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Förderungen für Altbausanierung – Welche gibt es?

Für die Sanierung von Altbauten gibt es eine Reihe unterschiedlicher Fördermöglichkeiten. Foto © ArTo stock adobe

Für die Sanierung von Altbauten gibt es eine Reihe unterschiedlicher Fördermöglichkeiten. Foto © ArTo stock adobe

Für die Sanierung von Altbauten gibt es eine Reihe unterschiedlicher Fördermöglichkeiten. Foto © ArTo stock adobe

Die Sanierung von Altbauten ist wichtig, um historische Gebäude zu erhalten und gleichzeitig energetisch zu modernisieren. Allerdings ist eine Altbausanierung i. d. R. mit erheblichen Kosten verbunden.

Glücklicherweise gibt es verschiedene staatliche Förderungen, die Eigentümern dabei helfen, die finanzielle Belastung zu reduzieren. In diesem Ratgeber werden wir uns näher mit den einzelnen Fördermöglichkeiten für die Altbausanierung befassen, um Ihnen eine Orientierungshilfe zu geben.

Was ist ein Altbau?

Als Altbau wird ein Gebäude bezeichnet, das bereits vor vielen Jahren oder Jahrzehnten errichtet wurde und in der Regel eine historische oder architektonische Bedeutung besitzt. Es handelt sich dabei um Immobilien, die eine längere Nutzungsgeschichte hinter sich haben und oft einen besonderen Charme sowie eine spezifische Bauweise aufweisen. Die genaue Definition eines Altbaus variiert je nach Region und kulturellem Hintergrund, da es keine einheitliche Zeitspanne gibt, die ein Gebäude als „alt“ klassifiziert.

In den meisten Fällen werden als Altbauten jene Gebäude bezeichnet, die vor dem Zweiten Weltkrieg oder vor den 1950er bzw. 1960er Jahren errichtet wurden. In einigen Gegenden können jedoch auch Gebäude, die vor den 1970er oder 1980er Jahren erbaut wurden, als Altbauten gelten.

Entscheidend ist hierbei, dass die Bauweise und die verwendeten Materialien nicht den heutigen Standards und Normen entsprechen und sie deshalb modernisiert und saniert werden müssen, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Ein typisches Merkmal von Altbauten ist ihre solide Bauweise mit dicken Mauern, hohen Decken und oft auch Stuckverzierungen oder anderen kunstvollen Details. Sie sind in der Regel weniger energetisch effizient als moderne Neubauten, da sie oft noch keine bzw. nur eine begrenzte Dämmung aufweisen. Dadurch können Altbauten im Winter kälter und im Sommer wärmer sein als moderne gut isolierte Häuser.

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Der Erhalt und die Sanierung von Altbauten sind nicht nur aus ästhetischer Sicht wichtig, sondern auch aus kultureller und historischer Perspektive. Alte Gebäude tragen zur Identität und Geschichte einer Stadt oder Region bei und sind Teil des kulturellen Erbes.

Die Sanierung von Altbauten ist jedoch fast immer mit hohen Kosten verbunden, da sie spezielle Materialien und Handwerkskunst erfordern, um den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu bewahren. Um diese Kosten etwas abzufedern oder überhaupt tragbar zu machen, gibt es Förderungen. Welche das sind, werden wir uns in den kommenden Abschnitten ansehen.

Welche Förderungen gibt es?

Es gibt zwei Hauptquellen staatlicher Förderungen für die Altbausanierung: die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

KfW-Förderungen

Die KfW bietet verschiedene Förderprogramme an, die sich gezielt an Immobilieneigentümer richten, welche ihre Altbauten energetisch sanieren möchten. Dazu zählt beispielsweise das KfW-Effizienzhaus-Programm, welches Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen für energetische Sanierungsmaßnahmen vergibt. Je nach geplanter Sanierungsmaßnahme und dem angestrebten energetischen Standard kann die Förderung in ihrer Höhe variieren.

Ein weiteres KfW-Programm ist der „Energieeffizient Sanieren“-Kredit, der günstige Fördergelder für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen beinhaltet. Auch hier ist der energetische Standard des Gebäudes ausschlaggebend für die Höhe der Förderung.

BAFA-Förderungen

Das BAFA bietet Förderungen für die Installation erneuerbarer Energien und Heizungstechnologien an. Diese Förderungen sind auch für Altbauten zugänglich, wenn Sie eine entsprechende Heizungsmodernisierung durchführen möchten. Zu den geförderten Maßnahmen gehören beispielsweise der Einbau von Solarthermieanlagen oder Biomasseheizungen.

Wie finde ich das passende Förderprogramm?

Die Suche nach dem passenden Förderprogramm für eine Altbausanierung kann zunächst etwas verwirrend sein, da es verschiedene staatliche Stellen und Institutionen gibt, die Förderungen für unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen anbieten. Arbeiten Sie am besten folgende Schritte ab, um das richtige Förderprogramm für Ihre Altbausanierung zu finden:

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Analyse der Sanierungsmaßnahmen

Erstellen Sie eine Liste der geplanten Sanierungsmaßnahmen für Ihren Altbau. Überlegen Sie, ob es sich um energetische Maßnahmen, den Einbau erneuerbarer Energien, den Austausch der Heizungsanlage oder andere Bauvorhaben handelt. Je nach Art der Sanierung kommen dann unterschiedliche Förderprogramme in Frage.

Energieberatung in Anspruch nehmen

Eine Energieberatung kann Ihnen wertvolle Informationen und Empfehlungen zu den geeigneten Förderprogrammen geben. Oft bieten lokale Energieberatungsstellen oder auch Architekten und Energieexperten Unterstützung an bei der Planung der Altbausanierung und der Auswahl der passenden Förderungen.

KfW-Förderungen prüfen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine wichtige Anlaufstelle für Förderungen im Bereich der Altbausanierung. Die KfW bietet verschiedene Programme an. Prüfen Sie, ob Ihre Sanierungsmaßnahmen zu einem dieser Programme passen und informieren Sie sich über die Förderkonditionen.

BAFA-Förderungen prüfen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet Förderungen für den Einsatz erneuerbarer Energien und Heizungsoptimierungen an. Wenn Ihre Sanierung den Einbau einer Solarthermieanlage, einer Biomasseheizung oder ähnliches beinhaltet, könnten BAFA-Förderungen hierfür relevant sein.

Regionale Förderungen recherchieren

Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderungen für die Altbausanierung an. Informieren Sie sich daher auch über regionale Fördermöglichkeiten, die speziell auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sind.

Experten und Fachleute konsultieren

Bei Fragen und Unsicherheiten können Sie sich an Energieberater, erfahrene Architekten für Altbausanierung oder ebensolche Handwerker wenden. Diese Experten können Ihnen bei der Auswahl des passenden Förderprogramms und der Antragstellung behilflich sein.

Fazit

Die Altbausanierung ist eine wichtige Aufgabe, um historische Gebäude zu erhalten und gleichzeitig die Energieeffizienz zu verbessern. Die staatlichen Förderungen der KfW und des BAFA bieten eine finanzielle Unterstützung, um die Kosten der Sanierung zu reduzieren. Es lohnt sich, frühzeitig Informationen zu den Fördermöglichkeiten einzuholen und gegebenenfalls eine professionelle Energieberatung in Anspruch zu nehmen, um das optimale Förderprogramm für die individuelle Sanierung zu finden.

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Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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