So profitiert man beim Bau eines Eigenheims von der Digitalisierung

Industrie 4.0 ist momentan in jedem wirtschaftlichen Bereich ein wichtiger Begriff. Robotertechnik, künstliche Intelligenz und Digitalisierung spielen eine immer größere Rolle in vielen Unternehmen. Auch beim Bau eines Eigenheims.

Ob Supermarkt, Chipfabrik oder Autohersteller: Alle können immens von Industrie 4.0 profitieren und die zahlreichen Vorteile neuer Technologien für ihre eigenen Zwecke verwenden. Doch auch beim Bau von Eigenheimen profitieren Eigentümer von der Digitalisierung.

Vernetzung von Maschinerie

Denn obwohl die Baubranche ein Bereich ist, bei welchem nicht sofort an Industrie 4.0 gedacht wird, kann sie trotzdem sehr stark davon profitieren. Es gibt viel zu optimieren und zu digitalisieren. So ist beispielsweise die Technik des autonomen Fahrens, welche aus Elektrofahrzeugen bekannt ist, auch für Baumaschinen interessant. Besonders auf großen Baustellen, wo Materialien zwischen verschiedenen Standorten transportiert werden müssen, können selbstfahrende Fahrzeuge eingesetzt werden.

Auch beim Abtransportieren von z.B. Bauschutt ist dies von Vorteil. Ebenso kann schwere Maschinerie wie Kräne oder Tunnelbohrer aus der Distanz gesteuert werden, um Unfallrisiken zu vermeiden. Diese Maschinen können auch vernetzt werden, um gleichzeitig und aufeinander abgestimmt zu arbeiten, um so Aufgaben effektiver zu verrichten.

KI zur Qualitätssicherung

Auch kann durch künstliche Intelligenz (KI) ein Großteil der Arbeit optimiert werden. So ist beispielsweise die Qualitätssicherung oft ein Punkt, der viele Bauingenieure besonders aktiv beschäftigt. Denn bei Versäumnissen kann es nicht nur zu rechtlichen Konsequenzen, sondern im schlimmsten Fall sogar zu Unfällen kommen.

Bei KI gestützter Qualitätssicherung kommen Drohnen zum Einsatz, welche Baustellen und Bauwerke scannen und vollständig auf Fehler überprüfen. Diese Daten werden danach komprimiert und auf Cloud-Computern geladen. Dort werden sie von KI, welche auf Basis zahlreicher Daten trainiert wurde, ausgewertet und auf Fehler überprüft. Dadurch kann der Baufortschritt ständig überwacht werden. Auch können durch dieses datenbasierte Risikomanagement Zeit und Geld gespart werden. Jeder Beteiligte kann zudem auf die Ergebnisse in der Cloud zugreifen, wodurch immer alle auf dem neuesten Stand sind.

Building Information Modeling

Statt mit analogen Blaupausen zu arbeiten, benutzt ein Großteil aller Architekten, Ingenieure und Konstrukteure mittlerweile Building Information Modelling (BMI) zur Planung und Verwirklichung von Bauprojekten. Dabei werden Gebäude, Straßen und sonstige Infrastruktur auf einer digitalen Plattform modelliert. Jedes am Bau beteiligte Unternehmen bekommt die jeweils notwendigen Daten, um ihren Teil des Projekts umzusetzen. Dadurch kann koordiniert zusammengearbeitet werden, und es kommt zu weniger Fehlern. Durch diese effektive Zusammenarbeit können alle Projekte schneller und kostengünstiger realisiert werden.

Energiewende beeinflusst Bauentscheidungen

Auch die Energiewende zwingt Bauunternehmen zur Digitalisierung. Beim ökologischen Bauen kommen heute oftmals weitaus mehr Techniken und Systeme zu Einsatz als beim klassischen Bauen vor 50 Jahren. Heute muss umweltfreundlich und nachhaltig gebaut werden, es muss auf eventuelle Einrichtungen für erneuerbare Energien wie Solarplatten geachtet werden, und digitale Infrastruktur für smart homes muss bereitstehen. Da dies viel zu umfangreich für ein einzelnes Bauunternehmen ist, arbeiten meistens mehrere Firmen aus den verschiedensten Bereichen an einem Projekt. Besonders bei Großprojekten wie Flughäfen oder Autobahntunneln ist es daher praktisch, wenn sich alle Beteiligten digital miteinander verständigen können

Modernisierung der Branche nötig

Infolge der Coronapandemie kam es in vielen Teilen der Welt zu einem regelrechten Bauboom, wodurch die Kosten für neue Projekte erheblich erhöht wurden. Auch der Fachkräftemangel macht der Branche zu schaffen. Auf dem gesamten Arbeitsmarkt werden MINT-Arbeiter benötigt, und auch in der Braubranche werden zahlreiche kompetente Arbeitskräfte gesucht.

Industrie 4.0 kann mit weniger Arbeitskraft auskommen, da viele Tätigkeiten automatisiert werden. Doch für das Umsetzen und Einrichten von digitalen Systemen werden zusätzliche Fachkräfte benötigt, welche momentan fehlen.

Wie Privateigentümer profitieren

Doch wie genau profitiert der Hauseigentümer? Wie bereits angesprochen, können die Kosten für Bauprojekte durch Industrie 4.0 gesenkt werden, da viele Aufgaben kosteneffizienter und schneller absolviert werden können. Durch Technologien wie BIM und KI-gestützte Software kann zudem das Risiko für Schäden am Bau verringert werden.

Da der Bau eines Eigenheims für viele Menschen ein bedeutungsvoller Schritt im Leben ist, ist es wichtig, dass dabei alles ohne Probleme abläuft. Umso besser also, dass durch die Digitalisierungsmaßnahmen vieler Bauunternehmen ein höherer Qualitätsstandard gewährleistet wird. Von diesem Maßnehmen profitieren zudem nicht nur riesige Baukonzerne. Auch lokale KMU verbessern momentan ihre Technik, da die Digitalisierung alle Unternehmen erreicht.

Schnelles Internet und geringere Fixkosten

Und nicht nur die Baubranche, sondern auch die gebauten Häuser werden immer moderner. Künftige Hausbesitzer können sich deshalb über einen schnelleren Internetanschluss, sichere Konstruktion und energieeffizienteres Wohnen freuen. Und durch besser gedämmte Wände und ökologischen Hausbau sind auch Strom- und Heizkosten geringer als bei einem ähnlichen Gebäude von vor 10 Jahren. Somit profitieren Hausbauer und Hauseigentümer von der Digitalisierung der Baubranche


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