Putz im Badezimmer – Wissenswertes und Tipps zur richtigen Auswahl

Putz im Badezimmer. Geht das? Soll das? Wie wirkt das? Unser Ratgeber zeigt, worauf Sie achten sollten.

In deutschen Badezimmern sind Fliesen an der Wand Standard. Die Wände in der Dusche, über der Badewanne und dem Waschbecken sind in der Regel alle gefliest. Viele Bäder haben auch am Boden und den übrigen Wänden Fliesen, allerdings gefällt das nicht jedem. Ein weiterer wichtiger Punkt, den es hinsichtlich der Fliesen zu beachten gilt: Sie sind mit ihren Fugen besonders anfällig für Feuchteschäden und Schimmel. Für Bauherren und Renovierer ist Putz im Badezimmer daher eine gute Alternative.

Bäder sind eigentlich gar keine Feuchträume

Im Allgemeinen gelten Badezimmer als Feucht- oder Nassräume, doch dies ist eigentlich nicht richtig. Gemäß DIN V 18550 (Ausführung von Putz und Putzsystemen) zählen Bäder wie auch Küchen zu den Innenräumen mit üblicher Luftfeuchtigkeit und sind streng genommen also keine Feuchträume. Bei sachgemäßer Benutzung tritt die Feuchtigkeit in diesen Räumen nur vorübergehend auf. Demnach kann man in Bädern eine Vielzahl von gängigen Putzarten verwenden.

Mineralischer Putz im Badezimmer

Wenn das Badezimmer im üblichen Rahmen genutzt wird, dann können die Wände mit einem mineralischen Putz auf der Basis von Zement, Gips oder Kalk verputzt werden. Im Handel gibt es zahlreiche für Bäder geeignete fertige Trockenmischungen. Darüber hinaus finden Bauherren viele Produkte zum Weiterbehandeln der Putzoberfläche – beispielsweise Wachse. Mit diesen Ergänzungen werden die Stabilität des Putzes erhöht und ein Feuchteschutz aufgebracht.

Diese Putzarten eignen sich für das Badezimmer

Bei den unterschiedlichen Putzarten gibt es allerdings einiges zu beachten. So wird Gipsputz bei übermäßiger Feuchtigkeit bröckelig und verliert seine Festigkeit. Dank seiner Zusammensetzung kann er aber sehr gut Nässe sowie Wasserdampf aufnehmen und anschließend wieder abgeben. Dafür ist es aber wichtig, dass er nur ab und an mit Feuchtigkeit benetzt wird und danach gut trocknen kann. Für die Duschwände ist Gipsputz also nicht wirklich die richtige Wahl.

Kalkputz ist Gipsputz in vielerlei Hinsicht ähnlich. Ein großen Pluspunkt bietet er aber bei der Schimmelvermeidung: Auf einer glatten, intakten und sauberen Kalkfläche können Schimmelsporen nicht überleben, da sie dort keine Nahrung finden. Allerdings ist Kalkputz auch für die Wände, die mit dem Wasser direkt in Kontakt kommen, wie die in der Dusche, nicht wirklich geeignet.

Anders sieht das beim Zementputz aus: Er lässt sich hervorragend an Duschwänden nutzen. Diese Putzart wird sehr fest und rau, deshalb muss sie an allen Stellen, wo sie mit Haut in Kontakt kommen könnte, sehr gut geglättet werden. Eine Alternative wäre es hier, ein geeignetes Material als Oberfläche aufzubringen, dass den Zementputz schön glatt macht.

Trockenmischungen aus dem Handel lassen sich einfach verarbeiten

Im stationären oder im Online-Handel gibt es viele fertige Trockenmischungen für Putz, die sich sehr leicht verarbeiten lassen. So muss man nicht mit Gips, Kalk oder Zement in Reinform arbeiten. Die Mischungen sind problemlos anzurühren und aufzubringen. Sie lassen sich komplikationslos verteilen und binden nur langsam ab, sodass genügend Zeit zum Verarbeiten bleibt.

Alte Fliesen: Behalten oder abschlagen?

Ist der richtige Putz für das Badezimmer gefunden, stellt sich eine weitere Frage: Was geschieht mit den alten Fliesen – sollte man diese entfernen oder überputzen? Hier kommt es immer auf den eigenen Anspruch an. Wenn das Renovieren schnell gehen soll und das Badezimmer geräumig ist, dann kann man die Fliesen ganz einfach überputzen. Allerdings reichen die Fliesen in vielen Zimmern nicht bis zur Decke, weshalb es eine Fliesenkante gibt. Diese muss dann aufwendig angeglichen werden, oder sie bleibt weiter bestehen. Problematisch wird es, wenn Fliesen kaputt und lose sind oder sogar fehlen. Auch Schimmel in den Fugen sind ein Grund dafür, dass man Fliesen nicht einfach mit einem Putz verdecken kann.

In diesen Fällen müssen die Fliesen akkurat entfernt werden. Dies ist eine anstrengende und staubige Angelegenheit, die für viel Schutt sorgt, der ebenfalls beseitigt werden muss. Natürlich kann man diese Arbeit auch dem Fachmann überlassen, der sie schnell erledigt. Der Aufwand lohnt sich aber in den meisten Fällen, da das Badezimmer ohne die Fliesen und nur mit Putz an den Wänden etwas größer wird. Gerade bei kleineren Bädern ist dies zumeist die bessere Lösung. Besonders im Altbau kann der Platzgewinn immens sein, da Fliesen früher mit einem anderen Verfahren verlegt wurden. Damals kam ein ordentlicher Teil an Mörtel unter die Fliese.

Putz im Bad – empfehlenswerte Alternative zum Fliesenspiegel

Obwohl in vielen Badezimmern noch Fliesen an den Wänden kleben, sind diese bei Renovierungen nicht unbedingt das Mittel der Wahl. Wer an seine Badezimmerwände Putz anbringt, der kann gleich von mehreren Vorteilen profitieren: So sind Putzwände weniger anfällig für Schimmel und Schmutz, da an ihnen keine Fugen nötig sind. Der Kalkputz bietet bei richtiger Verarbeitung und sachgemäßer Benutzung des Badezimmers sogar einen gewissen Schutz vor Schimmel. Betonputz sieht nicht nur modern aus, sondern kann aufgrund der festen Struktur sogar in der Dusche benutzt werden. Da es zahlreiche Oberflächenmaterialien für verschiedene Arten von Putz gibt, kann sich jeder Bauherr seinen Badezimmerputz gestalten, wie er es möchte. So tragen Badezimmerwände mit Putz zu einem individuellen Aussehen von Wohnung oder Haus bei.


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