Massivholzmöbel richtig pflegen

Es ist nicht sonderlich schwierig, Massivholzmöbel so zu pflegen, dass man viele Jahre Freude an seinen Möbeln hat. Mit der richtigen Pflege behält Mobiliar aus Massivholz lange seine unverwechselbare Optik und seine gesunden Eigenschaften. Der geringe Zeitaufwand zur Pflege von Massivholz hat den lohnenswerten Effekt, dass die Möbel schnell wieder wie neu aussehen.

Was ist eigentlich Massivholz?

Unter Massivholz versteht man Holzprodukte, bei deren Herstellung lediglich das Holz einer Baumart verwendet wurde. Andere Bezeichnungen sind reines Holz oder Vollholz oder auch Echtholz. Des Weiteren zeichnet sich Massivholz durch eine naturbelassene Verarbeitung ohne chemische oder mechanische Mittel aus.

Zur Verarbeitung von Vollholz werden zunächst Holzquerschnitte bzw. Holzplatten aus dem gesamten Baumstamm herausgearbeitet und im Folgenden zu Brettern und Lamellen für die Industrie zurechtgeschnitten. Um als Massivholz zu gelten, müssen sämtliche hergestellten Produkte das Kriterium erfüllen, dass lediglich eine Baumart zur Herstellung verwendet wurde.

Eine Ausnahme bilden die Rückwände oder Böden von Möbeln und Schubläden. Möbel mit Rückwänden und Schubladenböden aus nichtmassivem Holz dürfen trotzdem als Massivholzmöbel bezeichnet werden, sofern die restlichen Komponenten des Möbelstücks aus einer reinen Holzart gefertigt sind.

Erster Pflegeschritt: Massivholz sanft reinigen

Wer die Alterung seiner Massivholzmöbel verlangsamen möchte, sollte mit einem sanften regelmäßigen Reinigungsvorgang beginnen. Zunächst sollten Flecken und andere Verunreinigungen gründlich entfernt werden. Im Optimalfall gelingt dies ganz ohne Feuchtigkeit, bei hartnäckigeren Verschmutzungen kann jedoch auch ein mit sauberem und leicht angewärmtem Wasser angefeuchtetes Baumwolltuch verwendet werden. Wer allerdings zu viel Feuchtigkeit auf das Holz aufbringt, verletzt dessen natürliche Schutzschicht.

Ebenso sollte auf die Verwendung von Reinigungsmitteln oder anderen fettlösenden Mitteln verzichtet werden. Für die Reinigung von Massivholzmöbeln sollte außerdem auf die Verwendung von Mikrofasertüchern verzichtet werden, da diese wie feines Schleifpapier wirken und dezente Kratzspuren auf den Oberflächen hinterlassen können.

Zweiter Pflegeschritt: Ölen des Holzes

Zur Pflege von Massivholz sollten immer Naturöle verwendet werden. Öl hat die positive Eigenschaft, dass es die Poren des Holzes nicht vollständig verschließt und das Holz weiterhin atmungsaktiv bleibt. Besonders das Raumklima wird hierdurch verbessert, da Holz verschiedene positive Auswirkungen auf seine Umgebungsluft hat.

Einerseits werden Schadstoffe durch die Atmung des Holzes aus der Raumluft gefiltert. Des Weiteren sorgt Holz für einen Temperaturausgleich und reguliert die Luftfeuchtigkeit. Bei Bedarf nimmt Massivholz überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie gegebenenfalls auch wieder an diese ab.

Die Ölung von Holzmöbeln sorgt zudem für eine Aufwertung von deren Oberflächen. Besonders Massivholzesstische profitieren von diesem Effekt und erstrahlen nach einer Ölung in neuem Glanz. Die regelmäßige Ölung der Möbel erhält die feinen Maserungen und Strukturen des Holzes. In Verbindung mit der aufgewerteten Oberfläche kommen diese dann wieder richtig zur Geltung.

Öl hat außerdem die förderliche Eigenschaft, dass es tief in die Holzstrukturen eindringt und somit für eine natürliche Imprägnierung von innen heraus sorgt. Sollten die Möbel dann mit Flüssigkeit in Berührung kommen, ist dies nicht mehr in gleichem Maße schädlich für das Holz wie für Hölzer ohne Ölung. Naturöle können im Haushalt gänzlich ohne Schutzbekleidung aufgetragen werden. Sie enthalten keine Chemikalien oder andere Schadstoffe.

Öl auf Massivholzmöbeln


Die Verarbeitung des Öls auf Massivholz ist einfach und wenig zeitaufwändig. Zum Auftragen sollte wieder ein fusselfreies Baumwolltuch verwendet werden. Das Öl wird zunächst großzügig aufgetragen und im Anschluss fünf bis zehn Minuten zum Einziehen auf der Holzoberfläche belassen. Überschüssiges Öl wird nach der Einziehdauer mit dem Tuch wieder entfernt. Möbel aus Massivholz sind nach der Ölung wieder wie gewohnt einsetzbar.

Im Normalfall lässt sich direkt im Anschluss an die Behandlung mit Öl ein deutlicher Vorher-Nachher-Effekt verzeichnen. Eine vollständige Aushärtung des Öls ist erst nach fünf Tagen erreicht. In dieser Zeit können die Möbel zwar uneingeschränkt genutzt werden, jedoch sollte auf eine intensive Reinigung verzichtet werden.

Die Verwendung von Naturöl bringt noch weitere Möglichkeiten zur Aufwertung von Massivholzmöbeln mit sich. Besonders für Möbel mit leichten Gebrauchsspuren und Kratzern empfiehlt sich eine Ölung. Vor der Behandlung mit Naturöl sollten die betreffenden Stellen mit einem Schleifpapier so lange angeschliffen werden, bis der Kratzer nicht mehr sichtbar ist.

Dazu sollte zunächst eine Körnung von 120 verwendet und das Holz in Faserrichtung großflächig geschliffen werden. Im Nachgang wird mit feinerem Schleifpapier mit einer Körnung von bis zu 280 nachgeschliffen. Nach Abwischen des Abschliffes mit einem Baumwolltuch kann die Ölung wie oben beschrieben erfolgen. Diese Art von Mängelbeseitigung kann auf jede Art von Massivholzmöbelstück gleichermaßen angewandt werden.

Weitere nützliche Tipps zur erfolgreichen Möbelpflege


Massivholzmöbel sollten vor und/oder nach der Heizperiode gepflegt werden. Soll ein Esstisch mit Vertiefungen oder Rillen gereinigt und gepflegt werden, empfiehlt es sich, den Schmutz aus den Vertiefungen zunächst mit einem Staubsauger und Bürstenaufsatz zu entfernen. Hierbei bitte keine Zahnstocher oder Vergleichbares verwenden, da die Verunreinigungen im schlimmsten Fall so noch festgedrückt werden.

Sollten im Laufe der Nutzung Dellen auf den Oberflächen von Massivholzmöbeln entstehen, so lassen sich auch diese im Normalfall leicht entfernen. Hierzu sollte die betreffende Stelle zunächst gewässert werden und anschließend ein feuchtes Tuch aufgelegt werden. Das Holz quillt auf und die Delle sollte sich erheben. Im Nachgang wird mit einem Bügeleisen und dem feuchten Tuch die Stelle ausreichend erhitzt, sodass die Feuchtigkeit wieder vollständig verdampft. Das Bügeleisen sollte dabei zu keinem Zeitpunkt direkten Kontakt zum Holz haben. Nach der Trocknung ist die Vorgehensweise identisch zum Entfernen von Kratzern: Schleifen, Ölen und für den besonderen Glanz nach Wunsch Polieren.


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