Mietvertrag: Falsche Größenordnung

Mieter und Vermieter stritten sich vor dem Landgericht (LG) Gießen über noch ausstehende Mietzahlungen wegen einer falschen Größenangabe der Wohnfläche. Der Sachverhalt: Ende 1997 schlossen die Parteien einen ersten Mietvertrag über ein Reihenhaus ab. Einige Monate später unterzeichneten die Parteien einen zweiten Mietvertrag. Dieser enthielt im Gegensatz zur ersten Vereinbarung neben der Mietzinsangabe von umgerechnet rund 560 Euro einen handschriftlichen Zusatz über den Mietpreis pro Quadratmeter. Eine genaue Angabe über die Wohnfläche fehlte jedoch in beiden Verträgen. Anschließend nahm die Mieterin und spätere Klägerin Maß und kam auf eine Gesamtwohnfläche von nur und 63 Quadratmetern. Dies entsprach im Verhältnis zu dem angegebenen Mietzins pro Quadratmeter Wohnfläche einem Unterschied von rund 19 Prozent. Mit Hinweis auf die sich ihrer Meinung bis dato ergebenden Überzahlungen hatte die Frau von April 2001 bis zu ihrem Auszug Ende Januar 2002 keine Miete mehr gezahlt. Zu Unrecht, so das Landgericht Gießen. Die Kernaussage der Richter: Fehlt im Mietvertrag eine eindeutige Bezeichnung der Wohnfläche, darf der Mieter mit Hinweis darauf nicht später die Miete mindern (Az.: 1 S 243/03).