Das Architektenhaus – so individuell wie Sie!

In manchen Bereichen des Lebens sollte man sich nur mit dem Besten zufrieden geben und nichts von der Stange wählen. Das gilt besonders, wenn es um das eigene Zuhause geht.

Schließlich ist ein eigenes Haus das größte und wichtigste Projekt im Leben der meisten Menschen. Wie wäre es da mit einem Architektenhaus?

Doch was ist ein Architektenhaus überhaupt?

Man versteht unter einem Architektenhaus ein Haus, das individuell geplant worden ist. Somit steht das Architektenhaus im Gegensatz zu den sogenannten Kataloghäusern, also Häusern in standardisierter Architektur und Ausstattung, die nicht bzw. nur eingeschränkt auf den jeweiligen Käufern zugeschnitten werden können. Ein Architektenhaus verfügt oft über ein ausgefallenes Design sowohl im Außen- als auch im Innenbereich – eben ganz so, wie es der Bauherr (oder die Bauherrin) möchte.

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Somit unterscheidet sich das Architektenhaus grundsätzlich von den Häusern, die in herkömmlicher Bauweise und Planung entstanden sind. Dies schon allein deshalb, weil man hier eine perfekte Anpassung auf die Bedürfnisse des Benutzers realisieren kann.

Sicher hat auch ein Architektenhaus individuelle Vor- und Nachteile aufzuweisen. Es wird beispielsweise eine ganze Menge an Engagement sowohl vom Bauherrn als auch vom Architekten bei der Planung verlangt. Der Bauherr muss seine eigene Kreativität in die Planung mit einfließen lassen, und es muss eine gute Zusammenarbeit zwischen Architekten und Bauherrn bestehen, um letztendlich ein schönes Architektenhaus ganz nach den eigenen Wünschen als Ergebnis zu bekommen.

Die Aufgaben des Architekten

Entgegen vieler Meinungen ist der Architekt längst nicht nur für die Bauplanung zuständig. In der Bauphase hat der Architekt die Aufgabe, eine perfekte vorbereitende und baubegleitende sowie beaufsichtigende Funktion auszuüben. Er muss dem Bauherrn mit Rat und Tat zur Seite stehen, und dies vom Grundstückskauf bis hin zur Endabnahme. Auch die Auswahl der Handwerker wird vom Architekten vorgenommen.

Beachten sollten Sie auch schon vor Baubeginn Ihres Architektenhauses, dass mit der Beauftragung des Architekten auch größere Ausgaben auf Sie zukommen. Denn ein Architektenhaus ist nicht gerade billig – und der Architekt verlangt sein gesetzlich vorgeschriebenes Honorar. Hier ist Obacht geboten, denn die Honorare sind vom Bundesland und u. U. auch von den einzelnen Gemeinden abhängig.

Warum es ein Architektenhaus sein sollte

Es gibt eine Geldanlage, mit der tatsächlich noch Gewinne möglich sind: Wohneigentum! Damit ein Haus jedoch einen eigenen Wert erhält, muss es etwas Besonderes sein. Idealerweise spiegelt sich in einem Haus der Besitzer wieder. Sein Charakter, sein Geschmack, seine Ansprüche – all diese Dinge machen ein Haus individuell. Ein Haus gibt seinem Erbauer die Möglichkeit, alles seinen Wünschen zu unterwerfen und etwas ganz Eigenes zu schaffen.

Natürlich ist ein Fertighaus schneller gebaut und meist auch günstiger. Doch was nützt ein günstiger Preis, wenn es dann noch einmal so viel kostet, das neue Haus den eigenen Ansprüchen entsprechend umzubauen? Was nützt das Standardgrundstück, wenn einem dann die Nachbarn in die Fenster schauen können, ohne ihr Haus verlassen zu müssen? In einem Haus soll sich eine Familie für lange Zeit, wenn nicht gar auf Lebenszeit, wohlfühlen. Daher sollte wirklich jedes Detail sorgfältig geplant und bedacht werden.

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Mit einem „Haus von der Stange“ ist dies nur selten möglich. Die Lösung lautet hier: Lassen Sie den Experten, also den Architekt arbeiten. Mit einem Architektenhaus bekommt der Häuslebauer genau das Haus, das er sich vorstellt.

Das muss nicht zwingend teurer sein als ein Fertighaus. Die Kosten für ein Architektenhaus hängen vor allem davon ab, wie groß es werden soll, ob es unterkellert sein soll, wie groß das Grundstück ist, ob es energiesparend sein soll, wie es innen aussehen soll und von vielem anderen mehr. Dabei gibt es einige Entscheidungen, die der Bauherr eines konventionellen Fertighauses gar nicht treffen kann, weil er nicht die Möglichkeit zur Individualität bekommt. Dafür wird er in der Regel mit der Planung und dem Ausbau des dann fertigen Hauses allein gelassen.

Ein Architektenhaus dagegen ist vom Keller bis zum Dach durchgeplant, durchdacht und nach den Wünschen des Erbauers errichtet. Auch die Inneneinrichtung kann auf Wunsch bereits in die Baupläne aufgenommen werden. Wer beispielsweise bereits weiß, wie groß seine Küche sein soll, welche Maße die sie hat und wie sie genau aussehen soll, bekommt beim Architekten eine Lösung, die genau darauf zugeschnitten ist. Jeder Sonderwunsch, jeder Anspruch können mit berücksichtigt und eingeplant werden.

Auch die Lage und Aussicht des Grundstückes werden bei der Planung berücksichtigt. Denn der schönste und größte Garten nützt nichts, wenn man ihn vom Haus aus nur schwer sehen kann oder der Zugang zum Kräutergarten sich auf der falschen Seite des Hauses befindet. Wer Wert auf individuelle Lösungen legt und darauf, dass seine Meinung und Wünsche in die Hausplanung einfließt, sollte sich für ein Architektenhaus entscheiden.

Was kostet ein Architektenhaus?

Die Kosten eines Architektenhauses richten sich vorrangig nach der HOAI, der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Sofern alle Architektendienstleistungen beim Hausbau in Anspruch genommen werden, darf der Architekt ca. 10 % der Baukosten als Honorar veranschlagen. Im Einzelnen ist hier die HOAI heranzuziehen. Sie teilt sich in 9 Leistungsphasen. Für die Architektenleistungen wurden Mindest- und Höchstsätze festgelegt, wie bei einem Rechtsanwalt bzw. Arzt. Nachfolgend eine Übersicht:

HOAI – Honorarordnung für Architekten

  • Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung
  • Leistungsphase 2: Vorplanung
  • Leistungsphase 3: Entwurfsplanung
  • Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung
  • Leistungsphase 5: Ausführungsplanung
  • Leistungsphase 6: Vergabevorbereitung
  • Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe
  • Leistungsphase 8: Objektüberwachung
  • Leistungsphase 9: Dokumentation und Objektbetreuung

Der Gesetzgeber will damit erreichen, dass der Wettbewerb über die Qualität der Leistung und nicht über den Preis stattfindet. Zusätzlich zum Honorar für den Architekten müssen natürlich die Kosten für das Baugrundstück, die Bauerschließung und die Baunebenkosten in die Kosten für das Architektenhaus mit einberechnet werden.

Außerdem kann zusätzlich zum Honorar nach der HOAI auch noch ein Erfolgshonorar vereinbart werden. Zum Beispiel für den Fall, dass die Baukosten unter einer veranschlagten Summe liegen. Es empfiehlt sich, bei der Planung eines Architektenhauses nicht alle Leistungsphasen der HOAI sofort zu beauftragen.

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Für die Phasen 1 – 4, also der Grundlagenplanung, der Vorplanung, der Entwurfsplanung und der Genehmigungsplanung darf der Architekt bis zu 3 % der anrechenbaren Bausumme veranschlagen. Erst wenn diese Phasen erfolgreich abgeschlossen sind und der Bauherr mit den Leistungen des Architekten zufrieden ist, sollte die restlichen Phasen, für die dann der Rest des Architektenhonorars fällig wird, in Auftrag gegeben werden.

Fertighaus als Architektenhaus – geht das?

Viele Bauherren sind der Auffassung, dass ein Architektenhaus auf keinen Fall ein Fertighaus sein kann – es wird ja schließlich individuell geplant und auf die Bedürfnisse des Bauherrn zugeschnitten. Dem ist jedoch nicht so.

Ein Architektenhaus kann sehr wohl auch in Form eines Fertighauses errichtet werden. Schließlich bedeutet der Begriff „Fertighaus“ ja nur, dass bestimmte Bauelemente wie etwa Wände und Türen aus standardisierten Bauserien stammen. Doch auch hier gibt es durchaus Spielräume. So sind Einzelanfertigungen nach Kundenwunsch bei vielen Herstellern möglich.

Ferner ist es nicht so, dass ein Fertighaus auf festgelegten Grundrissen beruht. Im Gegenteil. Bei einem Fertighaus als Architektenhaus wird der Hausgrundriss genau nach den Anforderungen des Bauherrn geplant. Wer es kostengünstig möchte, greift hier wiederum auf standardisierte Bauelemente zurück. So kann auch ein Architektenhaus günstig geplant und gebaut werden.

Nicht jeder Architekt wird ein Fertighaus als Architektenhaus anbieten. Dennoch, das Architektenhaus als Fertighaus liegt im Trend, da sich hier gegenüber dem herkömmlichen Architektenhaus immense Kosten sparen lassen.

Tipp: Wer sich ein Fertighaus als Architektenhaus planen lässt, muss heute darauf achten, dass die aktuelle EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) erfüllt wird. Gegenüber der jeweils vorigen EnEV werden hier jeweils eine weitere Reduzierung des zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs gefordert und der erforderliche Wärmeschutz entsprechend angehoben. Um diese Werte einzuhalten, empfiehlt sich u. a. der Einsatz einer Solaranlage, einer Wärmepumpe sowie von dreifach verglasten Fenstern. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien wird das Fertighaus als Architektenhaus sehr ökologisch und umweltfreundlich. Die höheren Investitionskosten amortisieren sich in der Regel in wenigen Jahren – insbesondere bei den immer weiter steigenden Energiepreisen.

Nachteile eines Architektenhauses

Nachdem die Vorzüge eines Architektenhauses bereits ausführlich zur Sprache kamen, sollen auch die Nachteile selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben. So ist die Planungsphase für ein Architektenhaus deutlich aufwändiger und damit zeitintensiver als beim Bau eines schlüsselfertigen Hauses. Schließlich muss zunächst eine ganze Reihe von Terminen abgearbeitet werden, um die endgültige Entscheidung für Baustil, Baumaterialien und Haustechnik treffen zu können.

Auch die Bauphase selbst dauert deutlich länger. Moderne Fertighäuser können heute in wenigen Wochen errichtet werden, ein Architektenhaus dagegen benötigt Monate, durchschnittlich etwa ein halbes Jahr bis zu seiner Fertigstellung. So kam es schwer fallen, einen genauen Einzugstermin im Voraus zu kalkulieren.

Gleiches gilt für die erforderlichen Genehmigungen. Selbstverständlich müssen Architekt und Bauherr sich auch bei der Planung eines Architektenhauses an die gesetzlichen Rahmenbedingungen halten. Die Erstellung des Bauantrags und dessen Genehmigung sind meist deutlich komplizierter somit langwieriger als bei einem konventionell gebauten Objekt.

Und schließlich liegt der größte Nachteil in den höheren Kosten eines Architektenhauses. Sowohl die individuelle Planung, die verwendeten exklusiven Materialien und technischen Sonderwünsche als auch die Gebühren für Genehmigungen und Abnahmen sorgen für einen Preis, der um 50 – 100 % höher liegen kann als bei einem schlüsselfertigen Haus.

Fazit

Der Bau eines eigenen Hauses ist in der Regel die größte Investition, die ein Mensch in seinem Leben tätigt. Wer es besonders individuell möchte und die finanziellen Möglichkeiten dazu hat, der sollte den Bau eines Architektenhauses in Betracht ziehen. Nur damit können sämtliche persönlichen Anforderungen und Wünsche in vollem Umfang erfüllt werden. Dies macht für viele Bauherren auch die damit verbundenen Nachteile und Kosten wie etwa die zeitaufwändigere Planungs- und Erstellungsphase wett.


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