Tipps zum Bauantrag

Der Bauantrag ist hierzulande eine wichtiges bĂŒrokratische Instrument, mit dem darĂŒber von Seiten der zustĂ€ndigen Behörde entschieden wird, ob (und wenn ja – wie) etwas gebaut oder angebaut werden darf.

Insbesondere fĂŒr private Hausbauer ist die Baugenehmigung nicht nur wichtig, sondern auch manchmal tĂŒckisch – gut beraten ist also jeder, der weiß, was es zu beachten gilt.

Als Bauherr in der Pflicht, einen Bauantrag zu stellen

SĂ€mtliche Einzelheiten eines Bauvorhabens werden in Deutschland durch die Bauordnung sowie die Bauvorlagenverordnung geregelt. Diese sind an das jeweilige Bundesland gekoppelt und somit nicht bundesweit einheitlich, weshalb der Bauantrag in der Regel bei der zustĂ€ndigen örtlichen Stadtverwaltung oder Gemeindeverwaltung (respektive unterste Baubehörde) eingereicht werden muss, und zwar schriftlich. Dies gilt fĂŒr gewerbliche Objekte ebenso wie bei der privaten Planung eines Hausbaus.

Hierbei gilt, dass Sie z. B. in Bayern den Antrag bis spĂ€testens acht Tage vor dem Sitzungstermin eingereicht haben mĂŒssen. Wichtige Fragen können bereits vorab in einer sogenannten Bauvoranfrage gestellt werden. Ein sogenannter bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser ist fĂŒr nahezu jeden Bauantrag notwendig. Hierbei handelt es sich in der Regel um einen Architekten oder Bauingenieur. Er ist am Ende nicht nur fĂŒr die QualitĂ€t des Entwurfes verantwortlich, sondern auch dafĂŒr, dass alle Unterlagen vollstĂ€ndig sind. Seine Verantwortlichkeit liegt außerdem darin, dass seine EntwĂŒrfe den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen.

Welche Unterlagen bedarf es fĂŒr einen Bauantrag?

FĂŒr die Baugenehmigung eines Hausbaus sind eine Reihe von Unterlagen einzureichen (Bauvorlagen). In der Regel handelt es sich dabei um den ausgefĂŒllten Bauantrag der jeweils zustĂ€ndigen Behörde, um die Bauzeichnungen, einen Lageplan, eine schriftliche Baubeschreibung, eine Berechnung der bebauten FlĂ€che, einen EntwĂ€sserungsplan sowie technische Nachweise (Statik, Schallschutz, WĂ€rmeschutz etc.).

Wenn Sie statt eines privaten Hausbaus ein Gewerbeobjekt planen, ist außerdem eine Betriebsbeschreibung erforderlich. Diese muss die TĂ€tigkeit des Betriebs, den Betriebsablauf sowie die Anzahl der BeschĂ€ftigten beinhalten. Die jeweilige Landesverordnung regelt neben den allgemein genehmigungspflichtigen Bauvorhaben auch eine Zahl an genehmigungsfreien Bauvorhaben, zu denen bspw. auch der Hausbau auf einem amtlichen Bebauungsplan oder Erschließungsplan zĂ€hlt, oder ein Bauvorhaben geringeren Umfangs (etwa ein fundamentloses kleines GartenhĂ€uschen).

BauantrÀge im Detail

Wer bauen möchte, muss seinen Bauantrag in der Regel in mehrfacher AusfĂŒhrung einreichen. Beim privaten Hausbau reicht eine zweifache, bei gewerblichen wird eine dreifache AusfĂŒhrung verlangt. Der Lageplan muss in einem bestimmten Maßstab (meist 1:1000) vorliegen, sĂ€mtliche Nachweise ebenfalls doppelt (bzw. dreifach). Gleiches gilt fĂŒr Grundrissen und Beschreibungen, lediglich die „kleinen“ Nachweise reichen einfach. Allerdings sollten Sie sich auch hier vorab informieren, da nicht jedes Bundesland und nicht jedes Antragsverfahren die gleichen Auflagen stellt.

Auf keinen Fall dĂŒrfen Sie vor Einreichung vergessen zu kontrollieren, ob der Bauvorlageberechtigte sĂ€mtliche Bauunterlagen unterzeichnet hat, da sonst keine Baugenehmigung erteilt werden kann. Ebenfalls keine Baugenehmigung erhalten Sie, bzw. die Baugenehmigung wird Ihnen wieder entzogen, wenn Sie wĂ€hrend des Baus von den eingereichten Rahmenbedingungen abweichen. Dies wird regelmĂ€ĂŸig durch die Behörden kontrolliert. Die Verantwortung einer korrekten BauausfĂŒhrung wie in der Baugenehmigung erteilt obliegt bei Ihnen als Bauherr sowie dem Planfertiger.

Fallstricke des Bauantrags

Insbesondere beim Hausbau erlebt man es immer wieder, dass Baugenehmigungen nicht erteilt oder wieder entzogen werden, weil Kleinigkeiten dem Erscheinungsbild der Gemeinde oder der Siedlung schaden. Hier ist Vorsicht geboten. Informieren Sie sich vorab, ob es Vorschriften bspw. fĂŒr die Fassadenfarbe gibt. Auch allzu abstrakte „ArchitektenhĂ€user“ werden gerne aus Ă€hnlichen GrĂŒnden abgelehnt.

Die Gemeinde regelt außerdem, ab welcher GrĂ¶ĂŸe und materiellen Voraussetzungen ein Bauantrag nötig ist oder nicht. HĂ€uschen aus Holz, ohne Fundament und unter 4x4x4 Metern Raumvolumen sind in der Regel genehmigungsfrei – erkundigen Sie sich dennoch. Denn hĂ€ufig ist bereits das Baumaterial ausschlaggebend oder der Verwendungszweck. Der Umfang der nötigen Unterlagen fĂŒr eine Baugenehmigung eines GartenhĂ€uschens ist indes nicht unbedingt immer maßgeblich geringer als bei einem dreistöckigen Hausbau, weshalb Vorabinformationen stets anzuraten sind.

In jeder Stadt oder Gemeinde gibt es fĂŒr erste Vorabinformationen bzgl. eines Bauvorhabens eine passende Abteilung der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung. Dort können Sie mit Ihrem Anliegen vorstellig werden, den nötigen Umfang an Unterlagen bzw. deren VollstĂ€ndigkeit erfragen und erste, grundlegende Fragen klĂ€ren. Nutzen Sie diese Möglichkeit unbedingt – sie kann Ihnen viel Ärger, spĂ€tere Laufereien und aufkommende Hektik bei Ihrem Hausbauprojekt ersparen.

Anmerkung der Redaktion: Der Autor dieses Textes ist kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt, sondern Wirtschafts- und Finanzjournalist. Finanzjournalisten ist rechts- und steuerberatende TĂ€tigkeit per Gesetz untersagt. Der Text dient lediglich der Information von Steuerzahlern und (angehenden) Bauherren oder ImmobilienkĂ€ufern. Eine Beratung oder gar konkrete Empfehlungen enthĂ€lt der Text nicht. Diese sind auch nicht beabsichtigt. Obwohl die fĂŒr den Text verwendeten Quellen als zuverlĂ€ssig gelten, wird keine Garantie fĂŒr die Richtigkeit ĂŒbernommen. Die AusfĂŒhrungen und ErklĂ€rung können und sollen das GesprĂ€ch mit einem Steuerberater und/oder Rechtsanwalt nicht ersetzen.


Àhnliche BeitrÀge

Schreibe einen Kommentar