Rasen mähen oder mulchen – die Vor- und Nachteile

Während die meisten Menschen nicht viel über das Rasenmähen nachdenken, gibt es zwei weitere kleine Lager, die einerseits das Mähen des Rasens für die optimale Rasenpflege halten, andererseits aber auf das Mulchen schwören.

Welche Partei hat nun Recht? Auch wenn sich diese Frage nicht endgültig beantworten lässt, so versuchen wir in diesem Artikel doch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Rasen mähen, Rasen mulchen – die Unterschiede

Beginnen wir mit den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden zwischen den beiden Verfahren, den Rasen zu kürzen. Während beim Rasen mähen ein Rasenmäher den Rasen auf die gewünschte Länge schneidet und direkt den Grünschnitt in einem Korb hinter dem Rasenmäher auffängt, so geht es beim Mulchen darum, den Grünschnitt möglichst fein zu halten und auf der Wiese zu belassen.

Hierzu wird ein sogenannter Mulchmäher benötigt, der das abgeschnittene Gras möglichst klein häckselt und direkt auf dem Rasen verteilt. Übrigens gibt es bereits gute Mulchrasenmäher, zum Beispiel von der Firma Stihl, die sich mit wenigen Handgriffen vom Rasenmäher zum Mulchmäher umbauen lassen. Übrigens: Im Internet finden Hobbygärtner viele verschiedene Mulcher im Überblick.

Vor- und Nachteile des Rasenmähens

Das Rasenmähen ist die einfachste Möglichkeit, den Rasen zu kürzen. Zwischen zwei Mähvorgängen darf der Rasen durchaus ein paar Zentimeter wachsen. Insgesamt muss man also wesentlich seltener den Rasen mähen.

Da der Grünschnitt auch sofort aufgefangen wird und sich anderswo entsorgen lässt, sieht der Rasen nach dem Mähen immer gepflegt und sauber aus.

Genau der Grünschnitt ist aber auch das größte Problem beim Mähen. Dadurch, dass er entsorgt wird, werden die darin enthaltenen Nährstoffe dem Boden nicht wieder zugeführt. Dies kann bedeuten, dass der Rasen im Sommer blass aussieht und nicht so kräftig ist. Es ist meistens notwendig, den Rasen ein bis zweimal im Jahr zusätzlich zu düngen. Häufig ist der Rasen im Sommer ohne Mulch, der den Rasen einige Tage bedeckt, bis er auf dem Boden gelangt, deutlich empfindlicher für Sonne und Hitze.

Wer häufig mäht, kann zudem das Problem haben, dass sich die die ursprünglich ausgesäte Gräsermischung ändert. Häufig vermehrt sich der Rotschwingel und die Wiesenrispe nimmt ab. Was sich banal anhört, kann aber am Ende zu einem Rasen mit vermehrter Filzbildung führen. 

Letztlich ist auch die Entsorgung des Rasenschnitts häufig ein Problem. Insbesondere in den Innenstädten gibt es kaum die Möglichkeit, einen Kompost anzulegen. Viele Gartenbesitzer fahren dann regelmäßig mit dem eigenen Auto zur Mülldeponie, nur um den Rasenschnitt zu entsorgen. Auf dem Land hingegen ist die Entsorgung des Rasenschnitts in der Regel dank einer Biotonne möglich.

Die Vor- und Nachteile des Mulchens

Unter vielen Hobbygärtnern wird das Mulchen immer beliebter, bietet das doch einige Vorteile für den Rasen. Dadurch dass der Mulch auf dem Rasen verbleibt und innerhalb weniger Tage zum Boden sinkt, wird die Struktur des Bodens deutlich verbessert. Wenn der Mulch nach und nach auf dem Boden verrottet, gelangen die Nährstoffe langsam in die Erde. Es verhält sich ähnlich wie mit einem hochwertigen Kompost, der die Qualität des Bodens deutlich verbessert. Zudem trägt der Mulch dazu bei, dass im Sommer der Boden nicht zu schnell austrocknet und der Rasen dadurch schön grün bleibt.

Übrigens ersetzt das Mulchen nicht vollständig das jährliche Düngen des Rasens. Sie benötigen zwar deutlich weniger Dünger und brauchen nur noch selten düngen, aber vollständig stellt auch Mulch die Bodenqualität nicht wieder her.

Dennoch hat das Mulchen auch einen Nachteil. Der Rasen muss regelmäßig gemulcht werden, damit immer nur kleine Mengen des Mulchs auf den Rasen gelangen. Unter größeren Mengen würde der Rasen praktisch ersticken und zudem viel zu wenig Luft bekommen.

Optimal ist, wenn man bereits immer dann mulcht, wenn der Rasen ungefähr 2 cm gewachsen ist. Insbesondere in den späten Frühlingsmonaten und den ersten Sommermonaten, wenn das Grün schießt, kann man mindestens einmal pro Woche den Mulcher herausholen. Letztlich kann dies dazu führen, dass man nach zwei oder gar drei Wochen Sommerurlaub zunächst normal mähen muss, oder aber den überschüssigen Mulch von dem Rasen herunterharken muss.

Leider ist das Mulchen per se nicht auf jedem Rasen möglich. In sehr sandigen Böden leben nur wenige Mikroorganismen, die den Mulch zersetzen können. Das Aufbringen von Mulch ist hier also nicht angebracht. Ebenso gilt dies für schattige Standorte, möglicherweise noch mit einem harten und schlecht durchlässigen Boden, wo der Mulch zu langsam verrottet und sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Rasenfilz oder Moos bilden werden.

Fazit

Wie bereits eingangs angekündigt, lässt sich offensichtlich die Frage, ob mähen oder mulchen besser ist, nicht klar beantworten. Entscheidend sind vor allem die Qualität des Bodens sowie der Standort des Rasens. An sehr feuchten Standorten oder bei sehr sandigen oder sehr harten Böden empfiehlt sich eher der Rasenmäher. Passen aber die genannten Standort-Faktoren, so gilt für den Rasenbesitzer lediglich noch zu überlegen, ob man sich langfristig mit dem regelmäßigen Mulchen und dem damit verbundenen zusätzlichen Zeitaufwand anfreunden kann. Zumindest aus ökologischer Sicht und im Sinne der Nachhaltigkeit ist das regelmäßige Mulchen des Rasens jedoch sinnvoll.


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