Zimmerpflanzen – Blätter fallen ab, was ist zu tun?

Es ist ein trauriger Anblick – die einst so schöne Zimmerpflanze wirft nach und nach all ihre Blätter weg und ist dann nur noch ein Häufchen Elend. Dabei hätte man das mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen problemlos verhindern können.

Sie sehen also: Ein vorbeugender Pflanzenschutz ist sehr wichtig, damit Probleme erst gar nicht entstehen. Die Experten vom Toom Baumarkt zum Beispiel empfehlen: Kümmern Sie sich um Ihre hochwertigen Zimmerpflanzen mit dem Ziel, ein kleines funktionierendes Ökosystem zu erschaffen. So helfen Sie der Natur dabei, im Gleichgewicht zu bleiben.

Zimmerpflanzen – Grundsätzliche Tipps

Es ist wichtig, eine hohe Diversität von Pflanzen und Organismen zu fördern. Zum Beispiel tritt ein weit reichender Befall mit Pflanzenkrankheiten mit anschließendem Blattverlust häufig auf, wenn viele gleichartige grüne oder blühende Pflanzen zusammenstehen oder über einen längeren Zeitraum an der gleichen Stelle angebaut werden. Viele Viren, Pilze, Bakterien und Schädlinge können im Boden mehrere Jahre überdauern und sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert.

Legen Sie Mischkulturen an und halten Sie eine gut durchdachte Fruchtfolge ein. Wechseln Sie also oft die Standorte der verschiedenen Pflanzen und informieren Sie sich darüber, welche Kombination von Pflanzenarten nebeneinander in einer Mischkultur funktionieren – insbesondere wenn Sie mehrere Zimmerpflanzen in einem Behälter kultivieren. Das Risiko von Infektionen mit gefürchteten Krankheiten kann so reduziert werden.

Auf die Sortenauswahl achten

Auch die Sortenauswahl spielt eine wichtige Rolle. Suchen Sie sich Pflanzen aus die für den Standort geeignet sind und wählen Sie widerstandsfähige und robuste Sorten. Spät keimende und schon in der Anzuchtphase schlecht ausgebildete Pflanzen werden meist keine hohen Erträge bringen und eine hohe Anfälligkeit gegenüber Pflanzenkrankheiten aufweisen.

Während der Vegetationsphase ist nicht nur Dünger wichtig, es sollten den Pflanzen auch Stärkungsmittel zugeführt werden. Hierfür gibt es Brühen, Jauchen und Extrakte, die Sie kaufen aber auch selbst ansetzen können.

Alternative Pflanzenschutzmittel gegen Blätterausfall

Wie werden  Zimmerpflanzen keine Blätter mehr verlieren? Hier gibt es einige sinnvolle, vor allem umweltverträgliche Lösungen.

Schachtelhalmbrühe

Schachtelhalmbrühe trägt zu einer Stärkung und zu einer Verbesserung der Widerstandkraft der Pflanzen bei. Durch die enthaltende Kieselsäure des Schachtelhalms können besonders Pilze nicht so schnell in die Pflanzen eindringen.

Zum Ansetzen der Brühe werden etwa 150 g getrockneter oder 1 kg frischer Ackerschachtelhalm (nur oberirdische Triebe verwenden!) benötigt. Das Pflanzenmaterial wird mit 10 l Wasser vermengt, am besten man nimmt Regen- oder abgestandenes Wasser und lässt alles für 24 Stunden ziehen. Anschließend 1 – 2 Stunden mit geringer Hitze leicht köcheln lassen. Dann alles durch einen Durchschlag gegossen.

Bei der Anwendung sollte die Brühe im Verhältnis 1:5 verdünnt und mit einem Drucksprüher oder einer Sprühflasche auf die Blätter aufgetragen werden. Mit der Zugabe von 0,3% Schmierseife kann die Brühe auch gegen Blattläuse und Spinnmilben eingesetzt werden.

Brennnesseljauche

Um eine Brennnesseljauche anzusetzen, werden etwa 1 kg frisches oder 150 g getrocknetes Pflanzenmaterial der Brennnesseln benötigt. Die Ernte sollte am besten bis kurz vor der Blüte erfolgen. Eine ganzjährige Ernte ist aber auch möglich. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass keine Samen mit in die Brühe eingearbeitet werden.

Geben Sie die Brennnesseln in ein Behältnis und übergießen Sie sie mit 10 l Wasser. Decken Sie das Behältnis ab. Um den Gärprozess zu beschleunigen, kann dieses auch in die Sonne gestellt werden. Nun sollte die die Flüssigkeit ein bis zweimal täglich umgerührt werden. Der Gärprozess ist abgeschlossen wenn sich keine Blasen mehr an der Oberfläche bilden (ca. 2 Wochen).

Bei diesem Vorgang kommt es zu einer starken Geruchsentwicklung. Setzen Sie deswegen die Brühe am besten draußen an. Um den Geruch zu mindern, kann Gesteinmehl hinzugefügt werden. Zur Düngung sollte die Jauche in einem Verhältnis von 1:10 bis 1:20 mit Wasser verdünnt und alle zwei Wochen gegossen werden.

Zwiebeljauche

Eine Jauche aus Blättern und Schalen von Zwiebeln kann als natürliches Fungizid verwendet werden. Es hilft besonders gegen Grauschimmel, aber sie kann auch vorbeugend gegen Blattfäule angewendet werden. Um die Jauche anzusetzen, sollten Sie 500 g frische Blätter und Schalen von Zwiebeln auf 10 l Wasser ansetzen und mehre Tage (bis zu 2 Wochen) ziehen lassen.

Knoblauchtee

Knoblauchtee kann gegen eine Vielzahl von Pflanzenkrankheiten eingesetzt werden. Dazu werden 80 g kleingehackte Zehen mit 1 l nicht kochendem Wasser aufgegossen. Lassen Sie den Tee mindestens 1 Tag ziehen. Gegen Blattläuse, Gurkenmehltau, Milben, Schimmel und Schorf sollte der Tee verdünnt (1:5 bis 1:10) alle vier Tage aufgetragen werden.

Schmierseife

Schmierseife ist ein gutes Mittel gegen Blattläuse und Spinnmilben. Schon seit dem vorletzten Jahrhundert wird diese zur Bekämpfung eines Befalls eingesetzt. Nicht jede Seife ist geeignet. Am besten eignet sich Kali-Seife. Auf 10 l heißes Wasser können 150 bis 300 g aufgelöst werden. Diese Lösung kann unverdünnt auf die betroffenen Stellen gespritzt werden (Blattober- und Unterseite). Beachten Sie, dass durch die Anwendung auch Nützlinge abgetötet werden können.

Schmierseifen-Spiritus-Lösung

Gegen Schild-, Woll- und Blutläuse hilft eine aggressivere Lösung als die einfache Schmierseife. Auf 10 l Schmierseifen-Lösung kann etwa 0,1 bis 0,3 l Spiritus hinzugefügt werden. Die Gefahr für Nützlinge ist jedoch sehr hoch. Sprühen Sie nur stark befallene Stellen ein. Vergessen Sie nicht die Blattunterseiten.


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