Ohne Kissen schlafen – Das sind die Pros und Contras

Kissen erfüllen seit vielen Jahrzehnten eine praktische Funktion: Sie betten den Kopf nachts weich und wirken somit dauerhaften Rücken- und Nackenschmerzen entgegen.

In manchen Fällen kann es allerdings kontraproduktiv sein, ohne Kissen ein- und durchzuschlafen. Folglich beschäftigt sich dieser Artikel mit den spezifischen Vor- und Nachteilen, die dafür bzw. dagegen sprechen, ohne ein Kissen zu schlafen

Welche Vorteile es mit sich bringt, ohne Kissen zu schlafen

Generell sind die meisten Menschen an ein Kissen gewöhnt und können es sich nicht vorstellen, ohne solches einzuschlafen. Dabei kann ein Kissen, das Körper oder Wirbelsäule in der gewählten Liegeposition falsch ausrichtet, sogar ungesund sein. Eine besondere Rolle spielt dabei die Schlafposition.

Für Bauchschläfer bringt es Vorteile mit sich, wenn sie auf ein Kissen verzichten. Denn generell wirkt sich ein Kissen beim Schlafen auf dem Bauch eher hinderlich aus, da Bauchschläfer den Kopf verdrehen und die Atmung an einem Kissen dann schwerer fällt als auf der Matratze. Zudem können sich durch das Einsinken im Kissen unreine Hautstellen bilden, die manche als störend empfinden.

Sinnvoller ist es also für Seitenschläfer, egal wie das Schlafzimmer eingerichtet ist, hohe Ansprüche an die Matratze zu stellen. Am besten eignen sich Kaltschaummatratzen mit hoher Punktelastizität und variablem Härtegrad, die das Becken stützen und der Wirbelsäule dadurch zu einer entspannten Position verhelfen.

Weniger unreine Haut bei einem Schlaf ohne Kissen

Viele Menschen haben, wie eine Infografik bestätigt, dauerhaft Probleme beim Einschlafen. Lediglich vier von zehn Befragten finden bereits nach maximal zehn Minuten in den Schlaf. Die meisten brauchen nach dem Zubettgehen bis zu 30 Minuten, um einzuschlummern. Auch nachts wälzen sich viele unruhige Schläfer im Bett, wodurch sich ihr Gesicht verstärkt in das Kissen drückt. Als unmittelbare Folge entstehen neben den Druckstellen auch unreine Hautstellen, wenn Schmutz-oder Staubreste vom Gesicht nachts in das Kissen eingerieben werden. Wer also verstärkt zu Hautunreinheiten oder Allergien neigt, sollte erwägen, fortan ohne Kissen einzuschlafen.

Schlaf ohne Kissen kann Rücken- und Nackenschmerzen reduzieren

Aus anatomischer Sicht bringt der Mensch eine gerade Wirbelsäule mit, die – auf einigen Kissen gebettet – nachts in einer eher unnatürlichen Position verharren muss. Da der Nackenbereich dadurch unangenehm geknickt wird, können am nächsten Morgen Verspannungen auftreten.

Um den unangenehmen Schmerzen vorzubeugen, lohnt es sich vielfach, einige Nächte einfach auf ein Kissen zu verzichten. Alternativ zeigen Nackenkissen im Test hervorragende Abstützeigenschaften, sodass sie für Rückenschläfer optimal geeignet sind. 

Schnarchern und Allergikern verhilft ein kissenfreies Bett zu einer erholsameren Nachtruhe

Statistisch betrachtet schnarchen rund 80 Prozent aller Menschen im Schlaf. Durch den Verzicht auf ein Kissen kann sich die Nachtruhe für Schnarcher erheblich verbessern, da der Kopf direkt auf der Matratze in einer geraden Position aufliegt. Dadurch fallen Schläfer schwerer in die Haltung, in welcher der Kopf überstreckt wird. Da das typische „Gaumensegeln” dann nicht mehr entsteht, reduzieren sich die störenden nächtlichen Schnarchgeräusche. 

Auch für Allergiker bietet es sich an, tendenziell ohne Kissen zu schlafen. Grund dafür sind die Hausstaubmilben, deren Kot sich in den weichen Fasern ansammelt und Niesattacken oder Atemnot auslösen kann. Schweiß und andere Flüssigkeiten füttern die Milben, wodurch sie sich verstärkt auf Kissen und Bettdecken vermehren.

Deshalb tun Allergiker gut daran, entweder komplett ohne Kissen zu schlafen oder sich Produkte mit antibakterieller Wirkungsweise wie Zirbenkissen zu kaufen, die Motten, Milben und andere Insekten dank ihrer ätherischen Öle fernhalten. 

Contra-Argumente, die gegen einen Schlaf ohne Kissen sprechen

Ohne Kissen in den Schlaf zu finden, kann auch Nachteile mit sich bringen. Besonders für Rücken- und Seitenschläfer ist es nicht immer gut, ohne ein Kissen zu schlafen. Wie erwähnt, liegen Bauchschläfer ohne Kissen entspannter, was für Rückenschläfer beispielsweise nicht gilt. Im Gegenteil: Durch die gerade und flache Rückenlage verstärkt sich die Durchblutung im Kopf, wodurch Druckgefühle oder Ohrenrauschen auftreten können. Abhilfe schaffen auf harten Matratzen entweder sehr flache Kopfkissen oder weiche bis maximal mittelfeste Matratzen, auf der Rückenschläfer auch ohne Kopfkissen zur Ruhe kommen. 

Seitenschläfer sollten ebenfalls versuchen, auf einem Kissen einzuschlafen. Insbesondere dickere Kissen entlasten die Halswirbelsäule und bieten eine gute Basis, um Kopf und Rücken nachts in ihrer natürlichen Haltung zu betten. Da der Kopf ohne Kissen bei Seitenschläfern gewissermaßen in der Luft verharren würde, ist es wichtig, mit dem richtigen Produkt den Schlafkomfort zu erhöhen. 

Weniger Entspannung beim Schlaf ohne Kissen

Bei einer geraden Schlafposition ohne Kissen liegt der Kopf mit dem restlichen Körper auf einer Ebene, was bei einigen Menschen Schwindel auslösen kann. Besonders Rückenschläfer empfinden die durchgehend gerade Position vielfach als belastend, da sie im Schlaf versteifen und sich nicht entspannen können. Um die Kopfhaltung während der Nacht zu variieren und dadurch einen Positionswechsel zu ermöglichen, erweist sich ein Kissen folglich als hilfreich. 

Fazit zum Pro & Contra von Kissen

Das Schlafen ohne Kissen bringt vorteilhafte und nachteilige Aspekte mit sich. Nicht jeder Schlaftyp profitiert von kissenfreien Nächten, sodass keine pauschale, allgemeingültige Empfehlung ausgesprochen werden kann. Sinnvoll ist es, auszuprobieren, ob der kissenfreie Schlaf die Nachtruhe erheblich verbessert. Ein erholsames Gefühl am nächsten Morgen, ohne dass Glieder-oder Nackenschmerzen auftreten, spricht dafür, zukünftig gelegentlich oder dauerhaft kein Kissen zum Schlafen unterzulegen.


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