Treppenstürze

Treppenstürze gefährlicher als Verkehrsunfälle

Rund 4000 Personen kommen jedes Jahr aufgrund von Treppenunfällen zu Tode. Das sind nahezu 20 Prozent mehr Tote als bei Verkehrsunfällen, über welche in den Medien viel häufiger berichtet wird. Doch wie lassen sich Treppenstürze vermeiden?
Inhalt

Treppenunfälle und Verkehrsunfällen im Vergleich

Jeden Tag sterben in Deutschland mehr als zehn Personen in Folge von Treppenstürzen. Zusätzlich werden mehrere hundert Personen durch Stürze verletzt. Die Gründe, weshalb von Verkehrsunfällen in der Presse viel häufiger die Rede ist, sind vielfältig. Einerseits ergibt sich die Möglichkeit mit aufsehenerregenden Fotos das Interesse der Leser zu wecken. Anderseits betreffen Unglücke auf der Straße oft Personen jüngeren Alters. Dagegen kommt es vor allem bei älteren Menschen zu Treppenstürzen.

Wer jedoch glaubt, dass Kinder oder Jugendliche auf Treppen nicht zu Fall kommen, liegt falsch. Die häufigste Unfallursache bei Kindern stellen Treppenstürze dar. Aufgrund ihres stabileren Körperbaus und des geringeren Körpergewichts verlaufen die Unfälle aber oft zum Glück nicht tödlich, sondern gehen meist nur mit Verletzungen einher. Nichtsdestotrotz lassen sich viele Unfälle bei Kindern schon allein durch das Anbringen eines Treppenschutzgitters verhindern.

Ursachen für die zunehmende Anzahl an Treppentoten

Eine Hauptursache für die steigende Anzahl an Personen, welche an den Folgen eines Treppenunfalls sterben, ist wahrscheinlich die Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird. Laut Statistiken wuchsen die mit dem Tod einhergehenden Treppenstürze in den vergangenen 15 Jahren um 64 Prozent. Die Anzahl der Personen über 80 Jahre erhöhte sich um 54 Prozent.

Im Hinblick auf den demographischen Wandel besteht die Notwendigkeit, Treppen seniorengerecht zu bauen. Bereits in den 1970-er Jahren wurden erste Sicherheitsvorkehrungen formuliert, welche in der Folgezeit ergänzt und abgeändert wurden. Dennoch genügen sogar neu errichtete Treppen oft nicht den gesetzlichen Vorgaben, weil diese als unnötig betrachtet werden.

Gefahrenquellen

Zu den häufigsten Gefahrenquellen zählen fehlerhaft gestaltete Handlauf-Enden sowie ungeeignete Handlauf-Querschnitte. Des Weiteren ist auf eine normgerechte Stufenmarkierung zu achten. Vermieden werden sollten mit Punkten markierte Kanten, da hier bei eingeschränktem Sehvermögen, schlechter Beleuchtung oder Konzentrationsmangel ein erhöhtes Sturzrisiko besteht.

Auffällige Kontraste zwischen Tritt- und Setzstufen sind zwar beim Gang nach oben sichtbar, nicht jedoch beim Abwärtsgehen. Da sich 80 Prozent der Unfälle beim Hinuntergehen ereignen, handelt es sich hierbei um keine effiziente Lösung.

Zu einer Steigerung der Sturzhäufigkeit können auch Gummiwülste zur Markierung an den Treppenkanten führen. Anstatt als Hilfe zu dienen sind die Gummiwülste jedoch häufig eine optische Irritation oder stellen sich als Stolperfalle heraus.

Maßnahmen zur Gefahrenminderung

Das Unfallrisiko auf Treppen lässt sich durch das Beachten mehrerer Faktoren verringern:

Tipp 1: In erster Linie sollte unter anderem sichergestellt werden, dass eine adäquate Treppenbeleuchtung vorhanden ist.

Tipp 2: Wichtig ist auch, dass insbesondere ältere Menschen dazu animiert und motiviert werden, Handläufe zu benutzen. Zur Risikoverringerung trägt ein normgerechter Handlauf-Verlauf nach DIN 18040-1 bis -333 bei. Dieser gibt vor, dass Handläufe am Anfang und Ende der Treppenläufe noch mindestens 30 cm waagrecht weitergeführt werden.

Ferner beträgt die optimale Höhe des Handlaufs 85 bis 90 cm gemessen von der Oberkante des Handlaufs bis Stufenvorderkante oder OFF Treppenpodest/Zwischenpodest. Außerdem soll der Handlauf die gleiche Neigung wie die Treppe aufweisen. Von Bedeutung ist, dass Handläufe auch für Kinderhände griffsicher sind und keine Verletzungsgefahr bergen. Um Treppenstürze zu vermeiden, können einseitige Handläufe durch einen zweiten ergänzt werden.

Tipp 3: Bedeutsam ist selbstverständlich auch, dass die Treppen und vor allem Treppenkanten gut sichtbar und beleuchtet sind. Unter einer normgerechten Stufenmarkierung versteht man einen über die volle Breite reichenden 4 bis 5 cm breiten Streifen, welcher an die Stufenkante grenzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mehr Personen ihr Leben durch Treppenstürze verlieren als aufgrund von Verkehrsunfällen, welche in den Medien viel präsenter sind. Die Hauptursache, weshalb die Anzahl tödlicher Treppenunfälle ansteigt, liegt am demographischem Wandel. Aufgrund der zunehmend älter werdenden Bevölkerung besteht die Notwendigkeit, Treppen besonders für die älteren Generationen sicher zu bauen, um die Anzahl an Treppenstürze mit (tödlichen) Folgen zu verringern.

Quellen:

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Anmerkung der Redaktion: Der Autor dieses Textes ist kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt, sondern Wirtschafts- und Finanzjournalist. Finanzjournalisten ist rechts- und steuerberatende Tätigkeit per Gesetz untersagt. Der Text dient lediglich der Information von Steuerzahlern und (angehenden) Bauherren oder Immobilienkäufern. Eine Beratung oder gar konkrete Empfehlungen enthält der Text nicht. Diese sind auch nicht beabsichtigt. Obwohl die für den Text verwendeten Quellen als zuverlässig gelten, wird keine Garantie für die Richtigkeit übernommen. Die Ausführungen und Erklärung können und sollen das Gespräch mit einem Steuerberater und/oder Rechtsanwalt nicht ersetzen.

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