Elektroinstallation selber machen – Unsere Tipps

Wer ein Haus baut, umbaut oder saniert, muss dafür in der Regel eine ganze Menge Geld in die Hand nehmen. Einer der Kostenfaktoren, die dabei durchaus ins Gewicht fallen, ist die Elektroinstallation im Haus.

Nimmt man etwa ein Haus mit gut 120 Quadratmetern Wohnfläche und plant dafür Elektroinstallationen im mittleren Preissegment, landet man schnell bei 15.000 bis 20.000 Euro an Kosten für das Gesamtpaket. Dabei sind rund 60 Prozent der anfallenden Kosten als Arbeitslohn zu veranschlagen.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob Sie als Bauherr sich nicht einen Teil dieser Kosten sparen können – zum Beispiel indem Sie in Eigenleistung die Elektroinstallation im Haus erledigen. Das ist zum Teil durchaus möglich.

Wir von wohnen-und-bauen.de zeigen Ihnen hier, was Sie tatsächlich selbst erledigen können und von welchen Arbeiten im Zusammenhang mit der Elektroinstallation Sie besser die Finger lassen sollten.

Von der Planung bis zur Umsetzung

Wenn Sie für Ihr Haus die Elektroinstallation selber machen möchten, gibt es eine ganze Menge Faktoren, die Sie beachten sollten. Das fängt schon beim ersten Punkt, der Planung, an. Denn wenn die Planung schon nicht passt, kann es Ihnen passieren, dass Sie schon nach wenigen Wochen mit Ihren Lösungen in Sachen Elektroinstallation unzufrieden sind.

Das Problem dabei: Vieles in diesem Bereich lässt sich nur mit großem Aufwand und einer Menge Dreck im Haus wieder korrigieren oder beheben. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, vor allem in der Planung einen Fachmann zumindest teilweise zu involvieren.

Steckdosen, Lichtschalter & Multimediadosen planen

Wenn es um die Planung Ihrer Elektroinstallation geht, sollten Sie stets bedenken, dass Sie auf jeden Fall für ausreichend Steckdosen sorgen müssen. Denn gerade an Steckdosen kann man in der heutigen Zeit nie genug zur Verfügung stehen haben. Vor allem Haushalte mit mehreren Personen brauchen jeden Tag oft mehrere Aufladegeräte gleichzeitig. Hinzu kommen klassische elektronische Kleingeräte, die Steckdosen benötigen.

Wichtig ist beispielsweise, dass Sie möglichst jeden Lichtschalter mit einer Steckdose kombinieren, um sicherzustellen, dass Sie ausreichend Möglichkeiten der Stromversorgung für Ihren Staubsauger haben. Bei älteren Häusern wurde häufig der Fehler gemacht, dass im Hausflur keinerlei Steckdosen installiert wurden. Dabei kann es – neben dem Staubsauger – immer mal wieder elektronische Geräte geben, die im Flur einen Stromanschluss bräuchten. So zum Beispiel die beliebte Leuchtdekoration in der Weihnachtszeit.

Zusätzlich sollten Sie bei der Planung künftige Bedürfnisse von Kindern im Haushalt beachten. So macht es beispielsweise Sinn, Multimediadosen in jeden Wohnraum zu legen. So können Sie im Schlafzimmer einen Fernseher anschließen, und wenn Ihre Kinder einmal älter werden, haben Sie auch in den Jugendzimmern die Möglichkeit, Fernseher ohne große Umbauten direkt an die Schüssel anzuschließen. Auch Netzwerk- oder LAN-Dosen in jedem Wohnraum machen Sinn. Zusätzlich muss der Arbeitsbereich mit einer LAN-Dose ausgestattet sein.

Wer beispielsweise im Homeoffice arbeitet, darf oft die Serverumgebung des Arbeitgebers gar nicht über eine WLAN-Verbindung betreten, da diese in der Regel deutlich leichter zu hacken sind als eine Verbindung direkt über einen LAN-Anschluss. In Sachen Beleuchtung ist es wichtig für ausreichend Lichtschalter zu sorgen. So sollten in größeren Räumen mit mehreren Zugängen auch mehrere Lichtschalter zur Verfügung stehen.

Bei der Planung der Elektrik für die Küche und für den Hauswirtschaftsraum ist es wichtig darauf zu achten, dass jedes Elektrogroßgerät (Kühlschrank, Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner, Mikrowelle etc.) einen eigenen Stromkreis bekommt. So können Sie Überlastungen vermeiden. Darüber hinaus sollte jeder Raum einen eigenen Stromkreis und eine eigene Sicherung haben. Wer beispielsweise eine Kücheninsel haben möchte, muss für den Stromzugang für die in der Insel verbauten Geräte vom Boden aus sorgen.

Auch der Standort des Sicherungskastens will gut gewählt sein. Machen Sie sich Gedanken, wo Sie am besten an den Kasten herankommen, wenn es wirklich einmal zu einer herausgefallenen Sicherung kommt.

Tipp

Um sicherzustellen, dass Ihre Pläne sich auch wirklich umsetzen lassen, sollten Sie diese vor Beginn der weiteren Arbeiten von einem Fachmann gegenprüfen lassen. Wenn von diesem dann das Ok kommt, können Sie bedenkenlos mit der Arbeit fortfahren.

Schlitze stemmen

Natürlich kann man Stromkabel in einem Kabelkanal an eine Wand oder eine Decke anbohren – allerdings sieht das sehr unprofessionell aus und stört in der Optik. Daher werden Kabel in der Regel in der Wand verlegt. Aus diesem Grund sind die Vorbereitungsarbeiten für die Elektroinstallation so schweißtreibend und schmutzintensiv.

Es gibt drei Möglichkeiten, die notwendigen Schlitze in die Wand zu bekommen. Sie können dabei mit einer der folgenden drei Methoden arbeiten:

  • Hammer und Meißel
  • Winkelschleifer mit entsprechender Trennscheibe in Kombination mit Hammer und Meißel
  • Mauernutfräse

Die Mauernutfräse ist die exakteste und staubärmste Variante, die hier Staub und Dreck direkt abgesaugt werden. Beim Stemmen der Schlitze müssen Sie außerdem einige gesetzliche Vorgaben beachten. So dürfen Stromleitungen nur senkrecht oder waagerecht verlaufen. Für fortlaufende Stromleitungen gibt es klare Installationskorridore. Diese liegen:

  • Waagerecht bei 15 – 30 cm über dem Fußboden und bei 30 cm unter der Decke
  • Senkrecht im Abstand von 10 cm zu Ecken, Türöffnungen oder Fenstern
  • In Küchen, Arbeits- und Hobbyräumen gibt es einen zusätzlichen Installationskorridor in der Mitte der Wand bei ca. 115 cm Höhe

Unterputzdosen montieren

Haben Sie die Schlitze gestemmt, gilt es größere Löcher für die Unterputzdosen für die einzelnen Steckdosen zu schlagen. Diese Unterputzdosen werden dann den Anleitungen entsprechend in die Wand eingebracht und befestigt. Jetzt muss auch der Kasten für die Sicherungen eingebaut werden.

Kabel verlegen

Wenn Sie Ihre Elektroinstallation selber machen möchten, ist der nächste Schritt das Verlegen der Kabel in die offenen Wandschlitze. Dabei sollten Sie sich vorher vom Fachmann beraten lassen, welche Kabel genau Sie benötigen.

Kabel anklemmen (lassen – unbedingt vom Fachmann)

§ 13 der Niederspannungsanschlussverordnung gibt vor, dass Arbeiten an der Elektrik nur von einem entsprechend zertifizierten Meisterbetrieb durchgeführt werden dürfen. Das bedeutet – solange noch kein Strom auf dem Kreislauf ist, können Sie tun und lassen was Sie wollen. Sobald aber die Kabel ans Netz angeklemmt werden sollen, muss ein Fachmann ran. Vor allem im Sinne des Brandschutzes sollten Sie sich unbedingt an diese gesetzliche Vorgabe halten.

Fazit

Die Elektroinstallation selber machen funktioniert schon allein aus gesetzlichen Gründen und aus Gründen der Sicherheit nur teilweise. Doch auch der Teil der Arbeiten die Sie auch als Laie vornehmen dürfen, kann Ihnen eine Menge Geld einsparen.


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