Die teuersten und häufigsten Hausratschäden in Deutschland

Teures Mobiliar verschönert jedes Heim. Aber wer zahlt bei Hausratschäden etwa nach einem Sturm oder einem Einbruchdiebstahl? Unser Ratgeber.

Laut Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) haben Versicherungskonzerne in den letzten 20 Jahren 25,5 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen für Hausratschäden bezahlt. Die jährlichen Schäden in den Jahren 2000 bis 2019 lagen zwischen 1,15 Milliarden Euro und 1,48 Milliarden Euro. 2019 wurden versicherte Hausratschäden im Gesamtwert von 1,23 Milliarden Euro erstattet.

Einbruchdiebstähle bleiben häufigste Schadenursache

Der häufigste Grund, bei dem eine Hausratversicherung Schäden erstatten muss, waren auch im vergangenen Jahr Einbruchdiebstähle. Trotz des KfW-Programms Einbruchschutz – Investitionszuschuss (Nr. 455-E), das Eigentümer bei der Absicherung ihrer Immobilie unterstützt, mussten Hausratversicherer Schäden von knapp 290.000 Einbruchdiebstähle in Wohnhäuser regulieren. Hinzukommen Einbrüche in Ferienhäusern und Hotelzimmern, die viele Hausratpolicen ebenfalls abdecken.

170.000 Brandschäden in Deutschland

Auf dem zweiten Platz der häufigsten Schadenursachen liegen in Deutschland Feuer. Im Jahr 2019 kam es zu 170.000 versicherten Brandschäden in Wohnungen. Häufige Schadenursachen bei Hausratversicherungen sind außerdem austretendes Leitungswasser (160.000 Schadenfälle) sowie Unwetterschäden (120.000 Schadenfälle), die auch Hagel- und Sturmschäden umfassen.

50.000 Glas und 10.000 Elementarschäden

Hinzukommen Versicherungsleistungen für Glasschäden (50.000 Schadenfälle) und Elementarschäden (10.000 Schadenfälle). Die letzte Kategorie umfasst Überschwemmung, Erdbeben, Schneedruck, Lawinen und weitere natürliche Ursachen.

440 Millionen Euro Schäden durch Einbrüche

In der Bundesrepublik sind Einbruchdiebstähle die häufigsten und die insgesamt auch teuersten Versicherungsfälle der Hausratversicherungen. Im vergangenen Jahr mussten die Versicherungsgesellschaften Gesamtschäden durch Einbruchdiebstähle in Höhe von 440 Millionen Euro erstatten.

Über Hausratpolicen versicherte Brandschäden verursachten im selben Zeitraum Schäden in Höhe von 350 Millionen Euro und liegen damit vor Leitungswasserschäden, die die Hausratversicherungen 280 Millionen Euro gekostet haben, auf dem zweiten Platz.

Weitere kostspielige Versicherungsfälle sind Sturm- und Hagelschäden (50 Millionen Euro), Elementarereignisse (30 Millionen Euro) und Glasschäden (20 Millionen Euro). Besonders bei den Elementarschäden gab es in den letzten Jahren durch Umweltereignisse jedoch große Schwankungen. 2013, 2014 und 2016 mussten die Versicherungsgesellschaften jeweils fast 30.000 Schäden regulieren, 2012 und 2019 waren es nur 10.000 Schäden.

Mehr als 2.000 Euro pro Schadenfall

Die höchsten Kosten pro Versicherungsfall haben im vergangenen Jahr Feuer und Elementarschäden verursacht. Laut dem GDV kosteten versicherte Brandschäden am Hausrat 2019 die Versicherungsgesellschaften im Mittel 2.160 Euro. Dies ist im Vergleich zum Jahr 2011 mehr als eine Verdoppelung der Schadensumme. Elementarschäden verursachten pro Fall Kosten in Höhe 2.120 Euro. 2018 lag der Schaden bei Elementarereignissen im Mittel sogar bei 2.510 Euro.

Außerdem sorgen Leitungswasserschaden (1.740 Euro pro Schadenfall) und Einbruchdiebstähle (1.560 Euro pro Schadenfall) bei den Versicherungen für hohe Erstattungen.

Elementarschäden stark schwankend

Die stark schwankende Anzahl der Sturm- und Hagelschäden (60.000 Fälle im Jahr 2016, 140.000 Fälle im Jahr 2017) erschwert die Kalkulation der Hausratpolicen deutlich. Die Versicherungsleistungen schwanken deshalb je nach Jahr zwischen insgesamt 30 Millionen Euro und 80 Millionen Euro. Im Jahr 2015 lag der Schadendurchschnitt bei nur 350 Euro, im Jahr 2016 waren es 740 Euro und im Jahr 2019 430 Euro. Glasschäden waren mit 420 Euro pro Schadensfall im Jahr 2019 kaum günstiger.

Studie belegt Stellenwert der Hausratversicherung

Die Studie des GDV zeigt deutlich den hohen Stellenwert einer Hausratversicherung und der Mitversicherung von oft nicht berücksichtigten Risiken wie Elementarschäden. Laut den Experten können grundsätzliche alle genannten Schadenfälle zu einem Totalverlust des Hausrats führen. Es ist deshalb entscheidend regelmäßig zu prüfen, ob der eigene Besitz durch die bestehende Versicherung geschützt ist. Häufig ändert sich der Bedarf innerhalb weniger Jahre, zum Beispiel durch Neuanschaffungen oder Preissteigerungen.


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