Türsprechanlagen – Möglichkeiten im Überblick

Eine Türsprechanlage kennt man im Allgemeinen aus Mehrfamilienhäusern. Doch auch im klassischen Einfamilienhaus oder in einem Zweifamilienhaus bringt eine Türsprechanlage eine Menge Komfort und zusätzliche Sicherheit mit sich.

Wer heute einen Neubau plant, tut gut daran, von vornherein die passende Technik für die Integration einer Türsprechanlage einzuplanen. Dazu zählt beispielsweise auch eine Türklingel mit Kamera. Doch noch vor wenigen Jahren wurde grade bei Einfamilienhäusern oder bei Wohnungen in kleineren Wohneinheiten nicht an die Installation einer Türsprechanlage gedacht.

Für diese Immobilien gibt es heute die Möglichkeit, solche Anlagen nachzurüsten. Dabei können Sie wählen zwischen einer Türsprechanlage mit Videokamera und einer solchen mit reiner Tonübertragung. Erstere bringt dabei natürlich den Vorteil, dass Sie hier direkt sehen, wer bei Ihnen vor der Tür steht, und das oftmals schon, bevor Sie selbst über die Gegensprechanlage Kontakt zu der Person vor der Haustür aufgenommen haben.

Schon gewusst?

Vor allem Türsprechanlagen mit Videofunktion erfreuen sich heute bei Menschen, die aus Sicherheitsgründen eine Türsprechanlage installieren möchten, großer Beliebtheit. Denn gerade der Faktor, dass Sie genau sehen, mit wem Sie über die Gegensprechanlage kommunizieren, schafft einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor. Wichtig ist dabei allerdings zu beachten, dass es gerade bei der Frage nach der Rechtmäßigkeit einer direkten oder indirekten Videoüberwachung einige Punkte zu beachten gilt.

Unabhängig davon, ob Sie einen Neubau planen oder ob Sie Ihre bestehende Immobilie mit einer Türsprechanlage nachrüsten möchten – es ist nicht immer einfach, die passende Türsprechanlage zu finden. Es gibt verschiedene Varianten von Türsprechanlagen. Im Folgenden möchten wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Türsprechanlagenarten einmal kurz vorstellen und zeigen, für welchen Personenkreis welche Variante am ehesten infrage kommt.

Türsprechanlagen – Möglichkeiten im Überblick

Um zu verstehen, welche verschiedenen technischen Möglichkeiten es in Bezug auf Türsprechanlagen gibt, muss man sich erst einmal kurz mit der generellen Funktion einer Türsprechanlage auseinandersetzen. Generell verfügt eine Türsprechanlage über ein Außenteil, das an der Haustür oder am Gartentor bzw. am Tor vor der Garagenauffahrt angebracht wird. Hier ist ein Lautsprecher mit integriertem Mikrofon angebracht. Im Inneren des Hauses ist die Empfängeranlage. Bei klassischen Türsprechanlagen meist in Form eines Telefonhörers nahe der Haus- oder Wohnungstür ist die Empfängeranlage meist auch mit der Möglichkeit der direkten Türöffnung verbunden.

Viele moderne Türsprechanlagen verfügen zusätzlich über eine Videokamera, sodass Sie im Inneren des Hauses genau sehen können, was vor dem Außenteil der Türsprechanlagen gerade vor sich geht. Wenn von unterschiedlichen Typen im Bereich der Türsprechanlage die Rede ist, dann gibt es hier zwei Arten der Unterscheidungsmöglichkeiten. Das eine ist die Frage der Übertragung vom Außenteil zur Empfängerstation. Die zweite Möglichkeit der Unterscheidung ist die zwischen reinen Türsprechanlagen und solchen Modellen mit einer Videokamera.

Unterschiede in der technischen Verbindung

Hier gibt es drei verschiedene Varianten.

  • WLAN-Türsprechanlage
  • DECT Türsprechanlage
  • Türsprechanlage mit Drahtverbindung

Die WLAN-Türsprechanlage wird in ein bestehendes WLAN-Netzwerk im Haus integriert. Dabei verbinden sich Türklingel und Empfängeranlage über den WLAN-Router. Das funktioniert beispielsweise über Smart Home Elemente wie Amazons Alexa. Hier können kompatible Türklingeln mit dem nächsten Alexa Dot im Haus verbunden werden. Der Alexa Dot im Haus selbst fungiert dann als Wiedergabegerät für die Türklingel einerseits und als Lautsprecher und Mikrofon für die Gegensprechanlage andererseits.

Da sich Smart Home Lösungen in den letzten Jahren bei den meisten Deutschen immer größerer Beliebtheit erfreuen, sind entsprechende WLAN-Modelle gerade zum Nachrüsten einer Türsprechanlage, die in ein solches Smart Home System integriert werden soll, oft die erste Wahl.

Tipp

Viele Immobilieneigentümer planen die Integration einer neuen Türsprechanlage direkt in Kombination mit anderen Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten. Oftmals bietet es sich beispielsweise an, den Einbau einer Türsprechanlage mit dem Anbau eines Vordaches oder eines Windfangs vor dem Haus zu kombinieren.

DECT Türsprechanlagen hingegen funktionieren mit einer gänzlichen anderen Technologie als WLAN-Türsprechanlagen. DECT steht für „Digital Enhanced Cordless Telecommunications“ – einen Funktechnikstandard, der für gewöhnlich bei Telefonanlagen mit einem Handgerät Verwendung findet. Die Klingel wird in diesem Fall mit der Telefonanlage im Haus verbunden. Die Gegensprechanlage vor der Tür kann von jedem mit der Telefonanlage verbundenen Handgerät im Haus aus bedient werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei eigener Abwesenheit eine Umleitung auf das Handy einzurichten.

So erhalten Sie auf Ihrem Handy, wenn jemand an Ihrer Tür klingelt, eine Nachricht und können über das Handy mit der Person vor der Haustür sprechen. Eine weitere zusätzliche Option, die in der Hauptsache DECT Türsprechanlagen bieten, ist die Schaltung eines Anrufbeantworters. Hier kann ein Besucher, der Sie gerade nicht zu Hause erreicht hat, auf Ihrem Anrufbeantworter über die Türsprechanlage eine Nachricht hinterlassen.

Klassische Türklingeln und Türsprechanlagen kommen drahtgebunden daher und sind durch zwei- oder vieradriges Kabel mit entsprechender Verdrahtung miteinander verbunden. Bei Bestandsbauten mit bereits liegender Verdrahtung kann auch bei einer Nachrüstung das bereits vorhandene Drahtsystem verwendet werden. Funktioniert das nicht, sind hier Funk-Überträger wie die WLAN- und die DECT-Modelle die Alternative der Wahl.

Drahtgebundene Modelle bieten im Vergleich zu Funk-Überträgern den Vorteil, dass sie deutlich weniger anfällig für Störungen sind. Außerdem kann es hier nicht zu Problemen kommen, wenn das Empfangsteil etwas zu weit vom Sender entfernt steht und die Verbindung schlechter wird. Darüber hinaus besteht bei einem drahtgebundenen Modell nicht die Gefahr, dass sich ein Außenstehender in die Anlage einhacken könnte.

Zu guter Letzt bieten drahtgebundene Modelle den Vorteil, dass hier keine zusätzliche Stromversorgung notwendig ist. Anders als bei funkgesteuerten Türsprechanlagen, bei denen zumeist Sender und Empfänger jeweils eine separate Stromquelle benötigen, wird das Außenteil hier in der Regel vom Empfänger direkt mit der notwendigen Energie versorgt.

Der große Nachteil ist hier natürlich die fehlende Flexibilität. Während eine WLAN-Türsprechanlage, die im Zusammenhang mit einem Smart Home System wie Amazons Alexa genutzt wird, von jedem Alexa-fähigen Gerät im Haus aus bedient werden kann, braucht ein drahtgebundenes Modell ein fest installiertes Empfängerteil im Inneren des Hauses.

Die Videotürsprechanlage als zusätzlicher Faktor

Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung ist die Differenzierung zwischen Türsprechanlagen mit Video-Funktion und solchen mit reiner Sprachübertragung. Letztlich lassen sich alle drei oben genannten Varianten mit entsprechender Video-Technologie kombinieren.

Der Vorteil einer Türsprechanlage mit Videokamera ist die zusätzliche Sicherheit für die Personen im Haus, die so genau sehen können, wem sie im Zweifelsfall die Tür öffnen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, beispielsweise über das Handy auch aus dem Urlaub oder dem abendlichen Restaurantbesuch sehen zu können, wer vor der Haustür steht.

Fazit

Eine Türsprechanlage bringt dem Nutzer eine Menge Komfort und kann zusätzlich auch noch den Faktor Sicherheit deutlich erhöhen. Noch mehr trifft dies auf eine Türsprechanlage mit Videofunktion zu. Welche Türsprechanlage von der Übertragungstechnik her die richtige für Sie ist, ist letztlich abhängig von den Gegebenheiten bei Ihnen vor Ort und von Ihren persönlichen Vorlieben.

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