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Hecke schneiden – Der richtige Zeitpunkt & Tipps

Beim Schneiden einer Hecke müssen die gesetzlichen Vorgaben beachtet werden, sonst drohen teils hohe Bußgelder. Foto: ©Gina Sanders /stock adobe

Beim Schneiden einer Hecke müssen die gesetzlichen Vorgaben beachtet werden, sonst drohen teils hohe Bußgelder. Foto: ©Gina Sanders /stock adobe

Beim Schneiden einer Hecke müssen die gesetzlichen Vorgaben beachtet werden, sonst drohen teils hohe Bußgelder. Foto: ©Gina Sanders /stock adobe

In vielen Gärten gehören sie einfach dazu: Immergrüne Hecken, die wunderbar als Sichtschutz oder einfach nur zur Abtrennung bestimmter Bereiche im Garten genutzt werden können.

Doch bei der Frage, was einen guten Garten ausmacht, kommt man nicht an dem Faktor Pflege vorbei. Bleibt die Frage, wann man eine Hecke am besten schneidet, damit diese auch wirklich gepflegt aussieht.

Auch wenn man es nicht meinen mag – der falsche Schnitt einer Hecke zum falschen Zeitpunkt kann eine teure Angelegenheit werden. Im Bundesnaturschutzgesetz ist klar geregelt, wann das Schneiden von Büschen und Hecken verboten ist und zu welcher Zeit ein Schnitt durchgeführt werden darf. Natürlich gibt es dabei – wie so oft in der deutschen Rechtslandschaft – auch hier wieder Ausnahmen und Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten.

Wann darf ich meine Hecke schneiden?

Für das Schneiden von Büschen und Hecken gilt in Deutschland in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres ein gesetzliches Verbot. Dieses Verbot dient in allererster Linie dem Tierschutz und soll vermeiden, dass nistende Vögel durch das Beschneiden von Hecken oder Büschen vertrieben oder schlimmer noch verletzt bzw. getötet werden.

Wichtig ist dabei allerdings zu beachten, dass kleinere Pflege- und Formschnitte dennoch erlaubt sind. Nur größere Schnittmaßnahmen sind in dieser Zeit verboten.

Nice to know

Auch ein Form- oder Pflegeschnitt kann nistende Tiere natürlich erheblich beeinträchtigen und dazu führen, dass Elterntiere das Nest verlassen und womöglich nicht mehr wiederkommen.

Damit das nicht passiert, sollten Sie vor einem Schnitt auf jeden Fall die Hecke oder das Gehölz, das Sie schneiden möchten, genau untersuchen. Nur wenn wirklich kein Vogel darin nistet, können Sie den geplanten Formschnitt vornehmen.

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Grundsätzlich sollten Sie den Schnitt einer Hecke im Winter noch vor Beginn des Frühjahrs vornehmen. Das dient der Vorbereitung der warmen Jahreszeit. Wenn dann nämlich die Hecke ausschlägt, hat die Pflanze mehr Kraft und kann wieder gesund und frisch in die Höhe schnellen. Einen Pflegeschnitt sollten Sie im Sommer am ehesten um den 24. Juni herum planen. Zu dieser Zeit beginnt bei vielen Heckenpflanzen der zweite Blattaustrieb.

Wenn die Hecke in diesem Zeitraum mit einem sanften Pflegeschnitt versehen wird, wächst sie in der Folge nicht mehr so schnell nach und der Schnitt bleibt so lange wie möglich erhalten.

Welche Strafen drohen?

Die Strafen für einen unerlaubten Heckenschnitt im Frühling oder Sommer sind teilweise vergleichsweise hoch angesetzt. Der Bußgeldkatalog ist diesbezüglich in jedem Bundesland etwas anders gestaltet. Während einige Bundesländer dazu keine festen Vorgaben bieten, setzen andere Bundesländer wie Niedersachsen beispielsweise hier voll auf Abschreckung.

So kann in Niedersachsen etwa für das gesetzeswidrige Schneiden einer Hecke mit einer Länge von weniger als 10 Metern bereits ein Bußgeld in Höhe von 2.500 Euro verhängt werden. Für eine Hecke mit einer Länge von bis zu 100 Metern können maximal 12.500 Euro als Bußgeld fällig werden, und der Schnitt einer Hecke von mehr als 100 Metern Länge kann Sie bis zu 25.000 Euro Bußgeld kosten.

Der Spitzenreiter ist hierbei Mecklenburg-Vorpommern. Bis zu 100.000 Euro Bußgeld kann die zuständige Behörde verhängen, wenn Sie eine Hecke mit mehr als 100 Metern Länge in der Zeit zwischen dem 1. März und dem 30. September schneiden. Der niedrigste Maximalwert in Sachen Bußgeld für das unerlaubte Schneiden von Hecken gilt in Bremen. Hier kann das Schneiden einer Hecke mit einer Länge über 100 Meter zwischen 1.000 und 7.500 Euro kosten.

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Natürlich wird bei einem ersten Vergehen dieser Art nicht direkt die höchstmögliche Strafe ausgesprochen. Das ist allerdings auch abhängig davon, ob zum Zeitpunkt des Schnitts wirklich Tiere in der Hecke genistet haben und ob diese eventuell verletzt worden sind.

Hecke schneiden – das richtige Werkzeug

Wer nicht regelmäßig eine Hecke schneidet, wird schnell merken, dass die Arbeit mit der mechanischen Heckenschere ein echter Kraftakt werden kann. Doch auch die elektrische Heckenschere erfordert einiges an Übung und Geschick. Wichtig ist, beim Kauf des richtigen Werkzeugs auf die Qualität zu achten. Es gibt eine ganze Reihe wichtiger Gartengeräte, die Ihnen das Leben und Arbeiten in Ihrem Garten erleichtern können. Die richtige Heckenschere ist sicherlich eines davon.

Eine Auswertung von Akku-Heckenscheren ergab zwar in dem Zusammenhang, dass viele Modelle etwas leistungsschwächer aufgestellt sind als elektrische Heckenscheren mit Kabelanschluss. Dafür bieten sie aber einen größeren Bewegungsradius und vor allem entfällt durch den Wegfall des Kabels eine mögliche Unfallquelle.

Grundsätzlich sollte für eine Hecke mit einer Länge von mehr als 3 oder 4 Metern eine elektrische oder eine akkubetriebene Heckenschere angeschafft werden. Anders ist ein einheitlicher und gerader Schnitt auf eine so lange Fläche schwer zu erreichen. Außerdem wäre der Zeitaufwand für die Pflege einer solchen Hecke mit einer klassischen Heckenschere per Hand enorm.

Hecke schneiden – Schritt für Schritt

Nach der Wahl der richtigen Heckenschere geht es nun an den eigentlichen Schnitt. Hierzu sind einige Schritte erforderlich.

  1. Die Vorbereitungen
  2. Der Schnitt selbst
  3. Die Nacharbeiten

Als Erstes stehen die Vorbereitungen auf dem Plan. Sie brauchen die Schere. Wenn es sich um eine elektrische Heckenschere ohne Akkubetrieb handelt, benötigen Sie ein Stromkabel. Dieses sollte Ihnen so viel Spielraum bieten, dass Sie sich auch mit der angeschlossenen Heckenschere noch wohlfühlen.

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Dann brauchen Sie in vielen Fällen auch eine Leiter. Als Nächstes wird ein Band benötigt, das Sie zwischen zwei neben der Hecke in den Boden gerammten Pfählen spannen. Stecken Sie die Stäbe so in den Boden, dass das Band Ihnen zeigt, bis wohin Sie den Rückschnitt vornehmen möchten. Dann nutzen Sie das Band als Orientierungshilfe und schneiden eine möglichst grade Fläche von dem Band an weg.

Bevor aber das Schneiden beginnen kann, muss erst noch die notwendige Schutzausrüstung her. Viele immergrüne Pflanzen haben auch giftige Bestandteile, die Hautreizungen oder Allergien hervorrufen können. Tragen Sie deshalb beim Schneiden einer Hecke immer lange Kleidung.

Aus Sicherheitsgründen sollten Sie auf eine Schutzbrille und einen Gehörschutz ebenso wenig verzichten wie auf Schnittschutzhandschuhe und feste Arbeitsschuhe.

Sind Sie selbst sicher verpackt, kann die eigentliche Arbeit losgehen. Sie schnappen sich die elektrische Heckenschere und beginnen mit dem Schnitt. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass der Schnitt einer Hecke sich nach oben hin verjüngen sollte. Das ist wichtig, da sonst kein gleichmäßiges Wachstum mehr machbar wäre.

Ist die Hecke in Trapezform (also unten recht dick und oben immer schlanker) geschnitten, beginnen die Nacharbeiten. Jetzt müssen alle Schnittabfälle gesammelt und entweder gehäckselt und als Mulch verwendet werden oder aber zum Entsorgungshof gebracht und dort entsorgt werden.

Fazit

Achten Sie beim Heckenschnitt darauf, das richtige Werkzeug zu verwenden. Das wird Ihnen eine Menge Arbeit und Muskelschmerzen ersparen. Außerdem sollten Sie sich unbedingt an die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Verbotszeiten für den Schnitt einer Hecke halten. Andernfalls droht – je nach Bundesland, in dem Sie leben – ein teilweise recht hohes Bußgeld.

Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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