Versicherungen für Immobilien – Welche machen wirklich Sinn?

Sobald der Kauf oder  Bau eines Hauses geplant ist, sollte über Versicherungen nachgedacht werden. Einige sind sogar verpflichtend, andere sinnvoll und empfehlenswert. Hier ein kleiner Überblick.

Pflichtversicherungen für Eigentümer

Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Gebäudeschutzversicherung eine Pflicht für jeden Eigentümer ist. Dies ist nicht der Fall. Lediglich für Eigentümergemeinschaften gilt die Vorschrift, eine Feuerversicherung und eine Haus- und Grundbesitzerhaftlichtversicherung für das gemeinsame Eigentum abzuschließen.

Die Feuerversicherung ist bereits seit Jahren in den Wohngebäudeversicherungen integriert. Geregelt sind die Versicherungspflichten in § 21 Abs. 5 des WoEigG (Wohneigentumsgesetz).

Empfohlene Versicherungen

Versicherungen sind zwar ein Posten im monatlichen oder jährlichen Budget, der ganz schön wehtun kann. Im Schadensfall schmerzt es aber mehr, wenn Schäden nicht erstattet werden und man vor dem Ruin steht. Daher sollte jeder sorgfältig abwägen, welche Versicherungen er abschließt, und noch sorgfältiger darüber nachdenken, welche er nicht abschließt.

Haftpflicht

In der Bau- aber auch Umbauphase ist die Bauherrenhaftpflicht dringend zu empfehlen. Sie deckt Schäden ab, für die der Bauherr verantwortlich gemacht werden kann, die beim Bau des Hauses oder eines Umbaus an Personen, Sachen oder Grundstücken entstehen. Die private Haftpflicht schließt hier zwar einen Teil mit ein, ist aber in der Regel nicht ausreichend, weil die Deckungssumme nicht ausreicht.

Info: Auch die Umrüstung eines Hauses zu einem Smart Home wird als Umbau verstanden.

Später ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ein Thema. Selbst unbebaute Grundstücke können eine Gefahr darstellen, und es besteht die Pflicht zur Verkehrssicherung. Hier kann diese Versicherung einen ruhigen Schlaf garantieren.

Die private Haftpflichtversicherung ist ohnehin ein Muss – sowohl für Eigentümer wie auch für Mieter. Vermieter lassen sich diese inzwischen sogar nachweisen, was auch richtig ist. Tierhaltung in Häusern und Wohnungen wird oft ebenfalls nur von Vermietern geduldet, wenn es entsprechende Versicherungen für Hunde oder Pferde gibt.

Gebäude und Grundstück

Die Gebäudeversicherung ist ebenfalls zu empfehlen. Bei Unwetter haben Versicherungen unterschiedliche Regelungen in ihren Verträgen. Hier gilt es, genau darauf zu achten, was wann übernommen wird und was von vornherein ausgeschlossen wird. Feuer, Wasserschäden durch Leitungswasser, Sturm und Hagelschäden sollten mindestens enthalten sein. Die Versicherungssumme kann höher sein, wenn die Immobilie in einem Risikogebiet liegt. Um letztendlich im schlimmsten Fall wenigstens gut abgesichert zu sein, wird empfohlen den Neuwert des Hauses zu versichern und Fahrlässigkeit mit einzuschließen.

Hausrat

Ob sich die Hausratversicherung wirklich lohnt, hängt natürlich vom Wert des persönlichen Eigentums ab. Doch auch teure Kleidungsstücke wären mitversichert, so dass sie durchaus zu empfehlen ist. Übrigens bietet die Kombination der Wohngebäudeversicherung und der Hausratversicherung einen optimalen Schutz, weil letztere oft in Anspruch genommen wird, wenn durch Gebäudeschäden das bewegliche Eigentum zu Schaden kommt.

Die Deckungssumme

Neuanschaffungen können den Hausrat wertvoller machen und die Versicherungssumme übersteigen. Hier sollte auf Anpassung geachtet werden. Im Schadensfall bei Unterversicherung wird sonst nur der prozentuale Anteil an der Versicherungssumme erstattet.

Fazit

Abgesehen von Gemeinschaftseigentum gibt es keine direkten Pflichtversicherungen. Doch die empfohlenen Versicherungen sollten als Verpflichtung wahr- und angenommen werden, damit im Ernstfall kein König Drosselbart Szenario („Ach hätte ich doch bloß…“), den Rest des Lebens bestimmt.


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