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Kamin ohne Schornstein – Diese Arten gibt es

Kamine ohne Schornstein gibt es in unterschiedlichen Varianten. Foto: marinaphotovideo via Twenty20

Kamine ohne Schornstein gibt es in unterschiedlichen Varianten. Foto: marinaphotovideo via Twenty20

Kamine ohne Schornstein gibt es in unterschiedlichen Varianten. Foto: marinaphotovideo via Twenty20

Ein Kamin in den eigenen vier Wänden sorgt für eine gemütliche Atmosphäre und erzeugt zeitgleich eine angenehme Wärme. Die gute Nachricht ist, dass es mittlerweile auch ohne einen Schornstein möglich ist, von diesen (und vielen weiteren) Vorteilen zu profitieren. Die Angebote rund um Kamine ohne Schornstein werden immer vielseitiger. Wohnen und bauen erklärt die Hintergründe.

Genaugenommen gibt es insgesamt drei mögliche Alternativen, zwischen denen sich der Interessent entscheiden kann: Ethanol-, elektrischer oder Gaskamin. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile, die im Rahmen der letztendlichen Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollten. Auf diese Weise fällt es in der Regel nicht schwer, die Lösung zu finden, die am besten zum eigenen Bedarf passt.

Möglichkeit Nr. 1: der Ethanol Kamin

Eine Alternative zum klassischen Kamin stellt der Ethanol Kamin dar. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, werden Kamine dieser Art durch Bioethanol betrieben. Experten warnen immer wieder davor, dass eine falsche Nutzung bzw. ein unbedachter Einsatz schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen kann. Daher ist es umso wichtiger, auf verschiedene Details, gerade im Bereich der Sicherheit, zu achten.

Vorteile eines Ethanol Kamins

  1. Flexibilität in der Raumgestaltung

Ein Ethanol Kamin produziert weder Ruß noch Rauch. Und genau deswegen braucht es für seine Nutzung keinen Abzug. Dementsprechend kann er nach Belieben im Raum positioniert werden. Eine tolle Möglichkeit für alle, die sich auf der Suche nach einer Lösung mit viel Flexibilität befinden.

  • Keine Genehmigung des Schornsteinfegers erforderlich

In klassischen Kaminen wird Holz verbrannt. Dadurch entstehen Ruß und Rauch. Die Konstruktion muss von einem Schornsteinfeger genehmigt werden. Ein Ethanol Kamin wird durch Bioethanol betrieben, und da hier die Ruß- bzw. Rauchentwicklung – wie oben beschrieben – wegfällt, entfällt auch die Pflicht zur Genehmigung durch den zuständigen Schornsteinfeger.

  • Eine einfache Handhabung

Um einen Ethanol Kamin zu betreiben, muss kein Brennholz gesammelt, gespalten oder gekauft werden. Bioethanol ist in jedem Baumarkt und im Internet erhältlich. Um den Kamin zu betreiben, wird der Brennstoff in den Brenner gefüllt. Es muss darauf geachtet werden, dass die maximale Füllmenge nicht überschritten wird. Anschließend kann der Kamin auch schon in Betrieb genommen werden.

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Nachteile eines Ethanol Kamins

  1. Schwache Wärmeleistung
Siehe auch  Smarte Lösungen für Wärme und Komfort: Heizung und Klimaanlage im Smart Home

Ein Ethanol Kamin hat bei Weitem  nicht dieselbe Wärmeleistung wie ein Holzkamin. Mit Letzterem kann im Winter oft ein komplettes Zimmer geheizt werden. Genau das ist mit einem durch Bioethanol betriebenen Kamin nicht möglich. Damit es in den eigenen vier Wänden schön warm wird, muss daher noch eine weitere Wärmequelle zum Einsatz kommen.

  • Unsichere Modelle auf dem Markt

Wer einen Ethanol Kamin auf der Basis eines genormten Sicherheitsstandards möchte, muss ein wenig mehr Geld investieren. Viele günstige Modelle, die verkauft werden, sind erschreckenderweise nicht sicher. Ein hochwertiger Ethanol Kamin muss gewährleisten können, dass der Brennstoff beispielsweise niemals aus dem Brenner austritt.

  • (Am besten dauerhaftes) Lüften erforderlich

Bei der Nutzung von Ethanolkaminen entsteht unter anderem Kohlendioxid. Gleichzeitig wird Sauerstoff verbrannt, und die Luftfeuchtigkeit steigt an. Daher sollte beim Betrieb am besten dauerhaft und mit einem geöffneten Fenster gelüftet werden.

Elektronischer Kamin

Ein elektrisch betriebener Kamin bietet einige Vorteile gegenüber einem Holzkamin. Vor der letztendlichen Kaufentscheidung sollten jedoch auch hier die Nachteile beachtet werden.

Vorteile eines Elektrokamins

  1. Kein Schmutz und eine einfache Installation

Das Installieren und Verwenden eines Elektrokamins ist unkompliziert und beispielsweise nicht mit dem Entstehen von Asche und Co. verbunden. Eine Steckdose reicht aus, um das Gerät in Betrieb zu nehmen.

  • Integrierte Heizung (meistens)

Die meisten Elektrokamine verfügen über eine integrierte Heizung. Dadurch wirkt die flackernde Flamme (oft in HD) noch realistischer. Die Wärme lässt sich bei den modernen Modellen einfach per Fernbedienung von der Couch aus steuern.

  • Keine echte Flamme

Keine echte Flamme bedeutet auch: keine zusätzlichen Brandgefahren. Es stellt beispielsweise kein Problem dar, vor dem Kamin einzuschlafen, da die „flackernde Flamme“ lediglich künstlich erzeugt wird.

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Nachteile eines Elektrokamins

  1. Eingeschränkte Flexibilität
Siehe auch  Kaminsanierung – Ablauf & Kosten

Ein Elektrokamin braucht eine Steckdose, um in Betrieb genommen werden zu können. Dadurch ist diese Alternative nicht so flexibel und mobil, wie ein Ethanol Kamin.

  • Höhere Betriebskosten

Wenn Heizung und Flamme gleichzeitig in Betrieb sind, kann der Elektrokamin die Stromrechnung vergleichsweise stark beeinflussen.  

Gaskamine

Auch Gaskamine stellen eine Alternative zu Holzkaminen dar. Doch durch welche Vor- und Nachteile zeichnen sie sich eigentlich aus?

Vorteile eines Gaskamins

  1. (Bei modernen Modellen) Eine individuelle Atmosphäre

Die flackernde Flamme eines Gaskamins kommt der eines Holzkamins sehr nahe. Mittlerweile gibt es sogar Modelle, bei denen sich das Flammenspiel im Gaskamin via App steuern lässt.

  • Keine aufwendige Reinigung

Das Gas verbrennt in einem Gaskamin rückstandslos. Während bei einem Holzkamin Asche übrigbleibt, ist ein Gaskamin nach Gebrauch sauber. Zudem zeichnet sich ein gasbetriebener Kamin durch einen geringeren Emissionswert aus als ein Holzkamin.

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Nachteile eines Gaskamins

  1. Geringe Wärme und weniger Nachhaltigkeit
Siehe auch  Klimafreundlich heizen – Energiekosten verringern

Gasbetriebene Kamine werden meist durch Erdgas gespeist. Hierbei handelt es sich um einen fossilen Brennstoff, und das entstehende Kohlendioxid steigt nach der Verbrennung ungefiltert in die Atmosphäre. Zudem eignet sich ein Gaskamin nicht als alleinige Heizquelle, da die Wärmeentwicklung schlicht zu gering ist.

  • Ein höherer Kostenfaktor

Je nach Modell kann der Betrieb eines Gaskamins die Nebenkostenabrechnung enorm ansteigen lassen. Die letztendlichen Auswirkungen sind hier natürlich auch von den aktuellen Gaspreisen abhängig.

  • Die Notwendigkeit einer Abgasleitung

Um einen Gaskamin betreiben zu können, braucht es eine Abgasleitung. Ein klassischer Schornstein reicht meistens nicht aus. Deswegen kann ein Gaskamin nicht frei im Raum bewegt werden. Die Neuinstallation einer Abgasleitung kann mehrere tausend Euro kosten. Dies gilt es, bei der Planung unbedingt zu berücksichtigen.

Fazit

Wer heute keinen Schornstein hat, muss keineswegs auf einen Kamin verzichten. Wie so oft ist es jedoch wichtig, sich mit den verschiedenen Alternativen auseinanderzusetzen, um die Lösung zu finden, die am besten zum eigenen Anspruch (und dem Wohnumfeld) passt. Wer sich weder mit dem klassischen Kamin, dem Ethanol Kamin, dem Gaskamin oder dem Elektrokamin anfreunden kann, sollte auch den wasserführenden Kamin mit in seine Recherchen einbeziehen.

Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).