Umzugskosten von der Steuer absetzen

Bei einem Umzug sind Steuerersparnisse möglich. Foto: ©IgorVetushko/ depositphotos

Bei einem Umzug sind Steuerersparnisse möglich. Foto: ©IgorVetushko/ depositphotos

Bei einem Umzug sind Steuerersparnisse möglich. Foto: ©IgorVetushko/ depositphotos

Ein Umzug kann schnell zu einem teuren Spaß werden. Kosten sparen können Sie beispielsweise, indem Sie den Umzug gut planen und mit Checklisten für den Umzug arbeiten.

Eine Möglichkeit, zumindest einen Teil der Kosten wieder auszugleichen, kann die Berücksichtigung der Umzugskosten bei der Steuer sein. Bleibt die Frage, wie genau man die Kosten für einen Umzug von der Steuer absetzen kann. Tatsächlich gibt es hierbei verschiedene Varianten. Am einfachsten ist das natürlich, wenn Sie eine professionelle Umzugsfirma beauftragen.

Denn dann sind die Kosten nicht nur genau aufgeschlüsselt – Sie können selbst komplett privat veranlasste Umzüge zumindest teilweise steuermindernd geltend machen. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, unter welchen Umständen es möglich ist, die Umzugskosten von der Steuer abzusetzen und worauf Sie dabei unbedingt achten sollten.

Die einfachste Lösung – ein beruflich bedingter Umzug

Rund ein Drittel aller Deutschen gibt an, dass der letzte Wohnungswechsel beruflich veranlasst war. Wenn auch Ihr nächster Umzug einen beruflichen Hintergrund hat, haben Sie gute Chancen, bei der nächsten Steuererklärung eine saftige Steuererstattung zu erhalten. Grundsätzlich lohnt sich die Steuererklärung, wie das Statistische Bundesamt erst kürzlich wieder feststellte. Immerhin 1.095 Euro erhielten 12,7 Millionen Steuerpflichtige in Deutschland im Durchschnitt für das Steuerjahr 2019 als Steuererstattung.

Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen, können Sie Ihre Umzugskosten als Werbungskosten geltend machen. Das bedeutet, dass die Kosten für den Umzug in voller Höhe Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen reduzieren. Das hat mehrere positive Effekte. Zum einen kann dadurch Ihr genereller Steuersatz für das Jahr sinken. Zum anderen reduziert sich natürlich die Steuerlast im Allgemeinen. Beides kann zu einer schönen Steuererstattung führen.

Welche Voraussetzungen müssen für einen beruflich bedingten Umzug erfüllt sein?

Damit ein Umzug als beruflich bedingt anerkannt wird, muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

Wechsel des Arbeitsplatzes

Wenn Sie einen neuen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt annehmen und Ihren Wohnort dorthin verlegen, handelt es sich immer um einen berufsbedingten Wohnungswechsel. Gleiches gilt übrigens auch, wenn das Unternehmen, bei dem Sie beschäftigt sind, seinen Standort wechselt und Sie quasi mit umziehen.

Verkürzter Arbeitsweg

Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber einen Arbeitsweg von maximal zweieinhalb Stunden für eine Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden als gerechtfertigt an. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nicht alles in Ihrer Macht Stehende tun dürfen, um diesen Arbeitsweg zu verringern. So gilt beispielsweise ein Umzug schon dann als beruflich bedingt, wenn sich Ihr Arbeitsweg durch den Umzug um wenigstens 1 Stunde am Tag (also 30 Minuten pro Strecke) verringert. Damit kann auch ein Umzug innerhalb einer Großstadt berufsbedingt sein, wenn dadurch der Weg zur Arbeit ausreichend reduziert wird.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Es gilt als absolute Ausnahme – es ist aber möglich, aufgrund besserer Arbeitsbedingungen einen Umzug als berufsbedingt durchzusetzen. Das Paradebeispiel dafür ist ein Arzt, der vor Gericht durchsetzen konnte, dass sein Umzug in die Nähe des Krankenhauses, in dem er arbeitet, berufsbedingt war, weil er durch die räumliche Nähe im Notfall noch schneller bei seinen Patienten sein konnte.

Rückkehr nach Deutschland

Sie haben im Ausland gelebt und nehmen nun wieder einen Job in Deutschland an? Dann ist der Umzug natürlich beruflich bedingt.

Trifft einer der oben Fälle auf Sie zu, können Sie die anfallenden Kosten für den Umzug als Werbungskosten geltend machen. Bleibt die Frage, welche Kosten am Ende vom Finanzamt tatsächlich berücksichtigt werden.

Diese Kosten können von der Steuer abgesetzt werden

Hierbei unterscheidet man zwischen den typischen Kosten des Umzugs und den pauschal absetzbaren sonstigen Umzugskosten. Letztere müssen nicht nachgewiesen werden – für Erstere brauchen Sie konkrete Rechnungen und Belege. Zu den absetzbaren Kosten, die Sie auf jeden Fall belegen müssen, gehören:

  • Doppelte Mietzahlungen, falls die alte Wohnung nicht sofort gekündigt werden konnte.
  • Die fälligen Monatsmieten für die neue Wohnung, wenn diese – beispielsweise wegen einer notwendigen Einzugsrenovierung – nicht sofort genutzt werden kann.
  • Die Kosten für die Beauftragung eines Umzugsunternehmens.
  • Kosten für die Reparaturen von Transportschäden am Hausrat oder am Mobiliar.
  • Kosten für die Fahrt(en) zur Wohnungsbesichtigung (30 Cent/Kilometer) oder zu anderen die Wohnung betreffenden Terminen wie einem Vorstellungsgespräch beim Vermieter oder einem Notartermin bei einem Immobilienkauf.
  • Maklergebühren

Wenn Sie kein Umzugsunternehmen beauftragen, sondern Ihren Umzug selbst organisieren und vornehmen, können Sie die anfallenden Kosten für Leihwagen und Sprit beispielsweise ebenfalls absetzen. Hierfür ist es allerdings wichtig, alle entsprechenden Belege zu sammeln. Die folgenden Ausgaben fallen in die Kategorie pauschal absetzbare sonstige Umzugskosten:

  • Trinkgelder und Verpflegung für Umzugshelfer.
  • Kosten für die Renovierung oder Reparatur in der alten Wohnung, soweit erforderlich.
  • Anbringen und Ändern von elektrischen Geräten, Lampen und Vorhängen.
  • Der Einbau einer Küche
  • Änderung des Personalausweises, Fahrzeugscheins (Pkw-Ummeldung) und Telefonanschlusses

Die Pauschale für die sonstigen Umzugskosten erhöht sich übrigens um 50 %, wenn Sie innerhalb von 5 Jahren zweimal den Wohnort berufsbedingt wechseln. In den Jahren 2022 und 2023 gilt eine Umzugspauschale von 886 Euro für eine alleinstehende Person und eine Erhöhung der Pauschale für jede weitere mit umziehende Person in Höhe von 590 Euro.

Umzugskosten bei einem Umzug aus privaten Gründen

Wenn der Umzug nicht beruflich motiviert ist, besteht keine Möglichkeit, die Kosten als Werbungskosten geltend zu machen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nicht trotzdem zumindest einen Teil der Kosten in der Steuererklärung angeben sollten.

Wenn Sie beispielsweise aus medizinischen Gründen – beispielsweise nach einem Unfall – umziehen müssen, können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastung angeben. Damit das Finanzamt das anerkennt, müssen Sie natürlich entsprechende ärztliche Belege beibringen – der Aufwand kann sich aber durchaus lohnen.

Eine andere Möglichkeit ist die generelle Beauftragung eines professionellen Umzugsunternehmens. Die Arbeits- und Fahrtkosten gelten dabei als Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen, die Sie bis zu einer Gesamthöhe von maximal 20.000 Euro ansetzen können. 20 Prozent dieser Kosten – bis maximal 4.000 Euro – werden dann direkt von der Steuerlast abgezogen.

Haben Sie also durch einen privat motivierten Umzug Kosten in Höhe von 5.000 Euro an ein Umzugsunternehmen zu überweisen, reduziert das Ihre Steuerlast in diesem Jahr um 1.000 Euro.

Damit das Finanzamt diese Kosten berücksichtigt, ist es aber wichtig, eine Rechnung zu erhalten, auf der Personal- und Fahrtkosten sowie Materialkosten getrennt voneinander ausgewiesen sind. Außerdem erkennt das Finanzamt nur Rechnungen an, die Sie durch eine Überweisung beglichen haben. Bei Barzahlungen wird das Finanzamt die Rechnung nicht berücksichtigen.

Fazit

Egal ob es der erste Umzug in eine eigene Wohnung ist oder ob Sie mit Partner/in und Kindern umziehen, weil Sie einen neuen Job antreten möchten – es gibt verschiedene Möglichkeiten, die anfallenden Kosten steuerlich geltend zu machen. Gerade wenn Sie noch nicht so viel Erfahrung mit Umzügen haben, sind Umzugshilfeangebote wie das der Deutschen Post wichtig. Denn hier können Sie Umzugschecklisten herunterladen und sich genau darüber informieren, an was Sie alles denken sollten, wenn Sie Ihren Umzug planen.

Dazu ist es unerlässlich, von allen anfallenden Kosten die Quittungen aufzubewahren. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie am Ende eine Chance haben, die Kosten steuerlich geltend zu machen.

Anmerkung der Redaktion: Der Autor dieses Textes ist kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt, sondern Wirtschafts- und Finanzjournalist. Finanzjournalisten ist rechts- und steuerberatende Tätigkeit per Gesetz untersagt. Der Text dient lediglich der Information von Steuerzahlern und (angehenden) Bauherren oder Immobilienkäufern. Eine Beratung oder gar konkrete Empfehlungen enthält der Text nicht. Diese sind auch nicht beabsichtigt. Obwohl die für den Text verwendeten Quellen als zuverlässig gelten, wird keine Garantie für die Richtigkeit übernommen. Die Ausführungen und Erklärung können und sollen das Gespräch mit einem Steuerberater und/oder Rechtsanwalt nicht ersetzen.

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