Sonnenschutz mit Faltenoptik – Plissees als multifunktionale Beschattungssysteme

Für aktuelle Trend-Einrichtungsstile sind Plissees durch ihre smarte Optik die perfekte Ergänzung – ob minimalistischer Wohnstil, Landhausstil oder Retro-Einrichtungen. Alles Wissenswerte zur Funktionsauswahl, Montage und Pflege.

Plissees zählen zu den besonders angesagten Fensterausstattungen. Mit ihrem gefalteten Stoff zeichnen sie sich nicht nur durch eine ausgefallene Ästhetik aus, sondern sie bieten auch eine breit angelegte Auswahl an Funktionen: Neben dem für Fensterdekorationen handelsüblichen Sicht- und Sonnenschutz warten sie, je nach Plisseetyp, auch mit Extrafunktionen wie Hitzeschutz, Energiesparfunktion oder Schallschutz auf.

Was unterscheidet ein Plissee eigentlich von einem Rollo?

Ganz allgemein werden Plissees auch als Faltrollos oder Faltstores bezeichnet. Werden sie freihängend montiert, erfolgt die Bedienung vom Prinzip her genauso wie bei einem Rollo über eine seitliche Zugschnur. Der Unterschied: Während bei einem Rollo der Stoff glatt ist und auf eine Welle gewickelt wird, ist das Material des Plissees vorgefaltet, also plissiert, und kann wie eine Ziehharmonika auseinandergezogen oder zu einer Art Paket zusammengeschoben werden.

Daneben gibt es aber auch Plisseetypen, die sich deutlich von Rollos unterscheiden. Sie werden nicht freihängend, sondern verspannt zwischen Spannschnüren auf der rechten und linken Seite aufgehängt. Die plissierte Stoffbahn kann auf diese Weise mit Bedienschienen von oben und unten hoch- und heruntergeschoben werden. Sie lässt sich beispielsweise aber auch als Ganzes an jede gewünschte Stelle vor der Fensterscheibe verschieben.

Große Flexibilität

Die freie Verschiebbarkeit verspannter Modelle unterscheidet Plissees grundsätzlich von allen anderen verfügbaren Beschattungssystemen. Variabel sind sie aber auch hinsichtlich der zahlreichen Möglichkeiten des Stoffzuschnitts, denn sie können in unterschiedlichen geometrischen Formen hergestellt werden und bieten so im Prinzip Anpassungslösungen für jede Fensterform.

Der besondere Aufbau von Plissee-Anlagen ermöglicht darüber hinaus eine so genannte Tag-und-Nacht-Variante, auch Doppelplissee genannt. Dazu werden zwei unterschiedliche Stoffe miteinander verspannt: zum Beispiel eine abdunkelnde und eine transparente Variante, die nach Wunsch einzeln aufgefächert werden können. So gelangt einmal mehr, einmal weniger Licht in den Raum. Diese Technik ermöglicht überdies auch die Kombination von zwei unterschiedlichen Stofffarben.

Plissees und ihre Funktionen

Faltrollos beziehungsweise Faltstores bieten, wie viele andere Fensterdekorationen auch, wenig, mittleren oder starken Sicht-und Sonnenschutz – je nachdem, ob sie durchsichtig, blickdicht oder verdunkelnd sind.

Außerdem sind Stoffvarianten mit Zusatzfunktionen erhältlich, die beispielsweise vor Sommerhitze in der Wohnung schützen, wie perlmuttbeschichtete Plissees. Das größte Funktionsspektrum bieten Wabenplissees, die aus einem doppellagigen Stoff mit isolierenden Wabenzellen bestehen. Sie schützen gegen Wärme, Kälte sowie Raumhall und tragen im Winter zudem zur Heizkostenredaktion bei, da sie das Fenster abdämmen.

Plissee-Größen: In welchen Fällen ist eine Maßanfertigung sinnvoll?

Solange die Fenster eine rechteckige oder quadratische Form haben, sind Plissees in Standardgröße eine gute Wahl. Bei besonderen Fensterformen stoßen Standard-Faltstores allerdings schnell an ihre Grenzen. Denn immer mehr Architekten und Bauherren setzen auf ausgefallenere Fensterdesigns, um dem Gebäude einen ganz eigenen Stil zu verleihen. So sind spezielle Fensterformen wie Dreiecke, Sechsecke, Trapeze oder Rundbögen heutzutage keine Seltenheit mehr.

Spezielle Plissees nach Maß sind in diesen Fällen gegenüber Fixgrößen mehr oder weniger alternativlos, um noch eine einwandfreie Bedienung des Fensters zu gewährleisten. Empfehlenswert ist eine Maßanfertigung aber auch, wenn ein Raum ganz besonders vor grellem Licht oder Wärme geschützt werden soll, da die Seitenränder eines millimetergenau zugeschnittenen Plisseestoffs besser am Fenster abschließen als Standardausführungen.

Montageoptionen in der Übersicht

Plissees lassen sich an herkömmlichen Senkrechtfenstern, Dachfenstern und Türen aus Kunststoff, Aluminium oder Holz anbringen. Für Terrassendächer und Schrägverglasungen in Wintergärten sind überdies Plafond-Anlagen erhältlich, die aufgrund der Höhe mit einem Bedienstab eingestellt werden.

Die Anbringung kann im Mauerwerk oder direkt am Fensterflügel erfolgen. Welche Variante möglich und sinnvoll ist, hängt jeweils vom gewählten Plisseemodell, vom Fenstertypen sowie von den baulichen Gegebenheiten vor Ort ab. Zur Auswahl stehen ganz allgemein typisch verschraubte Installationen sowie Alternativen, die vollkommen ohne Bohrmontage auskommen.

Klassische Schraubmontagen

Die geschraubte Montage wird am häufigsten gewählt. So kann ein Plissee an der Wand oder der Zimmerdecke vor der Fensteröffnung installiert werden. Daneben gibt es auch Optionen, das Faltrollo in der schmalen oberen und unteren Glasleiste direkt vor dem Fensterglas oder mittels Winkeln am Fensterflügel zu verschrauben. Verschraubte Montagearten eignen sich für Fensterrahmen aus Kunststoff, Holz und Aluminium.

Montagen ohne Bohren

In Mietwohnungen ist es in der Regel nicht erlaubt, die Fenster ohne Einverständnis des Vermieters anzubohren. Innovative Klebesysteme ermöglichen das Fixieren verspannter Plissees direkt vor der Fensterscheibe ohne Bohren. Dazu werden die Montageteile mittels transparenter Klebeplättchen in der Leiste vor der Scheibe fixiert. Sind die Glasleisten zu schmal, besteht auch die Möglichkeit, das Plissee mit Klebeplatten unterhalb und oberhalb der Leiste zu befestigen.

Eine besonders beliebte bohrfreie Alternative ist die Befestigung mit Klemmträgern, die einfach an den Kanten des Fensterflügels eingehängt und lediglich mit einem Inbusschlüssel festgedreht werden. Diese Anbringungsform erfordert keine nennenswerten handwerklichen Vorkenntnisse und ist im Vergleich zu allen anderen Montagen am schnellsten durchzuführen. Im Falle eines Auszuges lässt sich ein Klemm-Plissee ebenso rasch wieder abnehmen, ohne Montagespuren zu hinterlassen.

Für schwierige Fälle: Montage direkt auf der Scheibe

Manche Fenstermodelle stellen in Bezug auf die Montage eine besondere Herausforderung dar. So kann zum Beispiel die Glasleiste für eine geplante Glasleistenmontage zu rundlich sein. Viele Klemmträger-Montagen sind wiederum ungeeignet für dünne Aluminiumfenster oder feststehende Fensterverglasungen. In diesen Fällen gibt es die Möglichkeit, das Plissee mit länglichen Klebeleisten direkt auf der Fensterscheibe zu fixieren.

Reinigung und Pflege des plissierten Stoffes

Es ist ausreichend, das Faltrollo in regelmäßigen Abständen mit einer weichen Bürste, einem Microfasertuch oder Staubwedel abzustauben. Bestimmte Stofftypen können bei Bedarf auch feucht abgewischt oder per Handwäsche bei maximal 30 Grad gereinigt werden. Tipp: In Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit wie Badezimmer und Küche sollten vorzugsweise feuchtraumgeeignete Modelle verwendet werden. Deren Stoffe sind so konzipiert, dass sie auch im feuchteren Milieu formstabil bleiben und auch einer regelmäßigen Reinigung mit einem feuchten Tuch standhalten. Wer den Putzaufwand reduzieren möchte, kann auch auf schmutzabweisende Stoffvarianten zurückgreifen, an denen sich Staub nicht so schnell ansammelt.

Fazit

Plissees zählen hinsichtlich ihrer Funktionalität, Bedienung und Montage zu den vielseitigsten Sonnenschutztypen. Im Vergleich zu klassischen Vorhängen sind sie zudem äußerst platzsparend und überzeugen auch optisch durch ihr schlankes Äußeres. Ein wesentlicher Vorteil ist zudem, dass sie sich durch einen flexiblen Zuschnitt nach Maß und angepasste Montagesysteme für alle Fensterformen und auch schwierige Montagesituationen eignen.


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