Das allergikergerechte Haus – auf diese Punkte gilt es zu achten

Allergien, Asthma und Neurodermitis zählen, neben klassischen Rückenbeschwerden, zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden in Industrienationen. Da ist es wichtig, das eigene Heim allergiegerecht zu gestalten.

In ganz Europa sind rund 60 Millionen Menschen von mehr oder weniger schwerwiegenden Allergien betroffen. Wie schwerwiegend die Problematik allein in Deutschland ist, zeigt der Umstand, dass von diesen rund 60 Millionen Allergikern in Europa mehr als 20 Millionen allein aus Deutschland kommen. Damit ist das Risiko, an Allergien zu leiden, in Deutschland deutlich höher als in vielen anderen Ländern Europas und weltweit.

Das WHO vor Allergien warnt und diese als ernst zu nehme gesundheitliche Belastung mit pandemischem Ausmaß einstuft, zeigt zusätzlich, dass man das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ein weiterer Punkt, der beim Thema Allergien nur selten Beachtung findet, ist der Umstand, dass in jedem Jahr weltweit mehrere Tausend Menschen an den Folgen einer allergischen Reaktion sterben.

Allergiker tun also grundsätzlich gut daran, dafür zu sorgen, dass sie in ihrem Umfeld so wenig wie möglich mit den Stoffen in Berührung kommen, die ihre Allergien auslösen. Denn eine unbeachtete und unbehandelte Allergie kann schnell zu Kreuzallergien – also zu weiteren Allergien beispielsweise im Lebensmittelbereich – führen. Vor allem Pollenallergiker neigen dazu, im Verlauf ihres Lebens zusätzliche Lebensmittelallergien zu entwickeln.

Wir zeigen Ihnen in der Folge einige Punkte, die Sie beachten sollten, wenn es darum geht, Ihr Haus so allergikerfreundlich wie möglich zu gestalten.

Das allergikerfreundliche Haus – schon beim Bau gibt es Punkte, die Sie beachten können

So stellt der Allergie-Verein in Europa auf seiner Internetseite beispielsweise ein Programm des Instituts für Umwelt und Gesundheit (IUG) in Fulda vor, in dem es um die Schaffung eines „Allergiker-gerechten Öko Hauses“ geht. Dabei sollen einerseits die Gesichtspunkte des Niedrigenergiehauses berücksichtigt werden, andererseits aber auch die Probleme von Allergikern im Mittelpunkt stehen.

Denn gerade die Hausvarianten, die auf einen möglichst geringen Energieverbrauch und ein hohes Maß an Isolation hin geplant sind, bringen damit auch einen sehr geringen natürlichen Luftaustausch mit. Dadurch können sich Schadstoffe in der Luft, die zu allergischen Reaktionen führen können, deutlich erhöhen. Deshalb muss hier schon bei der Planung des Hauses mit Baumaterialien gearbeitet werden, die eben möglichst wenige Emissionen abgeben. Harze, tierische Fasern in der Dämmung und diverse andere Baustoffe können wiederum Stoffe enthalten, die Allergien hervorrufen oder verstärken.

Um diese Gefahren gerade bei modernen Neubauten zu reduzieren, arbeitet das IUG an dem Konzept des Allergiker-gerechten Öko Hauses.

Was Sie jeden Tag im Haushalt beachten können

In den eigenen vier Wänden gibt es verschiedene Dinge, die Ihnen als Allergiker das Leben leichter machen können – wenn Sie sie im täglichen Leben oder bei der Planung Ihrer Einrichtung beachten. Hier einmal die wichtigsten Punkte:

  • den richtigen Bodenbelag wählen
  • regelmäßig reinigen – aber richtig
  • das Schlafzimmer allergikerfreundlich gestalten
  • die Wäsche richtig waschen

Wenn Sie diese vier Punkte anwenden, werden Sie schnell feststellen, dass sich viele Beschwerden schon deutlich verbessern oder ganz vermieden werden können.

Den richtigen Bodenbelag wählen

In einem allergikergerechten Haus sollten Sie auf Bodenbeläge, in denen sich Staub, Schmutz und andere Stoffe absetzen können, möglichst verzichten. Glatte Böden wie Fliesen, Parkett oder Laminat sind hier besser geeignet. Sie lassen sich problemlos reinigen und es bleiben keine Rückstände im Bodenbelag. Teppiche sind dabei deutlich problematischer – vor allem, wenn sie aus Tierhaaren bestehen, da gerade diese in vielen Fällen allergische Reaktionen auslösen oder verstärken können.

Generell ist es sinnvoll, Bodenbeläge wie Vinyl in einem solchen Fall auch zu versiegeln. Das vereinfacht die Reinigung und schützt den Bodenbelag nachhaltig.

Regelmäßig reinigen – aber richtig

Auch Chemikalien können ein Auslöser für Allergien sein. In einem allergikergerechten Haushalt sollten Sie auf chemische Reiniger so weit wie möglich verzichten und lieber auf die Möglichkeiten ökologischer Reinigung zurückgreifen.

Tipp

Gerade bei glatten Böden sollten Sie mindestens jede vierte Reinigung mit klarem Wasser vornehmen, um Reinigungsmittelrückstände vom Boden zu entfernen und eine stumpfe Optik zu vermeiden.

Das Schlafzimmer allergikerfreundlich gestalten

Ein sehr wichtiger Bereich im allergikerfreundlichen Haushalt ist das Schlafzimmer. Wer beispielsweise eine Hausstauballergie hat, reagiert nicht auf den Staub selbst allergisch, sondern auf den Kot der Hausstaubmilben. Diese lassen sich sehr gern im Schlafzimmer nieder, da hier im Vergleich zu den meisten anderen Wohnräumen oftmals deutlich mehr Staub anfällt. Die Milben selbst finden Sie beispielsweise in Ihrer Bettwäsche, aber auch im Topper. Wie Sie Ihren Topper optimal reinigen, wird unter anderem in diesem Artikel näher erläutert:

https://komfortabel24.de/magazin/topper-bezug-waschen/

Regelmäßiges Staubwischen, Staubsaugen und Wischen des Bodens sind dabei letztlich genauso wichtig wie der Umstand, dass keine gebrauchte Wäsche offen herumliegt und Sie regelmäßig lüften.

Tipp

Das Thema Lüften ist für Allergiker nicht immer leicht. Denn gerade Pollenallergiker haben im Frühling im Sommer, wenn die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren Hochsaison haben, Probleme mit dem Lüften. Denn auf diesem Weg können Pollen auch in die Innenräume kommen und so allergische Beschwerden verschärfen. Eine Lösung können Pollenschutzgitter vor dem Fenster sein.

Die Wäsche richtig waschen

Allergiker müssen beim Waschen der Wäsche auf drei wichtige Faktoren achten.

  • die Wahl des richtigen Waschmittels
  • Waschen der Wäsche mit mindestens 60 Grad
  • das richtige Trocknen der Wäsche

Waschmittel enthalten oft Duftstoffe und Weichmacher, die ihrerseits wieder allergische Reaktionen auslösen können. Wenn Sie ein Waschmittel gefunden haben, mit dem alle Mitglieder im Haushalt gut auskommen, sollten Sie diesem auch treu bleiben. Denn gerade bei einem Wechsel des Waschmittels kann es schnell zu allergischen Reaktionen kommen.

Wenn Sie unter einer Hausstauballergie leiden, ist es besonders wichtig, dass Sie Wäsche und Bettgarnitur bei mindestens 60 Grad waschen. Denn erst ab 60 Grad werden Milben erfolgreich abgetötet.

Auch bei einer Pollenallergie sollten Sie Kleidung, die im Außenbereich getragen wurde, im besten Fall nach jedem Tragen waschen. Das reduziert die Pollenbelastung der Kleidung erheblich. Allerdings sollten Sie dem Drang widerstehen, die Wäsche an schönen Tagen im Freien zum Trocknen aufzuhängen. Denn beim Trocknungsvorgang in der Sonne können sich wiederum Pollen auf den Kleidungsstücken absetzen.

Fazit

Allergien bringen ernst zu nehmende gesundheitliche Schwierigkeiten mit sich und sollten niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Dabei können oftmals schon ein paar einfache Tricks und Verhaltensweisen helfen, die persönliche Belastung durch Allergien deutlich zu reduzieren.


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