Hausabriss – Ablauf & Kosten im Überblick

Der Hausabriss ist ein großer Schritt. Wer eine Immobilie erworben hat und diese abreißen lässt, um hier einfach ein neues und modernes Haus zu bauen, der wird mit vergleichsweise wenig emotionalem Ballast an die Sache herangehen.

Anders sieht das aus, wenn Sie ein Haus abreißen möchten oder müssen, mit dem Sie eine emotionale Verbindung haben. Wer beispielsweise sein Elternhaus geerbt hat und feststellen muss, dass eine Sanierung sich hier kaum noch lohnt, sieht nicht selten den Abriss als letzte, aber doch beste Möglichkeit an.

Tatsächlich haben Erhebungen ergeben, dass die meisten Abrisse erfolgen, um anschließend etwas Neues zu bauen. Als Grundlage wurde das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen hier herangezogen. Immerhin jeder zweite Abriss erfolgte hier, damit ein neues Haus an dieser Stelle gebaut werden konnte.

Stellt sich natürlich die Frage, ob der Abriss wirklich die richtige Lösung ist oder ob eine Sanierung vielleicht doch noch sinnvoll sein könnte. Diese Frage und die anfallenden Kosten eines Abrisses haben wir im vorliegenden Artikel einmal näher beleuchtet.

Abreißen oder Sanieren? Was ist ratsam?

Leider lässt sich diese Frage nicht allgemeingültig beantworten. Denn es gibt Faktoren, die für eine Sanierung sprechen, und ebenso wichtige Argumente, die man für einen Abriss ins Feld führen kann. Wir haben hier die wichtigsten Vor- und Nachteile einmal gegenübergestellt.

Sanierung – für viele Hauseigentümer erste Wahl

… vor allem wenn eine gewisse Bindung zu der Immobilie besteht. Denn das Elternhaus oder das Haus, in dem man die eigenen Kinder aufwachsen gesehen hat, abzureißen, fällt oftmals gar nicht so leicht. Dazu kommt, dass alte Bausubstanz häufig sehr gut ist. Hier muss man natürlich konkret prüfen lassen, wie genau die Bausubstanz Ihres Hauses ist.

Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass hier auch die Kostenfrage oftmals eine wichtige Rolle spielt. Selbst die Kosten für eine umfassende Sanierung kommen in den meisten Fällen nicht an die Kosten für einen Abriss und einen kompletten Neubau heran.

Andererseits ist eine Sanierung oftmals auch mit mehreren Vorhaben am Haus verbunden. Eine oder mehrere der folgenden Sanierungsarten könnten dabei für Sie erforderlich werden:

Wichtig ist allerdings, vor Beginn der Sanierungsarbeiten die Bausubstanz genau untersuchen zu lassen. Nur so können Sie feststellen, ob sich die Investition in eine Sanierung wirklich lohnt oder ob Sie hier womöglich in ein Haus investieren, dass Sie in einigen Jahren trotzdem abreißen müssen.

Abriss und Neubau – eine Lösung, die durchaus ihren Reiz hat

Die Abrisskosten für ein Haus sind beträchtlich. Diese muss man dann auch noch mit den Kosten für einen Neubau addieren, sodass die Kosten für Abriss und Neubau in wahrscheinlich 90 Prozent aller Fälle höher ausfallen werden als die reinen Sanierungskosten.

Allerdings hat der Neubau nach einem Abriss auch einige Vorteile. Da wäre beispielsweise der Umstand, dass Sie in einem Neubau die Räume – im Rahmen geltenden Baurechts – genau so planen können, wie Sie es möchten. Auch der Einbau moderner Heizanlagen wie einer Erdwärmepumpe beispielsweise ist in einem Neubau deutlich einfacher als im Rahmen einer energetischen Sanierung eines Altbaus.

Moderne Neubauten kommen grundsätzlich mit einem geringeren Energieverbrauch daher als bestens sanierte Altbauten. Ein Faktor, der in Zeiten stetig steigender Energiepreise auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Zu guter Letzt sei an der Stelle noch erwähnt, dass ein Abriss und ein Neubau die Möglichkeit bieten, mehr Wohnraum zu schaffen. Wenn anstelle eines alten Einfamilienhauses ein modernes Zweifamilienhaus gebaut wird, können Sie durch Mieteinnahmen für die zweite Wohnung im Haus die Kosten für das Gesamtprojekt zumindest ein Stück weit gegenfinanzieren. Oder Sie schaffen Wohnraum für ein Mehrgenerationenhaus – auch eine Variante, die in den letzten Jahren in Deutschland wieder zunehmend in Mode gekommen ist.

Wie berechnen sich die Abrisskosten für ein Haus?

Ein Haus abreißen verursacht Kosten. Bleibt die Frage, wie hoch diese ausfallen und ob und wie sich die Kosten beeinflussen lassen. Experten sagen, dass man für den Abriss eines Gebäudes – wenn man diesen komplett von einem Unternehmen vornehmen lässt – mit Kosten zwischen 20.000 und 30.000 Euro rechnen muss. Wie hoch die Abrisskosten fürs Haus am Ende tatsächlich ausfallen, können Sie allerdings maßgeblich mit beeinflussen. Wichtige Faktoren sind hierbei beispielsweise:

  • die Auswahl des Abrissunternehmens
  • die gewählte Abrissmethode
  • geplante weitere Verwendung des Grundstücks

Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von Faktoren, die einen starken Einfluss auf die Abrisskosten für ein Haus haben, die Sie selbst kaum oder gar nicht beeinflussen können. Diese sind:

  • Zugänglichkeit und Standort der abzureißenden Immobilie
  • Bauweise des abzureißenden Objektes
  • Schadstoffe und vorhandene Materialien, die womöglich aufwendig entsorgt werden müssen
  • notwendige Sicherungsmaßnahmen für die Nachbarschaft
  • Absperrungen der Straße und des Gehwegs
  • Entsorgung des Schutts
  • rechtmäßige Entsorgung von Müll und vor allem von Sondermüll

Abriss planen – Hilfe & Tipps

Eine der wichtigsten Fragen ist hierbei sicherlich die, ob Sie Ihr Gebäude selbst abreißen können oder ob Sie tatsächlich eine Firma beauftragen sollten. Für einen Abriss in Eigenregie spricht natürlich in erster Linie die Geldfrage. Denn so können Sie einiges an Kosten für den Abriss Ihres Hauses einsparen. Doch es gibt auch eine Menge Argumente, die für die Beauftragung eines Unternehmens sprechen.

Da wäre beispielsweise der Umstand, dass die Tonnen von Schutt schnell zu einem lebensgefährlichen Risiko werden können, wenn man nicht genau weiß, an welchen Stellen eines Hauses man beim Abriss ansetzen kann und muss und von welchen man anfangs eher die Finger lassen sollte.

Auch der Umstand, dass Laien gefährliche Baustoffe, die entsprechend entsorgt werden müssen, die aber bei der Abrissarbeit auch eine Gefahr für Ihre Gesundheit darstellen können, oftmals gar nicht erkennen. Eine falsche Entsorgung von Gefahrstoffen kann am Ende sogar einen Straftatbestand darstellen.

Außerdem haben Abrissunternehmen die notwendigen Werkzeuge und natürlich eine Menge Erfahrung bei der Arbeit, sodass der Abriss hier nicht nur professioneller, sondern in der Regel auch deutlich schneller vonstattengeht.

Einen Abriss in Eigenregie sollten Sie also nur dann in Angriff nehmen, wenn Sie vom Fach sind oder über ausreichend Erfahrung verfügen, um genau zu wissen, was Sie in welcher Phase Ihres Abrissprojektes zu tun haben.

Wer eine Firma mit dem Abriss beauftragt, muss sich in aller Regel nicht mehr um viel Weiteres kümmern. Allein die notwendige Information ans Bauamt sollten Sie vorher abgeben. Genehmigungspflichtig ist ein Abriss in den meisten Regionen nicht – sehr wohl aber anzeigepflichtig.

Nice to know

Anders sieht es natürlich aus, wenn Ihr Haus ganz oder teilweise unter Denkmalschutz steht. In diesem Fall bleibt oftmals nur die Sanierung. Hier ist es wichtig, sich rechtzeitig mit dem Bauamt und der Denkmalbehörde in Verbindung zu setzen und zu klären, was Sie hier tatsächlich tun dürfen und was nicht.

Wie finde ich das passende Abrissunternehmen?

Sie haben sich für die Variante Abriss entschieden. Jetzt stellt sich die Frage, wie Sie am besten ein passendes Abrissunternehmen, wie Abriss Berlin, finden. Zuerst sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, welche Unternehmen es in Ihrer Umgebung gibt. Ein seriöses Abrissunternehmen wird einen kostenlosen Besichtigungstermin mit Ihnen vereinbaren und Ihnen anschließend einen Kostenvoranschlag unterbreiten.

Nutzen Sie das Vorgespräch, um sich ein Bild von dem Unternehmen bzw. den Mitarbeitern vor Ort zu machen. Wenn Sie in gutes Gefühl haben, das Angebot finanziell stimmt und die zeitlichen Planungen für Sie passen, können Sie zuschlagen.

Wichtig ist, dass Sie sich dabei von vornherein vertraglich zusichern lassen, dass die Müllentsorgung rechtmäßig und durch das Abrissunternehmen erfolgt. So können Sie anschließende Probleme in diesem Bereich umgehen.

Fazit

Oftmals macht die Sanierung eines Hauses, das in die Jahre gekommen ist, aber über eine gute Bausubstanz verfügt, mehr Sinn als ein kompletter Abriss. Doch gerade bei älteren Häusern, die womöglich schon eine Weile leer stehen, sind der Abriss und ein anschließender Neubau unter Beachtung aktueller energetischer Vorgaben die bessere Option.


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