Potenzial, dass Tapeten für die Raumgestaltung haben. So kann beispielsweise ein Muster mit hochkanten Streifen einen niedrigen Raum höher wirken lassen. Ein weiterer Vorteil ist die farbliche Vielseitigkeit. Während die farbliche Vielfalt natürlich beim Streichen ebenfalls gegeben ist, bringen Tapeten oft und gerne noch ein bestimmtes Muster mit an die Wand.

Unschlagbar in Sachen Beeinflussung der Raumoptik ist natürlich die Fototapete. Eine Wand voller Strand, Meer oder Dschungelpflanzen gibt Ihnen direkt ein Gefühl der Freiheit und des Wohlbehagens. So lädt beispielsweise ein Sonnenuntergang an einem Steg zum Träumen ein.

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Dank einer großen Auswahl an Fototapeten fürs Schlafzimmer, Wohnzimmer oder für andere Räume haben Sie hier vom Motiv her auch die Qual der Wahl. Für welches Fotomotiv Sie sich letztlich entscheiden, ist ja Geschmackssache. Dennoch bietet die Fototapete Ihnen Gestaltungsmöglichkeiten, die Sie nur mit dem Streichen gar nicht hätten.

Die Nachteile

Die Nachteile von Tapeten sind schnell erzählt. So sind hochwertige Tapeten – vor allem im Vergleich zu ebenso hochwertiger Farbe – vergleichsweise teuer. Zum anderen dauert die Verarbeitung von Tapeten zumeist länger als das bloße Streichen.

Vor dem Tapezieren müssen Sie:

  1. Alte Tapeten abziehen
  2. Die Wand von allen Rückständen befreien
  3. Die Wand einmal neu grundieren
  4. Den passenden Tapetenkleister aufbringen
  5. Die Tapete entsprechend dem vorhandenen Muster verkleben

Je nach Muster auf der Tapete kann das saubere Kleben durchaus schwierig werden. Schließlich sollen die Übergänge zwischen den einzelnen Stößen ja auch passen. Hier sind etwas Übung und Geschick gefragt. Wenn man allerdings beim Kleben die Augen offen hält, ist auch diese Herausforderung gut zu meistern.

Streichen

Die Vorteile

Im Vergleich zu einer edlen Tapete ist eine hochwertige Farbe deutlich günstiger zu bekommen. Dabei können Sie sich Ihre Wunschfarbe sogar genau in dem von Ihnen gewünschten Ton mischen lassen – ein echter Vorteil im Vergleich zu Tapeten, bei denen Sie letztlich nehmen müssen, was der Markt hergibt.

Ist die Wand einmal entsprechend vorbereitet worden, kann sie immer wieder überstrichen werden. So können Sie beispielsweise problemlos bis zu 15 Anstriche übereinander setzen. Das Streichen selbst erzeugt dabei deutlich weniger Arbeitsschritte als das Tapezieren. So müssen Sie in der Regel nur ein bis zweimal über die Fläche streichen, um hier eine neue Farbe und damit ein ganz neues Raumgefühl genießen zu können.

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Nice to know

Wer nicht auf die Einfachheit des Streichens, aber auch nicht auf das generelle Gefühl, eine Tapete an der Wand zu haben, verzichten möchte, der kann auch auf Speziallösungen wie flüssige Raufaser beispielsweise zurückgreifen. Dabei wird der Stoff, aus dem Raufasertapeten gemacht sind, direkt im Rahmen eines Anstrichs auf die Wand aufgebracht. Alternativ können Sie auch klassische Raufasertapeten kleben und diese danach mit Farbe streichen.

Die Nachteile

Ähnlich wie Papiertapeten kann man auf einer Wand, die gestrichen wurde, alle Unebenheiten erkennen. Erst recht Risse oder Macken in der Wand selbst. Wenn solche vorhandenen sind, müssen diese erst verspachtelt oder ausgebessert werden, ehe die eigentliche Arbeit beginnen kann. Im schlimmsten Fall muss eine ganze Wand oder alle vier Wände in einem Raum noch einmal komplett verspachtelt werden, damit diese sauber und absolut grade ist. Erst danach kann es mit dem Streichen losgehen.

Darüber hinaus bietet Farbe nicht so viele Variationsmöglichkeiten, wie Tapeten es tun. Denn während Anstriche in der Regel ein- oder zweifarbig sind, kommen viele Tapeten mit ausgefallenen und schönen Mustern daher, die Ihre Räume von der Optik her durchaus auch aufwerten können.

Fazit

Beide Varianten bieten ihre Vor- und Nachteile und sind dementsprechend häufig in deutschen Wohnhäusern zu finden. Während die Farbe besonders leicht in der Verarbeitung ist – wenn die Wand schon einmal entsprechend vorbereitet wurde – bieten Tapeten eine noch größere Zahl an Variationsmöglichkeiten. Am Ende ist es eine Geschmackssache, ob Sie nun tapezieren oder streichen möchten.

Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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